Coronavirus – das kleine Update (Stand: 24. September 2020)

Datum: Montag, 28. September 2020 12:46

Stand 24.09.2020: Seit unserer Aprilausgabe schauen wir in dieser fortlaufenden Rubrik auf wichtige Neuigkeiten und Entwicklungen in der Corona-Pandemie. Nach wie vor erlangt die Wissenschaft beständig neue Erkenntnisse. Weltweit nehmen die Infektionen währenddessen wieder zu und die Zahl der Risikogebiete steigt mit dem Herbstbeginn stetig an. Wir schauen auf wichtige Informationen für Familien, das Thema Impfen und auf den bevorstehenden Herbst – und blicken einmal nach Schweden, wo vieles ganz anders läuft.

Vernunft und richtige Informationen

Vorab wiederholen wir unseren Appell an die Vernunft, denn eines wird immer klarer: Die Entwicklung der Pandemie hängt von jedem einzelnen ab. Das liegt nicht zuletzt an der Verbreitung des Virus, die vor allem über sogenannte Superspreader erfolgt – also wenige Personen, die viele andere Personen infizieren und Ausbrüche initialisieren können. Deshalb sind nach wie vor die zwei A‘s der AHA-Regel (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen) am wichtigsten. Man darf auch Mitmenschen darauf aufmerksam machen, dass eine Maske nur hilft, wenn sie auch die Nase bedeckt. Inzwischen belegen immer mehr wissenschaftliche Studien verschiedener Länder und Konsortien den Effekt von Masken. Wir haben in zurückliegenden Beiträgen beschrieben, warum das ausgerechnet bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 mit dem besonderen Weg der Aerosole so ist. Wer sich aus purem Protest der Maske verweigert, ist ein Idiot und schadet anderen – und darf nun zurecht auch eine Strafe zahlen.

Bei den Informationsmöglichkeiten verweisen wir neben den drei Quellen des letzten Beitrags auf zwei weitere interessante Informationsmöglichkeiten, die im Herbst und Winter durchaus an Bedeutung gewinnen können:

Täglicher Lagebericht des RKI: Einfach nach „Lagebericht RKI“ googeln, hier wird nach wie vor täglich Zahlenmaterial aufbereitet, aber auch aktuell informiert. Inzwischen ist dabei deutlich mehr Zahlenmaterial zu den Testkapazitäten verfügbar – Mitte September stellten 170 berichtende Labore eine Kapazität von knapp 230.000 Tests pro Tag zur Verfügung.

NDR-Podcast mit Prof. Drosten: Das „Coronavirus-Update“ von NDR-Info hat zurecht den Grimme-Preis erhalten. Inzwischen wechselt sich Christian Drosten mit seiner Kollegin Sandra Ciesek ab, jede Woche erscheint eine neue Folge mit meist tiefergreifenden Einblicken in den Stand der Wissenschaft.

MDR-Podcast mit Prof. Kekulé: Wer nach „Corona-Kompass“ sucht, landet beim MDR-Podcast, dessen 110 Folgen über 18 Mio. Mal abgerufen wurden. Aktuell pausiert er und wird ab 27. Oktober fortgesetzt – hier kann man sich solange einen guten Einblick in die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate verschaffen.

www.covidvax.org: Die ganze Welt wartet auf einen Impfstoff, die Nachrichtenlage in den Medien ist im Wettstreit um Schlagzeilen und Quoten oft verworren. Unter www.covidvax.org sind tagesaktuell alle aktiven Impfprojekte mit ihrem jeweiligen Status ausgewiesen. Ein Impfstoff des Jenner Institute ist demnach mit 100 Mio. Dosen bereits fürs 4. Quartal 2020 avisiert. Hier kann man auch beobachten, wie weit die zwei vielversprechendsten deutschen Kanidaten fortgeschritten sind.

www.intensivregister.de: Hier wird täglich ein Report zur Verfügung gestellt, der u.a. die Belegung von Intensivbetten mit Covid19-Patienten aufführt, den Anteil der Beatmungspatienten und kumuliert sämtliche abgeschlossenen Intensivbehandlungen samt Sterbefällen auflistet. Zum Redaktionsschluss waren in ganz Deutschland knapp 300 Covid19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung.


