Irrfahrt, Blackout & knapper Strom

Datum: Montag, 27. Februar 2017 14:55


Ein Januar, der Kohle und Fehler zu Tage bringt.

In der vergangenen Ausgabe haben wir an dieser Stelle berichtet, warum das Wahljahr 2017 für die Zukunft des Lausitzer Reviers so bedeutend ist und warum unser Revier in diesem Jahr wieder lauter für eigene Interessen und auch für wirtschaftliche Vernunft eintreten muss. Inzwischen belegen immer mehr Fakten die Irrfahrt der von grüner Ideologie getriebenen Bundespolitik und die Fehlentscheidungen zum Einstieg in den Braunkohleausstieg. Es wird immer klarer, dass gerade jene, die wirklich einen Erfolg der deutschen Energiewende wollen, auf den Partner Lausitzer Braunkohle setzen müssten. Alles andere ist grüne Ideologie nicht nur zum Schaden der Lausitz, sondern zum Schaden aller deutschen Stromzahler und des Wirtschaftsstandorts Deutschland.


Die Dunkelflaute und das Lausitzer Revier
Im Januar herrschte die sogenannte „Dunkelflaute“ über Deutschland und Mitteleuropa. Sonne und Wind blieben weitgehend aus. Die Lausitzer Kraftwerke mussten fast vollständig auf Volllast gefahren werden und sorgten so mit 100 % der möglichen Leistung für Versorgungssicherheit im deutschen Stromnetz. Das Jahr 2016 war wieder ein Rekordjahr für das Lausitzer Revier, wiederum kam jede zehnte Kilowattstunde Strom für ganz Deutschland aus der Lausitz. Die Investitionen des Lausitzer Energiekonzerns in die Region betrugen knapp eine Milliarde Euro, die in gut 3.000 Unternehmen der Region flossen. Trotz des massiven Zubaus bei den Erneuerbaren war bei diesen ein entsprechendes Wachstum absolute Fehlanzeige. Gerade einmal um zwei Prozent konnten die Erneuerbaren ihren Anteil am deutschen Strommix steigern.


Wirtschaftliche Realität: Chancen, Chancen
Betrachtet man die aktuellen Entwicklungen und die bisherigen Ergebnisse der Energiewende mit wirtschaftlicher Vernunft, so würde das Lausitzer Revier in eine gute Zukunft blicken. Die Erneuerbaren verfehlen die gewünschten Effekte trotz enormen Zubaus und milliardenschwerer Förderungen durch deutsche Stromzahler bei Weitem, die zunehmenden Unsicherheiten im internationalen Bereich sprechen ebenso für die Braunkohle als einzigen nennenswerten heimischen Energieträger, bei den notwendigen Großspeichern für die Erneuerbaren ist man trotz vermeintlicher Erfolgsmeldungen keinen Schritt weiter – und in wenigen Jahren wird mit dem Atomstrom ein weiterer wichtiger Eckpfeiler für Versorgungssicherheit aus dem deutschen Strommarkt ausscheiden. Aktuell haben sich sogar die Strompreise am Energiemarkt etwas erholt (auch wenn beim Endverbraucher und Stromzahler durch die Subvention der Erneuerbaren davon nichts spürbar wird), wodurch
Lausitzer Braunkohle nicht nur günstig und versorgungssicher, sondern auch wieder wirtschaftlicher ist. Es gäbe zwar keinen Anlass zu einer „Goldgräberstimmung“, aber wäre wirtschaftliche Vernunft an der Regierung, dann wäre eine Investition ins Lausitzer Revier, in neue Kraftwerke und Tagebaue derzeit nicht nur logisch, sondern vielmehr notwendig.


Politische Realität: Irrfahrt und grüne Ideologie
Die bundespolitische Realität sorgt allerdings für ganz andere Vorzeichen. Bereits im kommenden Jahr 2018 soll ein Drittel der Lausitzer Kraftwerksleistung mit der sogenannten Kapazitätsreserve vom Netz gehen. Genau die Kraftwerke, die uns jetzt die Versorgungssicherheit herstellten, sollen wiederum auf Kosten der Stromzahler stillgelegt werden. Bereits jetzt werden deshalb Investitionen in der Lausitz zurückgefahren. Man geht von ca. 2.000 gefährdeten, gut bezahlten Industriearbeitsplätzen aus. Erste mittelständische Unternehmen im Umfeld der Kraftwerke und Tagebaue sprechen zähneknirschend von Umsatzrückgängen im Basisgeschäft Energieindustrie um bis zu 40 Prozent. Mitarbeiter werden hier bereits abgebaut, denn der Aufbau alternativer Zukunftsfelder wird noch viele Jahre brauchen. Auch die Ausbildungstätigkeit lässt nach. Die fehlgesteuerte Bundespolitik und die von grüner Ideologie beherrschte öffentliche Debatte um Energie und Braunkohle laufen indes unbeirrt weiter Richtung Unsicherheit. Auch Rügen des Bundesrechnungshofes an den unabschätzbaren Risiken in der Konstruktion der Energiewende oder Proteste der Wirtschaft gegen die immensen und schon jetzt immer mehr aus dem Ruder laufenden Kosten der Energiewende bleiben noch immer weitgehend ungehört.


Blackout und Stromknappheit
Wir sind in Sachen Versorgungssicherheit in Deutschland sehr verwöhnt. Ein hohes Gut, das inzwischen immer mehr infrage steht. In diesem Januar stand es auf der Kippe. Die Dunkelflaute sorgte in vielen Teilen Europas für angespannte Strommärkte. Da in Deutschland bereits viele konventionelle Kraftwerke vom Markt verschwinden, konnte die Dunkelflaute nur durch Einsatz aller Reservekraftwerke und zusätzlicher Anforderung von Reserven aus Italien aufrecht erhalten werden. Auch ein Blackout der Stromnetze wird in Deutschland immer wahrscheinlicher. So sorgen Stürme durch den immensen Zubau der Erneuerbaren im Windbereich für immer stärkere Schwankungen im Stromnetz, allein zwei der vier deutschen Stromnetzbetreiber geben inzwischen pro Jahr über eine Milliarde Euro für Tausende Eingriffe und Regulierungen im Stromnetz aus. Auch das bezahlt der Endverbraucher über die Strompreise. Ein Stromausfall wäre eine nationale Katastrophe, wird aber durch die Fehlkonstruktion der Energiewende immer wahrscheinlicher. Ausgerechnet die immer flexibler werdenden Braunkohlekraftwerke stellen in solchen Situationen die Versorgungssicherheit her – indem Sie bei enormem Ansturm der Erneuerbaren gedrosselt und bei deren Wegfall wieder hochgefahren werden.


Informieren Sie sich: Pro Lausitz
Die Energiewende ist wichtig, genau deshalb müssen Fehler bei ihrer Umsetzung beseitigt und mit Vernunft diskutiert werden. Viele Informationen, die in der öffentlichen Debatte leider meist zu kurz kommen, finden Sie unter www.pro-lausitz.de im Bereich „Kohle & Energie“. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild und bringen Sie sich ein, für eine lebenswerte Zukunft in unserer Lausitzer Heimat, in der unsere Kinder sicher und mit guten Perspektiven aufwachsen können. Geben Sie Ihre Stimme fürs Revier – Anlässe dazu wird es in unserer Region im Wahljahr 2017 sicher ausreichend geben.

 

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