lausebande_2020-11_ebook

rigkeit liegt hier in der Risikobewertung: Impfungen werden fast alle Kindern gegeben. Es ist somit nicht verwunderlich, dass Gesundheitsstörungen und Er- krankungen, die im Kindesalter gehäuft auftreten, zufällig im zeitlichen Zusammenhang mit einer Imp- fung registriert werden. Ein echter ursächlicher Zu- sammenhang muss deshalb nicht bestehen. „Impfstoffe enthalten gefährliche Chemikalien, mit de- nen die Kinder wissentlich vergiftet werden.“ In einigen Impfstoffen sind Formaldehyd, Alumini- um, Phenol oder Quecksilber enthalten – allerdings in äußerst geringen Konzentrationen (weit unterhalb toxikologischer Grenzwerte). Die Substanzen dienen beispielsweise dazu, Impfviren abzutöten (Formal- dehyd), die Immunantwort zu verstärken (Alumini- umhydroxid) oder den Impfstoff haltbar zu machen (Phenol). Vor einigen Jahren hatten zwei amerikanische Me- diziner die These aufgestellt, der in den USA regis- trierte Anstieg von Autismusfällen hänge mit dem quecksilberhaltigen Konservierungsmittel „Thiomer- sal“ zusammen, der in manchen Impfstoffen vorhan- den ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO, das US-amerikanische „Institute of Medicine“ sowie die europäische Arzneimittelbehörde EMA sind inzwi- schen allerdings unabhängig voneinander zu dem Schluss gelangt, dass die verfügbaren Studien gegen einen solchen Zusammenhang sprechen. Gleichwohl haben die Pharmahersteller auf die heftige Debatte reagiert: Für alle generell empfohlenen Schutzimp- fungen sind inzwischen quecksilberfreie Impfstoffe verfügbar. „Die meisten Krankheiten, gegen die geimpft wird, tre- ten in Deutschland gar nicht mehr auf.“ Einige Infektionen wie Kinderlähmung kommen seit vielen Jahren in Deutschland nicht mehr vor oder sind, wie Diphtherie, hierzulande eine Rarität ge- worden. Allerdings ist dies bereits das Resultat von Impfprogrammen. Sinkende Impfquoten bergen prinzipiell auch die Gefahr neuer Epidemien. Das zei- gen beispielsweise Poliomyelitis-Ausbrüche in den Jahren 1978 und 1992 in niederländischen Gemein- den, in denen aufgrund religiöser Vorbehalte Imp- fungen abgelehnt wurden. Bei der ersten Epidemie erkrankten 110 Personen, bei der zweiten 71 Personen an Kinderlähmung. Auch nachdem die Weltgesund- heitsorganisation (WHO) die WHO-Region Europa 2002 als poliofrei anerkannt hatte, kam es zu einer Einschleppung von Poliowildviren. Im Zuge solcher Epidemien können durch den internationalen Reise- verkehr Infektionen auch nach Deutschland einge- schleppt werden. „Mit Impfungen will die Pharmaindustrie nur Geschäfte machen.“ Von den knapp 194 Mrd. Euro, die die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Jahr 2014 ausgege- ben hat, entfielen 33 Mrd. Euro (17%) auf Arzneimit- tel und lediglich etwas mehr als 1 Mrd. Euro (0,65%) auf Impfstoffe. Ein Grund dafür ist, dass Medika- mente etwa von chronisch Kranken ein Leben lang eingenommen werden müssen, während Impfstoffe in der Regel nur wenige Male verabreicht werden. Aus Sicht der Pharmaindustrie ist das Geschäft mit Impfstoffen auch deshalb weniger attraktiv, weil de- ren Herstellung weitaus komplexer und teurer ist als die von Arzneimitteln. Andererseits sollte auch nicht außer Acht gelassen werden, dass durch Impfungen kostenintensive Behandlungen sowie auch Leid von Patienten vermieden werden. Quelle: RKI und PEI Eines der Hauptargumente von Impfgegnern sind mögliche Impfschäden. Natürlich kann es bei Imp- fungen wie auch bei jedem Medikament zu Neben- wirkungen oder sogar schweren Folgeschäden kom- men. Die meisten Nebenwirkungen beschränken sich auf Rötungen, Schwellungen oder leichte Schmerzen an der Einstichstelle, seltener kommt es zu leichten Krankheitssymptomen wie Fieber oder Durchfall. Nach einer Masern-Impfung wurden gelegentlich masernähnliche Symptome beobachtet. Diese soge- nannten Impfmasern sind aber harmlos und nicht ansteckend. Schwere, chronische Folgeschäden oder gar tödliche Verläufe nach einer Impfung sind aus- gesprochen selten und in den wenigen bekannten Fällen ist ein Zusammenhang mit der Impfung Aktuelles :: Seite 40 » Hautausschlag 98% 5% und abgeschwächt Fieber 98% 3-15% Abfall der Blutplättchen 1 von 3.000 1-2 von 50.000 Hirnhautentzündung 1 von 1.000 1 von 1 Million Tod 1-2 von 20.000 0 Gegenüberstellung von Komplikationen bei Masern- Erkrankungen mit und ohne MMR-Impfung

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