Anteil der COVID-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten – Brandenburg: 1 von 933, Sachsen: 8 von 1767. Stand: 25.09.2020 9 Uhr, Quelle: www.intensivregister.de, Karte erstellt mit: Datawrapper

Zu Kindern und Frauen

Nach wie vor sind Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene nur in extrem seltenen Ausnahmefällen von schweren Krankheitsverläufen betroffen. Berichte über junge Patienten mit schweren Verläufen sind seltene Ausnahmen, wie sie auch bei anderen Virenerkrankungen auftreten können. Die Studienlage macht inzwischen immer deutlicher, dass ältere Menschen ab 70 Jahren überaus stark betroffen sind sowie bei den Vorerkrankungen vor allem Krankheitsbilder mit Thromboseneigung.

Kinder und Frauen sind nach der aktuellen Studienlage vor allem psychisch betroffen. Eine aktuelle Studie attestiert insbesondere Frauen eine signifikant stärkere Erschöpfung. Das verwundert beim Blick auf die monatelange Doppelbelastung aus Job und Kinderbetreuung daheim für viele Mütter kaum. Erschreckend sind auch Zahlen zur Betroffenheit von Frauen durch häusliche Gewalt. Eine repräsentative Studie der TU München ergab, dass rund 3 Prozent der Frauen in Deutschland in der Zeit der strengen Kontaktbeschränkungen zu Hause Opfer körperlicher Gewalt wurden, 3,6 Prozent wurden von ihrem Partner vergewaltigt. In 6,5 Prozent aller Haushalte wurden Kinder gewalttätig bestraft. Waren die Frauen in Quarantäne oder hatten die Familien finanzielle Sorgen, lagen die Zahlen deutlich höher. Für Kinder ergeben weitere Studien ähnlich erschreckende Bilder. Kinder leiden auch an den Folgewirkungen, nicht nur daheim. In vielen Schulen fehlen Konzepte zum Aufholen des Lernstoffs und aktuell bekommen Schüler bereits hier und da den zunehmenden Lerndruck zu spüren, wenn Lehrer alten Lernstoff durchziehen und parallel vorsorgen, sollten durch Einschränkungen im Herbst und Winter wieder weniger Noten zu vergeben sein. In einigen Schulen nimmt die Testdichte zur Generierung von Noten stark zu. Die langfristigen Auswirkungen auf Kinder und Frauen werden sicher Gegenstand nachhaltiger Studien sein.

Den Herbst meistern

Im Spätsommer ist bei vielen Menschen trotz steigender Infektionszahlen ein Gefühl zunehmender Entspannung entstanden. Man beobachtet kaum noch schwere Krankheitsverläufe, die Sterbefälle haben deutlich abgenommen, in sozialen Medien kursieren unzählige Fake News rund um eine Verharmlosung der Pandemie oder zu skurrilen Verschwörungstheorien. Gerade der Erfolg der Prävention in Deutschland macht es vielen schwer begreiflich, dass nach wie vor eine gefährliche Erkrankung mit dem Potenzial zum exponentiellen Wachstum zu Zuständen wie im Frühjahr in Italien oder im Frühsommer im Staat New York führen kann. Die Infizierten sind aktuell meist Reiserückkehrer oder jüngere Menschen, die sich das Virus auf Events oder Familienfeiern einfangen. Zudem ist man in den Krankenhäusern inzwischen viel besser auf die Therapie eingestellt und weiß, das im frühen Stadium Blutverdünner oder Medikamente wie Remdesivir einen schweren Krankheitsverlauf verhindern können – und das ein zu früher Anschluss an die Beatmung kontraproduktiv wirken kann. Am Ende stirbt dennoch auch in Deutschland fast jeder zweite Patient, der an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden muss – eine deutlich höhere Quote als bei anderen Atemwegserkrankungen.

