Alles rund um Corona: Wir klären auf!

Datum: Dienstag, 24. März 2020 13:11


Liebe Familien, 

ursprünglich wollten wir in unserem Familienmagazin auf einen Beitrag zur Corona-Pandemie verzichten. Sämtliche Medienkanäle berichten rund um die Uhr, kein Thema in der jüngeren Geschichte hat eine an Intensität und Dauer vergleichbare Medienflut verursacht. Wir glaubten, dem nichts hinzufügen zu können. Viele Gespräche mit besorgten Eltern belehrten uns eines Besseren. Die Medienflut scheint teils mehr Verunsicherung als Aufklärung zu verursachen. Aus diesem Grund haben wir uns mit großem zeitlichem Aufwand auf den Weg gemacht, die verfügbaren Informationen zum Coronavirus mit Blick auf die besonderen Bedürfnisse von Familien mit Kindern im Kita- und Grundschulalter aufzubereiten. Zuallererst möchten wir dabei auf die zentralen Informationen des Robert-Koch-Instituts (www.rki.de) und der Weltgesundheitsorganisation WHO (www.who.int) verweisen. Schützen Sie sich und Ihre Familien vor den unzähligen Gerüchten, Katastrophenmeldungen und Verschwörungstheorien, die vor allem in sozialen Medien kursieren.

Wir sind keine Experten, haben uns aber in diesem Corona-Spezial darum bemüht, viele vorliegende Informationen verständlich aufzubereiten. Dabei wollen wir über das neuartige Coronavirus hinaus einen Blick auf die vielfältige Welt der Viren werfen, wir haben Experten befragt, geben viele Hinweise zu einfachen und pfiffigen Schutzmaßnahmen in einem ausführlichen Hygiene-Spezial – das übrigens in jeder Grippesaison Beachtung finden und am besten in den Alltag aller Familien einziehen sollte – und sorgen abschließend für reichlich Inspiration, wie Familien die bevorstehenden Wochen zwischen Spielen, Büchern und tollen Projekten zu einer unterhaltsamen Familienzeit gestalten können.
Eine Information wollen wir gleich vorab geben: Familien haben allen Grund, die Situation gelassen und entspannt anzugehen. Die immensen Einschränkungen angesichts der Corona-Pandemie sind ein starker, solidarischer Akt unserer ganzen Gesellschaft, um die ältere Generation und bereits geschwächte Menschen in unserer Mitte zu schützen. Kleine Kinder werden nach aktuellen Erkenntnissen gar nicht krank, auch größere Kinder und Jugendliche sind nicht oder kaum betroffen. Ohnehin wird unsere Gesellschaft in den nächsten vier bis fünf Jahren von dem neuartigen Coronavirus durchseucht werden, wir bauen eine Herdimmunität auf, die dann andere vor dem Virus schützt. Gemeinsam mit unseren Kindern stehen wir als ebenso nur schwach betroffene Elterngeneration jetzt aber in der Verantwortung, hunderttausende Menschen in den Risikogruppen durch eine Verzögerung der Ausbreitung des Virus vor einer lebensgefährlichen Lungenerkrankung zu schützen und dem Gesundheitssystem Möglichkeiten zu verschaffen, möglichst vielen dieser schwer Betroffenen helfen zu können. Das aktuell grassierende Coronavirus wird medizinisch mit SARS-COV-2 bezeichnet.
Dieses Spezial kann in Teilen aktuelle Entwicklungen nicht wiedergeben und befindet sich auf dem Wissensstand vom 23. März 2020.

Begriffsklärung: Corona, SARS-COV-2, 2019-nCOV, COVID-19?

Coronaviren sind keinesfalls neu und sie existieren auf der Erde und auch in unserem Umfeld in unterschiedlichen Formen schon seit vielen Jahren. Sie wurden in den 1960er-Jahren entdeckt und infizieren vorwiegend Säugetiere, Nager und Vögel – nur wenige haben sich auf den Menschen übertragen und angepasst, dafür aber umso stärker verbreitet. Man schätzt, dass heute etwa ein Drittel aller typischen Erkältungen bei Menschen durch Coronaviren ausgelöst werden. Drei Viren dieser Familie haben bereits viele Todesfälle verursacht: SARS-COV-1, MERS-COV und das aktuelle SARS-COV-2.
Bereits in den Jahren 2002/2003 sorgte ein Coronavirus für eine weltweite Pandemie. „SARS-COV-1“ verursachte etwa 1.000 Todesfälle. SARS heißt „Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom“ und beschreibt den Krankheitsverlauf, der mit Fieber, Hals, Kopf, Muskelschmerzen, Schüttelfrost sowie Schwindelgefühl beginnt und in einer schweren Lungenentzündung samt Atemnot und starkem Husten endet. SARS-COV-1 war schnell durch Fiebermessungen zu diagnostizieren und hat uns höchstwahrscheinlich nur durch einen glücklichen Zufall nicht betroffen. Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ihm ein wichtiger Bestandteil im Erbgut fehlte, es irgendwann instabil wurde und sich quasi allein eindämmte.
Wenig bekannt ist mit dem „MERS-COV“ ein weiteres Coronavirus, das 2012 für viele Infektionen im Mittleren Osten sorgte. Es wird von Kamelen übertragen und ist von einer sehr hohen Todesrate gekennzeichnet. Hier folgt auf schwere Atemwegsinfektionen oft Nierenversagen. Das Virus scheint ein lokales Problem geblieben zu sein, existiert aber wie viele weitere Coronaviren bis heute.
SARS-COV-2“ ist der Name des Ende 2019 erstmals aufgetretenen, neuen Coronavirus. Wie die zuvor bekannten Coronaviren befällt es die Atemwege, besitzt aber andere genetische Eigenschaften. Ein entscheidender Parameter ist, dass es ohne sofortige Auswirkungen und Symptome über 14 Tage hinweg von einem infizierten Menschen verbreitet werden kann. Diese Eigenschaft macht das Virus für uns Menschen so gefährlich. SARS-COV-2 ist gelichbedeutend mit „2019-nCOV“ – die Lungenkrankheit, die das Virus auslösen kann, wird wiederum „COVID-19“ genannt. Zur Vereinheitlichung sprechen wir in diesem Spezial immer von SARS-COV-2, wenn vom neuartigen, 2019 entdeckten Coronavirus die Rede ist.