Natürlich gesund

Datum: Donnerstag, 30. April 2020 11:13


„An apple a day keeps the doctor away“: Täglich drei bis fünf Portionen Obst und Gemüse sichern eine ausreichende Nährstoffversorgung. © Designed by Freepik

Mit Naturheilkunde durch die Corona-Zeit

Dank Corona rücken aktuell jene Aspekte in den Vordergrund, die einem gesunden Miteinander auch sonst guttun würden: Hygiene-Regeln, gesunder Lebensstil und ein starkes Immunsystem. Denn neben Alten und Vorerkrankten gelten auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem als besonders anfällig für einen schweren Verlauf der Infektion.

Wozu brauchen wir das Immunsystem?
Grund genug, sich etwas genauer mit dem Immunsystem zu beschäftigen – und mit der Frage, wie wir es in seiner Arbeit unterstützen können und welche Mittel und Therapien die Naturheilkunde dafür anbietet. Das Immunsystem ist quasi der Abwehrschild unseres Körpers. Es schützt uns vor fremden, unwillkommenen Eindringlingen wie Viren, Bakterien, Pilzen und Parasiten. Um uns vor solchen Eindringlingen zu schützen, stehen dem Immunsystem verschiedene Werkzeuge zur Verfügung. Das sind zunächst physische Barrieren wie unsere Haut, die Schleimhäute, die Nasenhärchen oder auch die Magensäure. Sie verhindern ein Eindringen der Angreifer in sensible Bereiche, in denen sie Schaden anrichten können – wie unsere Organe. Zudem produziert unser Körper sogenannte Abwehr- oder Fresszellen, die unerwünschte Viren und Bakterien umschließen und unschädlich machen. Zu guter letzt kann unser Körper eine Abwehr gegen bestimmte Erkrankungen aufbauen. Dazu können die weißen Blutkörperchen Antikörper aufbauen, quasi ein Gedächtnis. Versuchen diese Eindringlinge später noch einmal unseren Körper anzugreifen, erinnert sich unser Immunsystem und kann die Antikörper schnell bilden. Dieses Prinzip macht man sich bei Impfungen zu Nutzen. Und es funktioniert offensichtlich auch bei Covid-19. Vieles deutet darauf hin, dass Menschen, die einmal daran erkrankt sind, für mehrere Jahre immun werden.
Dass die Immunabwehr erst trainiert werden muss, wissen Eltern kleiner Kinder aus leidvoller Erfahrung. Spätestens wenn die lieben Kleinen das erste Mal in eine Krippe oder Kita kommen, werden sie so vielen Erregern ausgesetzt, dass sie gefühlt mindestens ein Mal im Monat krank sind. Was für die Eltern eine Herausforderung ist, das ist für das kindliche Immunsystem ein gutes Training. In der Regel werden die Abstände zwischen den Infekten mit zunehmendem Alter größer. Der Körper kennt dann viele Erreger schon und kann sie leichter abwehren.
Unser Immunsystem läuft quasi täglich zu Hochleistungen auf. Es schützt uns – oft unbemerkt – vor Viren und Co. Bei einigen Erregern braucht es etwas länger, um diese wieder loszuwerden. Das merken wir daran, dass wir krank werden und Symptome wie Fieber, Schnupfen oder Husten zeigen. Mit diesen Reaktionen versucht der Körper, die Eindringlinge loszuwerden. Durch ein stabiles Immunsystem können Eltern entspannt bleiben, wenn die Kleinen mal zu viel vom Kuchenteig mit rohem Ei genascht haben oder eine Schippe Sand probiert haben. In der Regel kommt das Immunsystem damit gut klar. Auf Dauer kann übertriebene Hygiene dem Immunsystem sogar schaden. Daher sollte nach dem Ende der Pandemie die Anwendung von Desinfektionsspray wieder auf ein normales Maß reduziert werden.
Heikel wird es, wenn das Immunsystem nicht (mehr) gut funktioniert. Das kann kurzfristig bei Infekten der Fall sein. Dann braucht der Körper Ruhe, um sich voll und ganz auf die Abwehr der Erreger konzentrieren zu können. Bei bestimmten Erkrankungen wie HIV oder Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ I und Rheuma funktioniert das Immunsystem nur eingeschränkt. Das gleiche gilt, wenn man bestimmte Medikamente (sogenannte Immunsuppressiva) oder Therapien (wie Chemo bei Krebs) braucht. Daher zählen neben Älteren auch Menschen mit Vorerkrankungen, Krebs oder bestimmter Medikation zur Risikogruppe einer schweren Corona-Infektion.