Vor diesem Hintergrund gilt es, im Herbst den Fortlauf der Pandemie soweit auf einem verträglichen Niveau zu halten, dass sie nicht außer Kontrolle gerät und nicht die ältere Bevölkerung sowie Risikogruppen erreicht. Verschiedene Konzepte z.B. von Christian Drosten und Alexander Kekulé schlagen dazu sinnvolle Maßnahmen vor. Dabei geht es vor allem um mehr und gezieltes Testen, um mit der bevorstehenden, winterlichen Verlagerung des Lebens in die Innenräume Ausbrüche schneller zu erkennen und einzudämmen. Insbesondere Pflegeheime und Krankenhäuser sollen durch sogenannte Schnelltests lückenlos überwacht werden. Christian Drosten empfiehlt allen Menschen das Führen eines Kontakttagebuches, um im Falle einer Infektion für die Nachverfolgung sogenannte Superspreading-Events schnell auffindbar zu machen. Eine klare Definition für ein solches Event gibt es noch nicht, im Grunde kann man aber jede größere Menschenansammlung in geschlossenen Räumen mit unzureichendem Lufttausch und Abstand dazu zählen, die länger als eine Viertelstunde währt und bei der sich Atemluft im Raum ansammelt. Vor allem sollten Familien aber ältere Angehörige schützen und sich trotz aller Nichtspürbarkeit des Virus sehr gut überlegen, wie sie im Herbst und Winter mit Verwandten und Bekannten im Seniorenalter umgehen. Von einem zweiten Lockdown wird immer stärker abgeraten, allerdings beobachten wir international bereits erste Länder, in denen steigende Infektionszahlen infolge des Herbstes zu einem zweiten Lockdwon führen, wie im Falle von Israel. Einen guten Hinweis, wie wir mit der Infektion durch den Winter kommen, könnte uns das schwedische Modell geben.

Alter Schwede!

Dieser traditionelle Ausspruch steht als Ausdruck des Erstaunens. Die Schweden haben mit ihrer Strategie im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie tatsächlich viele Länder erstaunt – in Deutschland wurde überwiegend skeptisch oder gar nicht berichtet. Dabei zeigen die Schweden, wie man langfristig mit der Pandemie umgehen kann. Die schwedische Strategie war von Anbeginn auf einen längerfristigen Zeitraum bis Ende 2021 oder gar 2022 ausgelegt und gleichzeitig auf das Vermeiden von Lockdowns sowie Kita- und Schulschließungen. Die Schweden orientieren sich dabei stärker an Fachkompetenzen und die Politik agiert eher zurückhaltender. In den ersten Monaten gab es dort das Problem, dass Pflegeheime und Krankenhäuser zu stark von Ausbrüchen beeinträchtigt waren und in der Folge eine höhere Todesrate als in anderen Ländern verzeichnet wurde. Dennoch sprechen viele Fakten inzwischen auch für die schwedische Strategie: Ein Lockdown wurde vermieden, die Kapazitäten des Gesundheitssystems waren zu keinem Zeitpunkt überlastet – und aktuell hat man das Pandemiegeschehen sogar besser im Griff als die meisten anderen europäischen Länder. Allerdings halten die Schweden sich nach wie vor sehr diszipliniert an viele Einschränkungen, im Gegensatz zu ersten Großveranstaltungen in Deutschland sind Zusammenkünfte dort noch immer auf 50 Personen begrenzt. Einfach erklärt, verzichtet man dort auf das Auf und Ab von Einschränkungen und Lockerungen und hat die Bevölkerung stattdessen langfristig mit zielführenden Maßnahmen vertraut gemacht. Schaut man sich in deutschen Bundesländern den bestehenden Flickenteppich an Maßnahmen an, kann man dem schwedischen Modell sicher etwas abgewinnen.

