„Ich bin auch tollpatschig“

Datum: Montag, 01. Dezember 2014 09:17

Interview mit Schauspieler Elyas M`Barek

Elyas M`Barek ist momentan der wohl gefragteste Mann in Deutschland – zumindest wurde er gerade zum Mann des Jahres 2014 gewählt. Seit seinem endgültigen Durchbruch als schräger Aushilfslehrer in „Fack Ju Göhte“ folgt ein Filmprojekt dem nächsten. Zwischendurch hat er auch noch Zeit gefunden, dem tollpatschigsten Bären der Filmgeschichte seine Stimme zu leihen. Wenn im Dezember der große Familienfilm „Paddington“ in die deutschen Kinos kommt, dann kommt der kleine Bär mit der Stimme von Elyas M`Barek daher. Für Publikumsliebling M’Barek ist es nach „Hotel Transsilvanien“ und „Die Monster Uni“ die dritte Synchronrolle. Im Trubel zwischen Filmset und PR-Terminen erwischten wir ihn auf ein schnelles Interview:

Winnie Puh oder Paddington – wer war einst in
Ihrem Kinderzimmer der Star? Ich hatte immer nur Poster von Musikbands an der Wand.

Wurden Sie wegen Ihrer Prominenz als deutsche Stimme angefragt oder haben Sie etwas besonders „Bäriges“ in sich? Ich vermute, dass es eine Mischung aus beidem war. Beim Brüllen habe ich mir auf jeden Fall Mühe gegeben.

Sie haben bereits zwei anderen Trickfiguren Ihre Stimme geliehen, faszinieren Sie Trickfilme? Es macht mir vor allem immer viel Spaß, im Studio zu sein und Teil dieser großartigen Filme sein zu können, obwohl ich nicht vor einer Kamera stehe.

Bedeutet so eine Synchronisation auch eine Herausforderung oder ist das eher reiner Spaß?  Arbeit sollte immer Herausforderung sein und trotzdem ganz viel Spaß machen. So war es dann auch.

Kann man auch Einfluss auf die Figur nehmen – wieviel Elyas M`Barek steckt jetzt im deutschen Paddington? Paddington klingt wie ich. Uns unterscheidet eigentlich nur noch das Aussehen.

paddingtonHat es auch umgekehrt abgefärbt? Nicht wirklich. Ich mag Erdbeermarmelade nach wie vor lieber, als Orangenmarmelade.

Paddington passieren viele drollige Missgeschicke, gibt es da Parallelen in Ihrem Leben? Ich bin auch oft etwas tollpatschig, und lasse beispielsweise gerne Handies fallen.

Worüber hätten Sie sich als sechsjähriger Junge in diesem Film am meisten gefreut? Über den ganzen Film! Es ist so toll, wie lebendig Paddington aussieht. Man vergisst total, dass er animiert ist und hat das Gefühl, einen echten Bären zu sehen!

In der englischen Originalfassung wird mit der Synchronstimme nicht geworben, während Sie in Deutschland als großes Zugpferd genutzt werden, ehrt Sie das? Ist mir eigentlich egal, Hauptsache der Film macht Spaß. Der Held des Filmes ist ja trotzdem Paddington.

Wer hatte eigentlich die Idee zu Paddingtons grandioser Ice Bucket Challenge? Das habe ich mir zusammen mit Paddington ausgedacht!

Wenn man Sie mit einem Schild „Bitte kümmern Sie sich um diesen Mann“ auf dem Londoner Bahnhof absetzen würde, wer sollte Sie nach Ihrem Wunsch mitnehmen? Gerne dieselbe Familie wie im Film. Die sind so herrlich durchgeknallt.

Sie haben mit 2,2 Millionen aktuell mehr facebook Fans als jeder andere deutsche Schauspieler und selbst mehr als Brad Pitt, wie wichtig sind solche Zahlen für Sie? Brad Pitt macht die Seite ja auch nicht selbst, sonst wäre das sicherlich anders. Ich freue mich über jeden Like und hoffe, die Seite macht den Leuten weiterhin genauso viel Spaß wie mir.

Ist diese Bekanntheit manchmal auch eine Last? Wenn ich ins Kino gehe, muss ich in der Popcornschlange meistens so viele Selfies mit anderen Besuchern machen, dass ich die Vorschau verpasse. Das ist aber auch das einzige.

Seit Monaten herrscht ein großer Trubel um Ihre Person, genießen Sie dasINTERVIEW2 oder wünschen Sie sich manchmal mehr Ruhe? Ach, das wird sich legen und dann steht wieder jemand anderes im Rampenlicht. Und wenn ich Ruhe will, mache ich das Handy aus und die Wohnungstür zu.

Sie wurden von der GQ gerade zum Mann das Jahres 2014 gewählt, was macht einen eigentlich dazu? Das muss man die Jury fragen. Höflichkeit ist aber wichtig, wie Paddington auch weiß. Er hat gute Chancen, den Preis nächstes Jahr zu gewinnen.

Mit welchem Schauspieler möchten Sie unbedingt einmal zusammen vor der Kamera stehen? George Clooney finde ich toll, Christian Bale auch.

Viele Schauspieler engagieren sich für wohltätige Projekte, welchen gehört Ihr Herz? Ich bin seit kurzem Botschafter von „Dein München E.V.“, einem Verein, der sich um sozial und finanziell benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmert.

Sie haben vor Kurzem ein Bild von sich als zweijähriger Knirps samt Papa am Strand gepostet, wieviel Privates geht für Sie in der Öffentlichkeit okay? Ich freu mich darüber, dass ich viele Momente beispielsweise auf meiner Facebookseite mit anderen teilen kann. Es ist aber auch schön, gewisse Dinge nur mit einer Handvoll Leuten zu erleben.

Als Familienmagazin darf das nicht fehlen: wie steht es bei Ihnen um das Thema Familie? Familie bedeutet für mich Vertrautheit und Rückzugsort und ich hoffe, irgendwann auch eine eigene Familie zu haben.

Vielen Dank für das Interview.