Das kleine Corona-Update (Stand: 20.11.2020)

Datum: Dienstag, 24. November 2020 14:55

Vorab zum fortlaufenden Coronavirus-Update eine Anmerkung, weil uns immer wieder Nachfragen von Lesern erreichen: Wir wollen hier nicht auf unzählige Fake News aus dem Social Media-Bereich eingehen und unterschiedliche Meinungen diskutieren. Zum einen würden wir dann kein Ende finden, zum anderen erscheint unsere lausebande nur im monatlichen Rhythmus und bei der nach wie vor ungebrochenen Medienflut könnten wir nie auf aktuelle Fake News reagieren. Deshalb geht es uns darum, hier immer wieder einen kurzen Überblick über die Informationen zu geben, die für Eltern relevante Erkenntnisse mit sich bringen können.

Auf eine vermehrte Anfrage haben wir aber gern reagiert: Viele Eltern und auch Arbeitgeber haben inzwischen Probleme, wenn Kitagruppen oder Schulklassen in Quarantäne geschickt werden und Eltern so quasi mit in Quarantäne müssen. Fehlende gesetzliche Richtlinien und dauerbesetzte Hotlines sorgen hier offensichtlich sowohl auf Seiten der Eltern als auch der Arbeitgeber für Unsicherheiten. Aus diesem Grund gibt es auf den Folgeseiten eine möglichst fundierte Aufklärung zu dieser Problemlage. Sollten Sie ähnlich konkrete Anliegen haben, schreiben Sie gern eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Noch immer gilt: seriöse Information

Bei unseren Hinweisen zur richtigen Information bleiben wir bei den Empfehlungen der letzten Ausgaben, die wir hier und da allerdings mit nützlichen Hinweisen ergänzen:

Täglicher Lagebericht des RKI: Die beste, immer tagesaktuelle und umfangreichste Informationsquelle zur Pandemie! Ein aktueller Hinweis: an bestimmten Tagen enthält der Lagebericht Zusatzinfos. Für Eltern besonders spannend ist immer die Dienstagsausgabe. Hier wird die Entwicklung der demografischen Verteilung der Pandemie ausführlich dargestellt und man sieht, wie die Pandemie nun wirklich alle Altersgruppen erfasst. Zudem werden immer dienstags erkannte Infektionen und Sterbefälle in Zusammenhang mit Covid 19 nach Altersgruppen ausgewiesen.

Corona-KiTa-Studie: Diese fortlaufende Studie wird etwa monatlich ausgewertet und gibt Einblicke ins Infektionsgeschehen und Maßnahmen bei Kitas. Wer nach „Corona-Kita-Studie“ googelt, landet direkt auf der entsprechenden Unterseite des RKI.

Podcasts: Hier bleiben wir bei unseren zwei Empfehlungen: Das „Coronavirus-Update“ von NDR-Info erscheint jetzt immer einmal pro Woche, immer am Dienstag. Dabei wechselt sich Virologe Christian Drosten mit seiner Kollegin Sandra Ciesek ab. Hier gibt es sehr ausführliche Einblicke, auch in den aktuellen Stand der Wissenschaft. Der „Corona-Kompass“ mit Prof. Kekule beim MDR ist meist etwas pragmatischer, erscheint drei Mal je Woche am Dienstag, Donnerstag und Samstag und geht auch auf viele individuelle Hörerfragen ein.

Impfstoff: Wer beim Impfstoff abseits beständig aufgebauschter Schlagzeilen auf dem Laufenden bleiben will, kann zwei Angebote nutzen. Unter www.vfa.de, der Webseite der forschenden deutschen Pharma-Unternehmen, gibt es gleich auf der Startseite die Weiterleitung zum Angebot rund um Covid 19 und auch einen Podcast. Auf der internationeln Plattform www.covidvax.org sind alle weltweit durchgeführten Impfprojekte mit ihrem jeweiligen Stand aufgeführt, anhand der Informationen ist jedoch der tatsächliche Stand und Effekt des jeweiligen Impfstoffs nur schwer erkennbar.

