Felix Sicker

Datum: Dienstag, 30. August 2022 07:53

Felix Sicker
35 Jahre, verheiratet, zwei Kinder
Projektmanager für Digitalisierung und Transformation bei der LEAG, Stadtverordneter, FDP

Welche Probleme bewegen Cottbuser Familien nach Ihrer Meinung?

Wie bekommen meine Kinder die bestmöglichen Entwicklungschancen, um zu selbstbewussten und glücklichen Individuen heranzuwachsen? Bekommen wir den Platz an der Wunsch-KiTa oder Wunschschule? Wie kann ich meine Eltern oder Großeltern unterstützen, damit sie ein langes und selbstbestimmtes Leben führen können? Wie lassen sich diese Themen, mit meiner Kariere und meinen individuellen Wünschen vereinbaren und wo bekomme ich dabei Unterstützung?

Was werden Sie konkret für Familien tun, wenn Sie gewählt werden?

Pflichtaufgabe ist den Investitionsstau in den Bildungseinrichtungen aufzulösen. Die Kitas müssen saniert und genug Plätze in Schulen und Kindertagesstätten zur Verfügung gestellt werden. Kurzfristig kann die Wiederinbetriebnahme der alten Schule in Kahren zur Entlastung der sehr angespannten Lage an unseren Grundschulen, beitragen. Die Klassen müssen endlich kleiner werden. Ich möchte aber auch Familienzentren in möglichst jedem Stadtteil errichten. Damit meine ich, große Freiflächenanlagen mit Spiel- und Bewegungsangeboten für alle Generationen mit hoher Aufenthaltsqualität. Auch öffentliche Toiletten sind dort ein Muss. Die Etablierung eines Jugendparlaments ist mir wichtig, um die Jugendlichen bestmöglich in Entscheidungsprozesse der Stadt einzubinden.

Was sind Ihre Maßstäbe für eine familiengerechte Stadt – wo liegen wir heute und wo 2030 nach Ihren 8 Jahren Amtszeit?

Wir brauchen bessere Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Eltern. Insbesondere die Durchsetzung qualitativer Mindeststandards in Kitas und Schulen, beispielsweise bei Ausstattung und Essen, sind wichtig.

In der Pandemie litten vor allem die Gleichstellung von Frauen und das Wohl der Kinder – wie wollen Sie entstandene Defizite ausgleichen?

Zusammen mit ehrenamtlichen Strukturen gilt es, Angebote zu machen und besser zu bewerben, um die Defizite zu identifizieren und aufzuholen. Egal ob Schulstoff oder Schwimmunterricht, durch Corona darf es keine Verlierer-Generation geben.

In Kitas, Schulen und bei Cottbuser Spielplätzen liegt viel im Argen – was wollen Sie hier verbessern und in welchen Bereichen dafür Abstriche machen?

Von Abstrichen in einer verschuldeten Kommune zu sprechen, die seit Jahren massiv Schulden abbaut, finde ich schwierig. Priorität genießen bei mir aber ganz klar die Bildungseinrichtungen. Wir müssen noch stärker europäische und bundesweite Förderprogramme für Investitionen nutzen. Auch das Thema Sponsoring, durch private Initiativen und Unternehmen, sehe ich bei weitem noch nicht ausgereizt. Gerade bei der Finanzierung von Spielplätzen und den Familienzentren sehe ich hier großes Potential.

Was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger – und was zuerst anpacken?

Gerade bei den Themen Kommunikation und Service sehe ich noch Luft nach oben. Unter anderem deswegen möchte ich mit der „Cottbus-App“ einen neuen Kommunikationskanal schaffen. Als erstes werde ich die Erweiterung der Schulkapazitäten, die Konzeptionierung der Familienzentren, die Etablierung des Jugendparlaments und die Offenlegung des gesamten Investitionsstaus angehen. Denn nur was klar und deutlich benannt und beziffert ist, kann auch angegangen werden. Mir ist klar, Familienpolitik ist kein Luxus.

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