Masken-Strafen und Lockerungen

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie werden in Deutschland nach wie vor auf Länderebene bestimmt, mit teils recht unterschiedlichen Bestimmungen. Im brandenburgischen Spreewald oder in Cottbus gelten so teils andere Bestimmungen als nebenan im sächsischen Hoyerswerda oder Weißwasser – und in Berlin oder Sachsen-Anhalt können sich Maßnahmen noch deutlicher unterscheiden. Gerade bei Familien- oder Ferienausflügen sollte man sich vorher informieren, am besten nach „Eindämmungsverordnung“ plus jeweiliges Bundesland googeln. Ein gutes Beispiel für die unterschiedlichen Regelungen sind die Strafzahlungen bei Verstoß gegen die Maskenpflicht und die erlaubte Personenzahl bei Veranstaltungen, hier ein kleiner Überblick:

Brandenburg: In Brandenburg kostet der bewusste Verzicht auf eine Corona-Maske mindestens 50 Euro Bußgeld, notorische Verweigerer zahlen bis zu 250 Euro. Sollte man die Maske versehentlich vergessen und der Pflicht nach Aufforderung sofort folgen, soll kein Bußgeld erhoben werden. In Brandenburg sind Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen bis Neujahr 2021 generell verboten. In großen Stadien und Hallen erlaubt Brandenburg aber wieder mehr als 1.000 Fans – ab mehr als 5.000 Plätzen Kapazität dürfen 20 Prozent mit Zuschauern belegt werden. Private Feiern in Wohnung oder Garten sind nur bis zur Obergrenze von 75 Personen gestattet.

Sachsen: Hier wird bei Verstößen gegen die Maskenpflicht im Nahverkehr und in Geschäften ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro erhoben. Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen sind dort erlaubt, wo ein geringes Infektionsaufkommen gegeben ist, allerdings gibt es strenge Regeln für die Gewährleistung der Kontaktverfolgung. Zu Familienfeiern dürfen in Innenräumen bis zu 100 Personen zusammenkommen, Betriebs- und Vereinsfeiern sowie Kinderferienlager sind mit bis zu 50 Personen möglich.

Berlin: In Berliner Bussen und Bahnen werden bei einem Verstoß gegen die Maskenpflicht 50 Euro bis zu 500 Euro fällig. Bei Veranstaltungen können ab 1. Oktober im Innenbereich bis zu 1.000 Personen zusammenkommen, im Außenbereich sogar bis 5.000. Bei privaten Feiern im Innenbereich sind ab 1. Oktober bis zu 1.000 Personen erlaubt, ab 50 Teilnehmer ist ein Hygienekonzept erforderlich.

Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt erhebt als einziges Bundesland keine Strafzahlungen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht. In geschlossenen Räumen dürfen maximal 500 Personen an Veranstaltungen teilnehmen. Ab 1. November können hier wieder Clubs und Diskotheken öffnen und maximal 60 % der zugelassenen Besucherzahl einlassen. Zu professionell organisierten Festen von Hochzeiten über Vereinstreffen bis Fachtagungen dürfen ab 1. November bis zu 1.000 Personen zusammenkommen, zu privaten Feiern bis zu 50 Personen.

Während in Berlin und Brandenburg in Schulen außerhalb des Platzes im Klassenraum und in Berlin auch auf den Pausenhöfen eine Maskenpflicht gilt, gilt für Sachsens Kitas und Schulen weiterhin keine umfassende Maskenpflicht. In Sachsen-Anhalt legen Schulen selbst fest, wo eine Maske zu tragen ist. In Berlin und Brandenburg gelten unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln keine Kontaktbeschränkungen mehr. In Sachsen können sich zwei Hausstände treffen. Auch Treffen mit bis zu 10 Menschen sind erlaubt, drinnen wie draußen. In Sachsen-Anhalt gibt es kein Kontaktverbot, aber die Empfehlung, sich mit nicht mehr als 10 Menschen zu treffen.

In westlichen Bundesländern sind Regelwerke noch komplexer. In München wurde die Stadt zum Redaktionsschluss am 24.9. sogar in Zonen aufgeteilt, in denen man auch im öffentlichen Bereich eine Maske tragen muss.
Mit dem Herbst und Winter könnten die Infektionszahlen an Dynamik gewinnen und damit auch Entscheidungen zu den Maßnahmen. Insofern muss man in der Lausitz künftig aufpassen, in welchem Bundesland man sich gerade befindet.

