Ein Kreuz für mehr Vernunft ...

Datum: Freitag, 25. August 2017 09:53


Positionen zur Braunkohle im Wahlkampf 2017.

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Energiewende im Bundestagswahlkampf kaum eine Rolle spielt? Dabei ist sie das zentrale Zukunftsprojekt unserer Gesellschaft, verbunden mit der größten Kapitalvernichtung seit dem 2. Weltkrieg, wie Deutschlands prominentester Wirtschaftsexperte Hans-Werner Sinn attestierte. Bis 2025 werden über 500 Milliarden Euro in die Energiewende geflossen sein, allein die künftigen Ausgaben von heute bis 2050 schätzt man auf 1,4 Billionen Euro. Für uns Lausitzer wirkt sich die Energiewende in den kommenden Jahren immer stärker aus. Es wird viel Geld verloren gehen, regionale Wirtschaft, soziale und kulturelle Strukturen werden leiden. Dabei können sich die Auswirkungen abhängig von der künftigen Regierungszusammensetzung auch noch verschärfen. Deshalb sollten sich gerade Lausitzer überlegen, wo sie 2017 ihr Kreuz machen. Warum aber ist das teuerste Projekt unserer Gesellschaft kein großes Wahlkampfthema?

Das leise Scheitern ...

Die traurige Wahrheit: Die Energiewende in ihrer heutigen Form ist längst gescheitert. Bundeswirtschaftsminister Gabriel hat das bei seiner von den Medien kaum beachteten Kasseler Rede genauso formuliert, ebenso diese Einsicht: „In Europa halten uns alle für Bekloppte“. Was wir oft vergessen: die deutsche Energiewende ist ein internationaler Sonderweg. Keiner folgt uns. Dennoch hat die grüne Ideologie nach wie vor die Hoheit über die öffentliche Diskussion: auf der einen Seite das Gute, die Erneuerbaren, auf der anderen Seite das Böse, die Fossilen. Der Grund ist einfach: an der milliardenschweren Subventionsmaschinerie rund um die Erneuerbaren verdient eine breite Oberschicht und die Politik hat sich fast über alle Parteien hinweg im Zukunftsprojekt Energiewende festgefahren. Da fällt es schwer, milliardenschwere Fehler einzugestehen. Dabei ist aus den Erneuerbaren längst eine kapitalgetriebene Ökoindustrie geworden, vor allem der extensive Zubau an Windkraftanlagen verschandelt Landschaften bis hin zum UNESCO-Weltkulturerbe, zerstört Natur und Tierwelt, komplett ohne Effekt. Die Emmissionen in Deutschland nehmen sogar wieder zu. Trotz einer Verdopplung der installierten Leistung der Windräder ist ihre gesicherte Leistung: nahe Null! Wenn Wind und Sonne ausbleiben, muss das herkömmliche fossile System komplett übernehmen. Deutschland leistet sich zwei Energiesysteme: das hochsubventionierte Erneuerbare und das herkömmliche, das zwar sicher ist, wirtschaftlich aber unter der Dominanz und Privilegierung der Erneuerbaren leidet. Der zufällig und sehr flatterhaft anfallende Strom aus Wind und Sonne bringt die Stromnetze schon jetzt an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Es ist einer der großen Irrtümer der Energiewende: Erneuerbare werden ganz unabhängig vom weiteren Zubau nicht grundlastfähig! Speicher sind ebenso nicht in Sicht. Die Energiewende ist unsozial, viele einfache Bürger zahlen über die Strompreise die Renditen für Windkraftbetreiber und Inhaber von Solaranlagen. Und was die Umwelt anbelangt: wir sprechen bei den teuren und wirkungslosen Erneuerbaren nur über den Stromsektor, der mit Blick auf Verkehr und Wärme nur ein Fünftel des deutschen Energieverbrauchs ausmacht. Die Energiewende in ihrer aktuellen Form mit Einspeisevergütung und Privelegierung der Erneuerbaren ist eine unsoziale und wirkungslose Subventionsmaschine ohne Zukunft.

Und die Lausitzer Braunkohle?

Der weltweite Kohlebedarf wird von 2010 bis 2030 etwa um 50% wachsen. Kohle ist günstig und verfügbar, der Zusammenhang zwischen Emmissionen bei ihrer Verstromung und Klimawirksamkeit ist unter Fachleuten sehr umstritten. Unsere Politiker wissen es besser. Lausitzer Braunkohle wird ab 2018 mit der schrittweisen Stillegung erster Kraftwerksblöcke zum Bauernopfer einer nicht funktionierenden Energiewende. Sie würde aber auch dann noch gebraucht, wenn bei den Erneuerbaren Flaute herrscht. Dann werden wir aber Strom aus den Nachbarländern importieren, Polen baut vorsorglich bei Gubin ein neues Kohlekraftwerk. Es bleibt die Hoffnung, dass irgendwer in Berlin die Reißleine zieht, dass endlich offen und ehrlich über die Verwerfungen der Energiewende gesprochen wird. Es ist richtig, Erneuerbare mit Blick auf Umwelt und Klima zu fördern, aber der international isolierte deutsche Sonderweg wird unser Land auf Dauer seines Vermögens und vieler Zukunftsperspektiven berauben.


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