Kinder, Jugendliche und die Pandemie

Natürlich schauen wir auch diesmal für Eltern auf Erkenntnisse zu Kindern und Jugendlichen. Eine Hoffnung aus dem Sommer hat sich inzwischen zerschlagen, als Kinder für die Infektion mit SARS-CoV-2 kaum empfänglich schienen. Die internationale Studienlage ist da inwischen völlig klar: Kinder und Jugendliche können sich genauso infizieren wie alle weiteren Altersgruppen, sie entwickeln im Infektionsfall verhältnismäißg ebenso viel Virus und können die Infektion auch weitergeben. Allerdings bestätigt sich auch die gute Nachricht gerade bei Kleinkindern: Kitakinder werden offensichtlich sehr schnell mit dem Virus fertig und erkranken nicht ernsthaft. Es kann sein, dass sie es dadurch in der Praxis auch viel weniger weitergeben. Bis etwa zum zehnten Lebensjahr können Eltern recht sorgenfrei sein, in Medien manchmal aufgebauschte Fälle von schwer erkrankten Kleinkindern sind die extrem seltene Ausnahme, wie sie bei jeder Krankheit vorkommen kann. Der RKI-Tagesbericht belegt das beim Ausweis der Sterbefälle nach Altersgruppen.

Ein völlig anderes Bild gibt es bei Jugendlichen. In vielen europäischen Ländern weisen Jugendliche und junge Erwachsene die höchsten Infektionsraten in der Gesamtbevölkerung auf. Das betrifft die Zielgruppe zwischen 12 und 29 Jahren, aber schon ab 12 Jahren liegt der Anteil deutlich über dem der älteren Generationen.

Kitas und Schulen

Die Erkenntnisse zu den Infektionen bei Kindern und Jugendlichen entsprechen auch den Beobachtungen in Kitas und Schulen. Besonders in den Sekundarstufen werden bundesweit immer mehr Schulklassen in Quarantäne geschickt. Schaut man auf Orte mit temporär hohen Inzidenzen wie Cottbus, wo bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 zwischenzeitlich knapp 3.000 Menschen in Quarantäne waren, so machen Schüler und deren Eltern einen deutlichen Anteil dieser Isolation aus. Während man Kitas und weitestgehend Grundschulen anhand der aktuellen Studienlage als relativ sichere Orte sehen kann, lässt sich für die erweiterte Schule anhand der aktuellen Studienlage nicht aufrecht erhalten, dass sie kein Treiber der Pandemie sei. In vielen Schulen werden dennoch Schüler verschiedener Klassen in Kursen gemischt, im Sportunterricht wird in Brandenburg bei teils 50 Schülern in einer Halle weder Abstand noch Maske gefordert, bevor sich die Schüler schwitzend in schlecht belüfteten, engen Umkleideräumen umkleiden, die stickige Luft empfängt dann die Folgeklasse. Konzepte für Hybridunterricht sind noch nicht sichtbar, den teils katastrofalen Sachstand der digitalen Schule haben wir uns im Herbst in der lausebande angeschaut, hier folgt ein ausführlichen Spezial in der Ausgabe zum Februar 2021.

Impfstoff

Hier gibt es Licht am Horizont. Gleich zwei Impfstoffe haben ihre Wirksamkeit erwiesen. Weitere werden folgen. Experten gehen davon aus, dass mit einer Impfung außerhalb von Studien etwa im April 2021 in Deutschland gerechnet werden kann. Die ersten Impfungen erhalten Risikogruppen, gefolgt von medizinischem und Pflegepersonal. Bis alle Bevölkerungsgruppen mit einer Impfung erreicht werden können, wird es wohl mindestens bis zum Jahresende 2021 brauchen.

Corona-Weihnachten

Vernunftbegabte Familien verzichten in diesem Jahr auf die traditionellen Familienrundreisen, auf große Familienfeiern – und sie schützen vor allem Großeltern und ältere Bekannte sowie Verwandte. Viele Tipps für ein schönes Familien-Weihnachten unter diesen besonderen Bedingungen gibt es ab Seite 44.