Das Kultur-Erlebnis-Quartett für Familien

Datum: Dienstag, 06. September 2022 12:07


Fotos: LKEE/Franke

Diese vier Museen im Elbe-Elster-Land erzählen spannende Geschichte(n)

In Kaspers Welten: Mitteldeutsches Marionettentheatermuseum

Kaspers Herkunft wird hier endlich geklärt: Tanzte er als Narr dem Teufel des Mittelalters auf der Nase herum, oder kroch er einfach aus einem Ei? Was hat es mit seinem Großvater Hanswurst auf sich? Wieso putzt der Kasper heute Zähne und regelt den Verkehr? „Kaspers Welten“ im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum stecken voller Entdeckungen. Hier darf angefasst, ausprobiert und mitgemacht werden! Als kleiner Narr im bunten Kostüm herumkaspern, dem eigenen Schatten hinterherspüren, Armmuskeltraining mit schweren Marionetten oder Zielwerfen auf dem Jahrmarkt – alles möglich. Ganz nebenbei wird auch was gelernt. Zum Beispiel, warum die Menschen des Mittelalters bei der Fastnacht so richtig den Narren rausließen, wieso es ab dem 18. Jahrhundert rund um Liebenwerda Komödiantennester gab, und weshalb man in Vietnam beim Puppenspiel im Wasser steht. Auch die Augen kommen nicht zu kurz. Wunderschöne Figuren wollen in der wie eine Theaterkulisse angelegten Ausstellung bewundert werden. Danach kann der Lubwartturm gleich neben dem Museum bestiegen und der Rundumblick über Stadt und Umland genossen werden – akustisch begleitet vom kleinen Turmgespenst Hohnepiepel.

Burgplatz 2, 04924 Bad Liebenwerda, Tel. 035341/12455

Am Hof des Herzogs: Das Museum Schloss Doberlug entdecken

Über der barocken Doberluger Planstadt erhebt sich ein prachtvolles Schloss. Erbaut hat es der Sohn eines sächsischen Kurfürsten. Die Wurzeln des Schlosses finden sich in der wenige Schritte entfernten Kirche des ehemaligen Klosters Dobrilugk, das die Region fast 400 Jahre prägte. Wie lebten die Mönche, und warum steckt das ehemalige Abtshaus heute im Schloss? Wieso schenkte der sächsische Kurfürst seinem Sohn eine Baustelle in Doberlug? Diese Geschichten wollen entdeckt werden – die ständige Ausstellung „Doberlug und das sächsische Brandenburg“ ist dafür genau richtig. Akustisch begleitet von der kleinen Dohle Mona, treten junge Besucher eine Zeitreise an, die vor mehr als 800 Jahren beginnt. Bei Mitmachangeboten erfahren die jungen Gäste, wie sich die Herzöge von Sachsen-Merseburg die Zeit mit Jagden und Spielen vertrieben, was auf die Tafel kam und wie man sich für den höfischen Ball schmückte.

Schlossplatz 1, 03253 Doberlug-Kirchhain, Tel. 035322/6888520

Einkaufen wie früher: Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde

Hier piepst kein Warenscanner – aber die alte Ladenglocke läutet wie eh und je. Als G. F. Wittke 1850 sein Material-, Tabak-, Cigarren- und Destillations-Geschäft gründete, ahnte er nicht, dass es einst das Kernstück des Sänger- und Kaufmannsmuseums in Finsterwalde bilden würde. Heute entdecken junge Besucher hier einen original eingerichteten Kaufmannsladen mit Interieur der Gründerzeit und den Waren und Werbe-Utensilien aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie erfahren, warum unsere Vorfahren keinen Verpackungsmüll kannten, wieso die Lange Straße der Sängerstadt an manchen Tagen durchdringend nach frisch geröstetem Kaffee roch und warum der Kaufmann im Winter Eis aus den umliegenden Teichen kaufte. Eine Drogerie mit DDR-Produkten, historische Verkaufsautomaten und Werbeschilder sowie alte Kaffeeröstofen der Firma Wittke ergänzen die Themen Einzelhandel und Werbung. Natürlich fehlen auch die berühmten Finsterwalder Sänger nicht: Warum Pampel, Knarrig und Strippe den Berliner Hit des Jahres 1899 landeten und was die Finsterwalder aus diesem Gassenhauer machten, wird im Museum erzählt. Weiter geht’s von dort in den „Chorwurm“, in dem Besucher der Geschichte des gemeinsamen Gesangs vom Mittelalter bis zur Gegenwart nachspüren.

Lange Straße 6/8, 03238 Finsterwalde, Tel. 03531/30783

Die Schlacht des Kaisers: Zu Gast im Museum Mühlberg 1547

Warum schwammen im Jahr 1547 bei Mühlberg Tausende Spanier durch die Elbe? Wieso trafen hier zwei große Heere – eins katholisch, das andere evangelisch – aufeinander, und wer gewann? Warum kann man das Ergebnis heute noch auf der Landkarte der Bundesländer sehen? Und was hatte der Mühlberger Barthel Strauchmann damit zu tun? Europäische und Mühlberger Geschichte sind in der alten Propstei des Elbestädtchens zum Greifen nah. Damit sie sich auch für die jungen Gäste des Museums erschließt, bietet das Museum für Besucher ab etwa zehn Jahren einen kindgerechten Audioguide und eine damit verbundene Wissensrallye durch das Haus an. Spielerisch und unterhaltsam arbeiten sich die jungen Entdecker durch die Geschichte. Sie erfahren, warum sich Kaiser Karl V. in Mühlberg auf dem Höhepunkt seiner Macht befand, wie sich das Leben in der Doppelstadt an und mit der Elbe gestaltete, und warum zur Mühlberger Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts auch zwei Gefangenenlager gehören. Wer bei der Rallye gut aufpasst, wird mit einem kleinen Preis belohnt. Wer möchte, kann in Begleitung der Museumspädagogin ins Mühlberg des 16. Jahrhundert reisen und dort nach einem Schatz suchen.

Klosterstraße 9, 04931 Mühlberg/Elbe, Tel. 035342/837000

Öffnungszeiten der vorgestellten Museen:

  • April bis September | Di – So 10.00–18.00 Uhr
  • Oktober bis März | Di – So 11.00–17.00 Uhr
  • Gruppen nach Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten.
  • Mitmachangebote für Kinder ab 6 Jahren und nur nach Voranmeldung

www.museumsverbund-lkee.de