FDP – Linda Teuteberg

Datum: Freitag, 27. August 2021 14:35


Foto Karoline Wolf 

Linda Teuteberg
40 Jahre,verheiratet
Rechtsanwältin, Bundestagsabgeordnete, Mitglied Bundesvorstand der Freien Demokraten

Welche Probleme bewegen nach Ihrer Meinung Lausitzer Familien?
Kein Thema bewegt Familien so sehr wie die Bildungschancen ihrer Kinder. Bekomme ich einen guten Kita-Platz für mein Kind? Sind die Schulen zeitgemäß ausgestattet und haben sie ausreichend gut qualifiziertes pädagogisches Personal? Wie weit sind die Wege zu Kita und Schule? Bekommen die Kinder eine gute Verpflegung? Sprich: Werden wir unserer Verantwortung für Gesundheit und Bildung der kommenden Generation gerecht?

Was werden Sie für Familien, was für die Lausitz tun, wenn Sie regieren dürfen?
In unserem Wahlprogramm fordern wir eine deutliche Entlastung von Familien in allen Lebenslagen (Erziehung, Pflege). Wir setzen uns für eine deutliche Erhöhung der Bildungsausgaben ein, um wenigstens den OECD-Durchschnitt zu erreichen. Die Stärkung der Schulautonomie ist uns sehr wichtig, denn nur vor Ort weiß man wie und wo man am besten die Schülerinnen und Schüler unterstützen kann. Zusätzlich wollen wir den Bildungsföderalismus reformieren. Es soll bundesweit gleiche qualitativ hochwertige Bildungsstandards geben.

Worin unterscheidet sich die Familienpolitik Ihrer Partei von der der anderen?
Als Partei steht für uns immer das Individuum im Vordergrund. Gerade in der Bildungslaufbahn bedeutet dies, dass jedes Kind die gleichen Chancen auf eine gute Bildung haben muss. Dafür müssen je nach familiärem und regionalem Hintergrund entsprechende Angebote zur Unterstützung gemacht werden. Nirgendwo können solche Angebote so zielgerichtet gemacht werden wie in den Schulen selbst. Deshalb stehen wir für Schulbudgets und eine größere Autonomie der Schulen.

In der Coronavirus-Pandemie litten vor allem die Gleichstellung von Frauen und das Wohl der Kinder – wie wollen Sie entstandene Defizite ausgleichen?
Um die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, brauchen wir ein umfassendes Paket außerschulischer Unterstützungsangebote. Auch das Wiederholen von Klassenstufen muss grundsätzlich, aber insbesondere in der aktuellen Situation, entstigmatisiert werden. Nichts ist sozial daran, ein Kind immer wieder zu versetzen, statt ihm die Chance zu geben, den noch nicht gefestigten Stoff zu wiederholen.

Was werden Sie am Bildungssystem für unsere Kinder verändern?
Wir Freie Demokraten fordern, einen Prozentpunkt des bestehenden Mehrwertsteueraufkommens zusätzlich in Bildung zu investieren. Das ermöglicht zusätzliche Investitionen von rund 2,5 Milliarden Euro, die für die umfassende Modernisierung unseres Bildungssystems dringend notwendig sind. So können wir Deutschland in die Top 5 der OECD-Staaten bringen. Außerdem fordern wir bundesweite Abschlussprüfungen für die Mittlere Reife und das Abitur sowie qualitativ hochwertige Bildungsstandards.

Welche drei konkreten Veränderungen in der Familienpolitik wird es mit Ihrer Partei auf jeden Fall geben?

  • deutlich mehr Investition in Bildung
  • Einführung des Kinderchancengeldes (Grundbetrag+Flexibetrag+Chancenpaket)
  • Höhere Steuerfreibeträge für Familien und Alleinerziehende


Wie steht es um Ihre persönliche Nähe zum Thema, sind Sie ein „Familienmensch“?
Familie prägt, sie gibt im besten Falle Wurzeln und Flügel.

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