Best Practise in der Lausitz: zwei Beispiele

Datum: Donnerstag, 30. April 2020 13:05

 
Lehrer und Schüler der Archimedes Grundschule in Forst schöpfen alle digitalen Möglichkeiten aus. 

„Es funktioniert auch mit Grundschülern“

Aus Mitteln des Landesprogramms „medienfit“ und des Schulträgers hat die Archimedes Grundschule in Forst schon vor der Corona-Pandemie alle Schüler ab der 3. Klasse mit iPads ausgestattet, zudem gehörte sie zu den Pilotschulen bei der Erprobung der HPI Schulcloud. Die digitale Vorarbeit ermöglichte es der Schule, relativ kurzfristig auf digitale Beschulung mitsamt Live-Unterricht im digitalen Klassenzimmer umzusteigen.
Für die Jahrgänge 1 und 2 erfolgt die Beschulung noch relativ klassisch mit Materialpaketen bestehend aus Kopiervorlagen und individuellen Aufgaben. Bearbeitete Aufgaben können als Foto per schul.cloud an die Lehrkräfte geschickt werden, dann erfolgen Feedback und Hilfestellung durch die Lehrkräfte. Ab Klasse 3 geht die Schule einen innovativen Weg: Es gibt einen klar strukturierten Notstundenplan, in dem Zeiten markiert sind, zu denen Videokonferenzen mit der ganzen Klasse abgehalten werden. „Es ist unbedingt wichtig, den Schülerinnen und Schülern den direkten Face-to-Face-Kontakt zu den Lehrkräften zu ermöglichen“, begründet Schulleiterin Katrin Böhm ihren digitalen Präsenz-Unterricht.
Als Apps für die Liveschaltung kommen die leicht zu bedienende Anwendung „Jitsi“ sowie „BigBlueButton“ zum Einsatz – der letztere Dienst ist speziell auf Bildungseinrichtungen zugeschnitten und wird aktuell mit den höheren Klassen erprobt. Mit diesem lassen sich auch Präsentationen erstellen und gemeinsam bearbeiten, außerdem können Schüler in Gruppen eingeteilt werden, zwischen denen der Lehrer „wandert“.
Die Schule flankiert ihr Homeschooling-Konzept mit einer intensiven Nutzung der HPI Schulcloud (z.B. für Abgaben und Tests) und dem systematischen Einsatz von Lernplattformen wie „Anton“ oder „Scoyo“. „Die zwei Wochen haben gezeigt, dass auch Schülerinnen und Schüler ab Klasse 3 in der Lage sind, diese Systeme zu nutzen.“ – und doch lernen laut der Schulleiterin sowohl SchülerInnen als auch LehrerInnen jeden Tag etwas dazu. Eine der größten Chancen durch die Schulschließung sieht sie im Kompetenzzuwachs beim Umgang mit digitalen Medien. Wenn die Schulen wieder öffnen, will Katrin Böhm die Vorteile vom Online- und vom Präsenzunterricht zusammenführen: „Erstrebenswert erscheint eine Kombination aus digitalen Lernangeboten mitsamt den innewohnenden Möglichkeiten, z.B. genauer Lernstandsdiagnostik und dem direkten Kontakt zwischen Lehrkräften und SchülerInnen, aber auch unter den SchülerInnen.“