Familien-Weihnachtsspezial 2022

Datum: Dienstag, 06. Dezember 2022 09:06


Was hält das Weihnachtsfest 2022 für Familien bereit? Wir schärfen in diesem Spezial den Blick für das Wesentliche. Foto (c) katiafonti, istock

Ein Ratgeber für Geschenke & Feiern in Krisenzeiten

Es ist schon wieder Weihnachten? Kaum ein Jahr zog gefühlt so schnell an Familien vorbei wie jenes, welches sich nun dem Ende zuneigt. Inmitten von Corona-, Klima- und Energiekrise wurden wir von Informationswellen überflutet, denen der ein oder andere längst überdrüssig ist. Zum Glück, könnte man meinen, stehen mit dem Weihnachtsfest nun endlich ruhigere Tage bevor, die zum Innehalten und Beisammensein einladen. Das ist nach zwei Heiligabenden des Abstandhaltens und der Personenobergrenzen auch dringend mal wieder nötig, um ein Gefühl der Normalität zurückzugewinnen. Dennoch geht die Weihnachtsvorfreude 2022 mit einigen Makeln daher, welchen wir mit pragmatischen Tipps entgegnen wollen, um neben dem Spaß am Schenken und guten Gesprächen auch ein gutes Gewissen unter den Kerzenschimmer zu holen. Was muss pandemietechnisch noch beachtet werden? Und worin sollte man das spürbar weniger werdende Geld zur Weihnachtszeit investieren?

Corona: keine große Sache mehr?

Von einer Pandemie sprechen in Sachen Corona längst mehr nicht alle. Laut STIKO-Chef Thomas Mertens handle es sich mittlerweile um eine „endemische Virusinfektion“ – in der vor allem Eigenverantwortlichkeit gefragt sei. Eine Pandemie kennzeichnet sich dadurch, dass ein weltweit unbekannter Erreger in eine Population einbricht, die keine immunologische Erfahrung damit hat. Diese Situation sieht Mertens nicht mehr gegeben.

Tatsächlich haben schätzungsweise 95 Prozent der Deutschen mittlerweile Antikörper gegen das Coronavirus gebildet – und damit einen grundlegenden Schutz gegen schwere Verläufe entwickelt. Das liegt zum einen an den konstant moderaten Ansteckungszahlen, die uns über das gesamte Jahr begleiten. Für die andere Seite der Betrachtung können wir uns ein Jahr zurückbesinnen: Ende 2021 bemühten sich Jung und Alt um ihre Impfungen. Rückblickend betrachtet bringt uns das nun in die Lage, wieder ein normales Weihnachtsfest planen zu können.

Dennoch hat das Coronavirus seinen Schrecken längst noch nicht verloren. Der Omikron-Abkömmling BQ.1.1, der sich aktuell auf dem Vormarsch befindet, hat das Potenzial, für eine neuerliche Welle im Winter zu sorgen. Aktuell befinden wir uns übrigens offiziell in der sechsten Welle – sie begann Ende Juni 2022 und läuft seitdem auf hohem Niveau aus. Immerhin: Für eine erhöhte Krankheitsschwere dieser Variante gibt es bisher keine Hinweise. Das bedeutet, dass Familien weiterhin vor allem Rücksicht auf ältere Menschen und solche mit Vorerkrankung nehmen müssen. Doch auch die Risikopatienten selbst können tätig werden – indem sie sich ihre zweite Boosterimpfung abholen.

Vor dem Fest auffrischen lassen

Die vierte Impfung fand bei Weitem nicht so viel Anklang wie die Impfungen eins bis drei. Allerdings gibt es von der STIKO auch lediglich für Risikopatienten und Menschen mit häufigem Kontakt zu diesen eine Impfempfehlung. Der zweite Booster ist laut der STIKO ratsam für alle:

  • Menschen, die mindestens 60 Jahre alt sind
  • Betroffene mit einer Immunschwäche
  • Bewohner von Pflegeheimen
  • Mitarbeiter in medizinischen oder pflegerischen Einrichtungen


Gut 24 Millionen Deutsche sind 60 Jahre oder älter – bei etwas mehr als 83 Millionen Einwohnern ergibt das einen Anteil von 29 Prozent. Eine zweite Auffrischungsimpfung haben sich bisher jedoch nur 13,4 Prozent (11,2 Millionen) geholt. In Brandenburg (9,9 Prozent) und Sachsen (7,1 Prozent) sind es verhältnismäßig deutlich weniger. Bei der Rate der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus liegen Sachsen und Brandenburg hingegen auf den vorderen Plätzen. Wir wollen diesen Gedanken im Sinne der weihnachtlichen Entspannung gar nicht weiterführen. Jedoch weisen wir darauf hin, dass es mit dem zweiten Booster noch ein wirksames und bisher wenig genutztes Mittel gibt, um dem heiligen Fest nicht ein böses Erwachen folgen zu lassen. Im Endeffekt ist es für alle eine individuelle Entscheidung: Möchte man sich und andere zusätzlich schützen und sich dafür die vierte Impfung holen? Wenn dem nicht so ist: Gehe ich als älteres oder gefährdetes Familienmitglied das Risiko einer Ansteckung bei einer größeren Feier ein?

Wenn schon Impfen, dann richtig

Parallel zu einer möglichen siebten Coronawelle rücken nun auch Erkältungsviren wieder auf unser Radar. Allen voran steht das hochansteckende Influenza-Virus (Grippe). Nach zwei Jahren Maske, Abstand und Händewaschen setzte die saisonale Grippewelle in 2022 sehr früh ein, weswegen Wissenschaftler von einer besonders schweren Grippezeit über den Jahreswechsel ausgehen. Auch hier ist eine Impfung für Risikopatienten ratsam – sie verringert das Risiko einer Ansteckung und vor allem eines schweren Verlaufes.

Im Umkehrschluss haben die vergangenen Jahre gezeigt, was nicht nur gegen Corona, sondern generell gegen Atemwegserkrankungen hilft: die umfangreichen Hygieneregeln. Einen Teil davon können Familien ins Weihnachtsfest integrieren, ohne sich die Stimmung trüben lassen zu müssen. Wer hat schon Lust auf Erkältung, Grippe, Corona und Co.?

Hygiene unter'm Weihnachtsbaum

  • regelmäßiges Handewäschen mit Seife
  • Einhalten der Husten- und Niesetikette
  • regelmäßiges Stoß-/Querlüften der Räume