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Aktuelles :: Seite 43 logie-Unternehmen BioNTech entwickelte Impfstoff und ein Kandidat aus Großbritannien. In einem so- genannten Rolling-Review-Verfahren werden noch vor dem offiziellen Zulassungsantrag die Daten aus der klinischen Prüfung fortlaufend eingereicht und bewertet. „Bei einem Notfall wie einer gesundheitli- chen Bedrohung der Bevölkerung sind beschleunigte Verfahren möglich“, heißt es dazu in einer Mitteilung des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts. Zulassung eines Impfstoffs Klinische Phase I: Wurde der Impfstoff im Labor und in Tierversuchen als unbedenklich eingestuft, beginnen Studien am Menschen. Der Impfstoff wird zunächst maximal 100 jungen, gesunden Freiwilli- gen verabreicht, um mögliche Nebenwirkungen fest- zustellen und die optimale Dosierung festzulegen Klinische Phase II: An höchstens 1.000 Freiwilligen wird die Immunreaktion getestet und untersucht, ob sie nach der Impfung Antikörper bilden. Klinische Phase III: Hier soll herausgefunden wer- den, ob der Impfstoff tatsächlich vor einer Erkrankung schützt und falls ja, wie lange der Schutz anhält. Zulassung: Nach Abschluss der klinischen Phasen bereitet der Impfstoff-Hersteller die gesammelten Da- ten auf und kann mit ihnen die offizielle Zulassung für den freien Markt beantragen. Die zuständige Be- hörde prüft diese Daten. Corona und die Grippewelle Corona-Skeptiker bringen als Argument oft an, beim Corona-Virus handele es sich um eine relativ harmlo- se Erkrankung, die kaum gefährlicher als die Grippe sei. Tatsächlich hat ein Großteil der Infizierten keine oder nur wenige Symptome – auch deshalb bleiben manche Infektionen unerkannt. Aber bei einigen Menschen verläuft Corona schwer, teilweise töd- impfen zu lassen. Wir wollen solche Anzeigen nicht auf unserer Plattform.“ Impfstoff Corona: Aktueller Forschungsstand Weltweit wird an einem Impfstoff gegen SARS-CoV-2 geforscht. Noch nie wurde so intensiv an einem Impfstoff gearbeitet wie derzeit. Aktuell geht man von einer Zulassung und Massenherstellung erster Impfstoffe frühestens Ende 2020, eher Anfang 2021 aus. Das entspräche einer Entwicklungszeit von etwa einem Jahr, weitere Impfstoffe könnten bis Ende 2021 folgen. Das erscheint angesichts der derzeitigen Einschränkungen lang, ist aber im Vergleich zur üb- lichen Dauer sehr schnell. Normalerweise vergehen von der Impfstoffentwicklung bis zur Zulassung 15 bis 20 Jahre. Aktuell wird international an mehr als 200 Corona- Impfstoffen geforscht. Mit Stand 22.10.2020 befinden sich 46 in der klinischen Testphase am Menschen, davon zehn in der entscheidenden Phase 3 bzw. 2-3. Aus Deutschland sind fünf Kandidaten dabei, wobei sich mit den Impfstoffen von CureVac und BioNTech zwei in Phase 2 bzw. 3 befinden. In Phase 3 werden zehntausende Freiwillige geimpft, um festzustellen, ob der Impfstoff tatsächlich wirkt. Die Herausforde- rung dabei: Dazu müssen sich die geimpften Proban- den mit dem Coronavirus infizieren – diese Phase kann trotz der aktuellen Entwicklung geraume Zeit in Anspruch nehmen. Daher wurde bereits diskutiert, die Freiwilligen bewusst mit Corona zu infizieren. So- lange es aber keine wirksame medikamentöse Thera- pie gibt, gilt dies als ethisch nicht vertretbar. Wurden die klinischen Testphasen erfolgreich ab- geschlossen, beginnt der Zulassungsprozess. Seit Anfang Oktober befinden sich zwei getestete Impf- stoffe im Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur – der vom Mainzer Biotechno- Impfstoff Unternehmen Phase Testpersonen mRNABNT162 BioNTech/Pfitzer II/III und beschleunigte Zulassung 30.189 mRNA CureVac II 859 IMP CoVac-1 UniklinikTübingen u.a. I 36 GRAdCov2 Leukocare u.a. I 90 MVA-SARS-2-S IDT Biologika, Dt. Zentrum für Infektionsforschung u.a. I 30 » Corona-Impfstoff-Kandidaten mit deutscher Beteiligung, die bereits in der klinischen Erprobung sind
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