Das kleine Corona-Update (Stand: 25. März 2022)

Datum: Montag, 28. März 2022 12:38


Foto: selensorgen, istock

Stand 24. März 2022: Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs gerät die Pandemie derzeit aus dem Fokus der Medien und somit auch aus dem Fokus der Menschen. Zudem macht sich mit den einsetzenden Lockerungen und dem Beginn der warmen Jahreszeit ähnlich dem vergangenen Jahr eine gewisse Pandemiemüdigkeit bemerkbar. Die Wissenschaft liefert im Grund keine neuen Erkenntnisse mehr, sodass selbst der Drosten-Podcast auf NDR-Info mit Erscheinen dieses Magazins vorübergehend eingestellt wird. Vieles erinnert ans vergangene Jahr, in dem auch wir unsere Serie eingestellt hatten – bis das Virus im Herbst dann umso heftiger zurückkam.

Diesmal werden wir – wenn auch im Umfang verringert – am Ball bleiben. Denn die Zahlen zeigen ganz klar, dass das Virus noch nicht mit uns fertig ist. Der RKI-Wochenbericht vom heutigen Tag, dem 24.3.2022, weist erstmals rund 1,5 Mio. Neuinfektionen in einer Woche aus – und nun sind es vor allem die Alten, bei denen ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen ist. So nahmen die Neuinfektionen bei den 75-79-jährigen mit 25% gerade am stärksten unter allen Altersgruppen zu. Ausbrüche in Altenheimen häufen sich wieder, nach wie vor landet ein fester prozentualer Anteil auf der Intensivstation, auch in der zurückliegenden Woche haben die Arztkonsultationen und die Belegung von Intensivbetten in den alten Bevölkerungsanteilen wieder zugenommen. Genau hier wird gestorben. Im März waren das in nur einer Kalenderwoche (KW 7) über 1.300 Todesfälle mit Covid-19. Was kaum noch diskutiert wird: die Belegung der Intensivkapazitäten stagniert seit Mitte Januar auf relativ hohem Niveau und nimmt gerade wieder leicht zu – und mit dem Anstieg der Neuinfektionen unter den Älteren dürfte sich dieser Trend nachschleppend in den kommenden Wochen verstetigen. Die Pandemie wird das Gesundheitssystem auf jeden Fall bis in den Sommer hinein fordern – und bekanntlich wird mit der Dauer der Pandemie das Personal immer weniger. Mit den aktuellen Investitionen in Bundeswehr und Energiewende ist auch kaum noch die Rede von den geforderten Investitionen in Pflegepersonal und Gesundheitssystem.

Was Informierten und Interessierten vor allem Sorge bereitet: Stand Ende März sind in Deutschland noch immer 9,8 Mio. Menschen ungeimpft, davon 2,2 Mio. im Alter jenseits der 60 Jahre. Dabei bestätigen die Zahlen die Impfeffektivität inzwischen beeindruckend, mit Booster beträgt die Effektivität gegen eine Hospitalisierung 87%, nach wie vor landen trotz ihres relativ kleineren Anteils in den einzelnen Bevölkkerungsgruppen vor allem Ungeimpfte auf der Intensivstation und teils später auf der Bare.

Leider sind Sachsen und Brandenburg nach wie vor Schlusslichter bei der Impfquote, was sicher auch desaströsen Impfkampagnen der Bundesländer zuzuschreiben ist – von einer Impfkampagne des Landes Brandenburg hat unser Redaktionsteam bis heute nichts gehört. die Aufklärung hier machen wir freiwillig. Da vor allem wir als Familien und unsere Kinder unter erneuten Kontaktbeschränkungen leiden würden, hilft also nur eins: Impfen. Wenn die Quote Ungeimpfter nach dem Sommer nicht deutlich verringert ist (und das ist absehbar), dann werden wir je nach kommender Virusvariante im Herbst die nächste mehr oder weniger krankmachende, aber auf jeden Fall wieder hohe Welle erleben. Also liebe Eltern: informiert euch, eure Großeltern und schaut auf die inzwischen sehr belastbaren Zahlen zu Kinderimpfungen. Infos gibt es unter:

www.zusammengegencorona.de 

www.impfdashboard.de 

www.impfen-info.de