CO2 in Räumen

In den letzten Wochen ist gerade in Bezug auf Schulen und Arbeitsräume ein neuer Wert diskutiert worden. Vorher galt als grobe Angabe, dass das Luftvolumen eines Raumes wenigstens 20 Mal pro Stunde getauscht werden sollte. Mit dem Herbst und Winter scheint beständiges Stoßlüften in Kita- und Klassenräumen sowie Büros eher unpraktikabel. Deshalb wird derzeit eifrig über Luftreinigungsgeräte debattiert, die Viruspartikel beständig aus der Luft filtern sollen. Befindet sich eine Menschengruppe zu lange in einem Raum, sammelt sich die ausgeatmete Luft mit evtl. Viruspartikeln im Raum – da die Ausatemluft mehr CO2 als die eingeatmete Luft enthält, wird der CO2-Gehalt der Luft als Hinweis auf einen evtl. notwendigen Austausch der Raumluft diskutiert. Steigt der Gehalt auf über 1.000 Teile CO2 auf eine Mio. Teile Luft, sollte die Raumluft getauscht werden. Allerdings ist fraglich, ob dies in Kita- und Schulräumen ständig mit CO2-Messegeräten überwacht werden kann, wer diese bezahlt und ob dann im Zweifel alle 20 Minuten Luftzug das richtige Mittel der Wahl sein kann.

Impfungen

Nach wie vor wird in Impfmitteln deshalb der Heilsbringer gesehen. Inzwischen befinden sich neun Impfprojekte in der letzten Phase 3 mit Massenstudien am Menschen vor allem zur Dokumentation der Wirksamkeit. Die zwei fortgeschrittendsten deutschen Kandidaten „mRNA BNT 162“ von BioNTech & Pfizer (Phase 2-3, derzeit rund 30.000 Testkandidaten) und „mRNA“ von CureVac (Phase 2 mit rund 860 Testkandidaten) haben wie die meisten Impfstoffe noch einen langen Weg vor sich. Bis zur Vorlage eines Massenimpfstoffs für alle Bevölkerungsgruppen kann es noch bis zum Frühsommer oder sogar bis zum Jahresende 2021 dauern. Positive wie negative Überraschungen sind natürlich nicht ausgeschlossen.

Vor diesem Hintergrund bekommt das Thema Impfen aber mit Blick auf die bevorstehende Grippesaison eine völlig neue Relevanz. Wissenschaftler empfehlen dringend die Wahrnehmung einer Grippe-impfung in diesem Jahr, insbesondere für die Risikogruppen der Coronavirus-Pandemie. Selbst wenn eine Coronavirus-Infektion in die Zeit der Grippeimpfung fällt, wird diese Kreuzwirkung als kaum relevant gesehen. Kommen allerdings beide Infektionen durch kursierende, aktive Viren bei einem Patienten zusammen, wird die Wahrscheinlichkeit schwerer Krankheitsverläufe deutlich erhöht. Es ist davon auszugehen, dass in diesem Jahr deshalb auch viele Menschen die Grippeimpfung nutzen werden, die das sonst nicht getan haben. Wer seine Kinder vor der saisonalen Influenza schützen möchte – und die ist für kleine Kinder ja tatsächlich viel relevanter als SARS-CoV-2 – der sollte also rechtzeitig den Weg zum Hausarzt suchen.

In der kommenden November-lausebande werden wir in einem ausführlichen Spezial zum Thema Impfen diesmal auch auf dessen Bedeutung im Rahmen der aktuellen Pandemie eingehen. Wer sich noch einmal über grundsätzliche Fragen der Coronavirus-Pandemie oder die Entwicklung der letzten Monate mit einem besonderen Schwerpunkt auf familiäre Sichtweisen informieren möchte, der kann gern in unserem Corona-Spezial nachklicken. Hier stehen sämtliche Beiträge dieser Serie seit April zur Verfügung.