CCS – neue Chance für die Lausitz!

Datum: Donnerstag, 05. Oktober 2017 07:43


Jetzt nehmen wir die Politik in die Pflicht.

Der Pro Lausitzer Braunkohle e.V. ist weit mehr als ein Lobby-Verein. Er ist inzwischen für bundesweite und internationale Medien der Ansprechpartner, wenn es um die Situation in der Lausitz und um die Zukunft des Reviers geht. Kein Wunder, dass der Einladung des Vereins zu einer Podiumsdiskussion die Kandidaten aller sechs stimmstarken Parteien folgten, für die Grünen hielt mit Annalena Baerbock sogar die klimapolitische Sprecherein auf Bundesebene ein Impulsreferat. Auch das spricht für die konstruktive Auseinandersetzung des Lausitzer Heimatvereins – hier wird nicht ausgegrenzt, sondern nach Lösungen gesucht. Vor allem sollte aber endlich ein Thema aufs Tablett, das von allen Parteien im Wahlkampf weitgehend umschifft wurde: Die Energiewende, ihre Auswirkungen auf die Lausitz und damit verbundene Lösungsansätze für die Zukunft. Dabei kam es zu einer in der Öffentlichkeit einmal mehr weitgehend unbemerkten, aber für die Lausitz essentiellen Botschaft: Das Thema CCS soll im Bundestag noch einmal angegangen werden! Damit können sich für die Lausitz ungeahnte und vollkommen neue Perspektiven eröffnen.


Das Comeback von CCS für die Lausitz?

Nach dem Motto „Totgesagte leben länger“ war es die große Botschaft der Pro-Lausitzer Podiumsdiskussion: Wir sprechen wieder über CCS in der Lausitz! Am 10. September 2017 verfolgten in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kaminstube des Kulinariums Branitz gut 100 Besucher die Diskussionsrunde zum Thema „Geht es wirklich ohne Lausitzer Braunkohle? – Positionen zu Energiewende, Dunkelflaute und Blackout“. Im ausgezeichnet besetzten Podium diskutierten nach Impulsreferaten von Annalena Baerbock (Grüne Sprecherin für Klimapolitik, Grüne Bundestagsfraktion) und Wolfgang Rupieper (Vorstandsvorsitzender des Pro Lausitzer Braunkohle
e.V.) Vertreter der sechs stimmstärksten Parteien. Die Diskussion wurde eng an Themen der Energiewende und ihrer Auswirkungen auf die Lausitzer Braunkohle gehalten. Es war zu merken, dass dieses Thema im sonstigen Wahlkampf und selbst bei vergleichbaren Veranstaltungen in der Region kaum präsent war, obwohl die Energiewende zum einen das zentrale Zukunftsprojekt unserer Gesellschaft sei und zum anderen den politisch erzwungenen Strukturwandel in der Lausitz begründet. Aus diesem Grund hat sich der Pro Lausitzer Braunkohle e.V. für dieses „fehlende“ Wahlkampfthema stark gemacht und stellt das Ergebnis nun auch öffentlich zur Verfügung.

Für die große Überraschung an diesem Sonntagmorgen sorgten die Lausitzer Vertreter der aktuellen und aller Wahrscheinlichkeit nach auch kommenden Regierungsparteien. Ulrich Freese (SPD) und Dr. Klaus Peter Schulze (CDU) versicherten einhellig, bei einer erneuten Regierungsbeteiligung ihrer Parteien das Thema CCS in Deutschland erneut im Bundestag zur Entscheidung zu bringen – und zwar schon im Jahr 2018. Beide bezeichneten die Länderausstiegsklausel, die im Jahr 2012 zum Scheitern eines notwendigen Gesetzes und zum Ausstieg Deutschlands aus dieser weltweit in Erforschung befindlichen Zukunftstechnologie führte, als Fehler. Heute komme man an CCS nicht mehr vorbei, wenn man Klimaziele auch nur annähernd erreichen möchte. Und auch hier müsse man europäisch denken.


3 Milliarden für die Lausitz?

Vor dem Hintergrund der Podiumsdiskussion, in der es um den Nucleus Lausitzer Braunkohle, Wirtschaft und Forschung in der Region ging, eröffnet dieses Thema unter Umständen völlig neue Perspektiven. In Brüssel sind noch immer 3 Milliarden Euro für eine CCS-Erprobung in Deutschland geparkt. Die Lausitz bietet nach wie vor alle Möglichkeiten und könnte hier binnen weniger Monate einsteigen. Sie würde nicht nur sich selbst eine überraschende Zukunftsoption erschließen, sondern auch der Machbarkeit der ehrgeizigen Klimaziele Deutschlands mehr Relevanz verleihen. Es bleibt die Frage offen, ob sich in den ideologisch geführten Diskussionen im Berliner Politikbetrieb Vernunft und Wissenschaft durchsetzen können. Es ist den Lausitzer Vertretern der Regierungsparteien aber hoch anzurechnen, den erneuten Schritt in diese Auseinandersetzung zu wagen.


Nun müssen wir am Ball bleiben!

Bekanntlich wird im Wahlkampf viel erzählt, was später Kompromissen in Fraktionen oder Koalitionen zum Opfer fällt. Die Lausitzer Akteure müssen diesmal aber zusehen, dass sich die Politiker ihren Versprechen und dieser Riesenchance für die Lausitzer Heimat verpflichtet fühlen. Mit CCS könnte in einer der Zukunft zugewandten, von grüner Ideologie befreiten und stattdessen von fachlichen und wissenschaftlichen Expertisen gesteuerten Energiewende auch eine neue Perspektive für die Lausitzer Braunkohle entstehen. Das Thema könnte die Lausitz zum Reallabor für eine klimaneutrale Kohleverstromung machen und somit die Brücke der Nutzung von Lausitzer Braunkohle zur Stromgewinnung verlängern – was der Lausitz den weiteren erfolgreichen Strukturwandel auch aus eigener Kraft ermöglichen würde.
Insofern empfehlen wir allen interessierten Lausitzern, welche Ansicht zur Energiewende sie auch immer umtreiben mag, den regelmäßigen Besuch der regionalen Plattform für Themen rund um die Lausitzer Braunkohle unter www.pro-lausitz.de. Im Bereich „Aktuelles“ und in den News unter „Kohle und Energie“ findet man hier wöchentlich Neuigkeiten und differenzierte Sichtweisen zu Energiethemen.


Mit eigenen Augen und Ohren

Die gesamte Diskussion vom 10. September samt der Impulsreferate wurde aufgezeichnet, Interessierte können sie jetzt per Video auf den Onlinepräsenzen des Pro Lausitzer Braunkohle e.V. unter www.pro-lausitz.de bzw. www.facebook.com/prolausitz oder über diesen Youtube-Link nochmals anschauen (Dauer: 2 Stunden, 11 Minuten)..