singlemomatwork

Datum: Donnerstag, 28. Mai 2020 13:51

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Wer schreibt: Jenny Krüger lebt mit ihrem Sohn in Berlin. Hauptberuflich ist sie Marketing-Fachfrau, „nebenberuflich“ Single Mom.
Themen: Mit dem Bloggen begann sie kurz nach der Trennung vom Vater ihres Sohnes vor zweieinhalb Jahren. Ihrem Sohn zuliebe hat sie ihren Ex nicht zum Teufel gejagt, sondern dafür gesorgt, dass sie ihm weiterhin eine Familie sind. Über diese und weitere Herausforderungen berufstätiger Single-Mütter berichtet sie etwa ein Mal monatlich in unterhaltsamen, aber auch nachdenklichen Texten.

Gastbeitrag:

Einfach machen! Oder: Warum mein Trip nach Thailand auch eine Reise zu mir selbst war

Gemeinsam mit meinem Sohn warte ich auf unseren Flieger nach Bangkok. Meine Reisepläne haben für kontroverse Meinungen gesorgt. „Du kannst doch nicht…“ – Doch, ich kann! Und ich werde. Und nun ist es eben so. Ich denke an die letzten Wochen. Bei mir ging es bergab, beim Kindsvater bergauf. Ein Ungleichgewicht, dass mich aus der Bahn warf. Antriebslos blieb ich morgens liegen, schwamm im Selbstmitleid. Dann entschied ich, so darf es nicht weiter gehen. Begleitet wurde ich in dieser Zeit von einem Buch, dass meine Sicht auf das Leben veränderte. Mir wurde bewusst, dass ich in meiner letzten Beziehung nicht mehr existierte. Es gab weder Ziele noch Träume, nur Etappen. Heute finde ich mich langsam wieder. Und genau deswegen sitze ich heute am Flughafen.
Ich habe schon immer für das hier und jetzt gelebt. Sparen kann ich, wenn es einen Sinn hat. Doch ich hatte nie genug Geld. Heute verdiene ich gut, habe aber meine Sicht auf die Dinge verändert. Wozu ein Haus bauen oder Geld anlegen? Um dann mit 65 festzustellen, dass ich zu krank bin, um zu leben? Nein, das Heute zählt. Jeden Tag beobachte ich, wie Menschen sich ihren Rollen und Verpflichtungen fügen, sich gefangen halten in einem Leben, das sie verabscheuen. Das Resultat ist oft Verbitterung und Wut. Kommt diese Spirale einmal in Gang, ist sie schwer zu stoppen. Es folgt Isolation, dann Depression. Und am Ende? Haben sie das Leben verpasst. Ich fordere nicht, hört auf zu arbeiten. Aber macht doch etwas, was euch Spaß macht. Fangt an, kleine Dinge zu verändern. Schreibt auf, was euch so unglücklich macht und kehrt es um.
Ich für meinen Teil habe mir bewusst gemacht, was oder wer mein Leben bereichert. Und ich handle danach. Ich kann mir vorstellen, dass diese Einstellung auf viele egoistisch wirkt. Aber ich blicke in 30 Jahren auf mein Leben zurück. Und nicht die anderen auf meins. Ich bin für mein eigenes Glück verantwortlich, nicht für deren. Und ich habe keine Zeit für irgendwann.

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