lausebande_2020-11_ebook

Titelthema :: Seite 53 seinem Zuhause zumindest beträchtlich reduzie- ren und teils gänzlich vermeiden. Rauchen beispielsweise erhöht die Konzentration von Benzol in der Wohnungsluft. In frisch renovier- ten oder sanierten Kinderzimmern wurden eben- falls deutlich erhöhte Wert an Benzol und anderen kritischen Stoffen wie Alkohol, Keton oder Butanol ermittelt. Auch die Verwendung von Duftstoffen (z.B. Raumsprays, Aromaöle oder Duftstäbchen) erhöht diese Werte signifikant. In Wohnungen mit vielen Vollholzmöbeln und Ökoprodukten lagen die Werte für flüchtige Verbindungen und andere kritische Stoffe deutlich niedriger. Dort wiederum sind die Terpene erhöht. Diese u.a. in Nadelholz natürlich vorkommenden Kohlenwasserstoffe werden vermehrt als ökologisch empfehlenswerte Lösungsmittel genutzt, haben allerdings ein hohes allergenes Potenzial. Eine Studie eines Anbieters wohngesunder Häuser bestätigt die Ergebnisse des Umweltbundesam- tes. Dort wurde die Luft in zwei frisch renovierten Kinderzimmern verglichen – eines wurde mit Stan- dardfarben, -tapeten und -böden ausgestattet, das andere mit besonders schadstoffarmen. Für vier Wochen wurde – bei regelmäßigem Lüften – die Konzentration von Schadstoffen in beiden Zim- mern gemessen. Im Standard-Zimmer wurden deutlich höhere Konzentrationen an Formaldehyd und Lösemitteln gemessen, die im Laufe der vier Wochen trotz Lüftens sogar noch zunahmen und am Ende 15 Mal höher lagen als in dem wohnge- sund renovierten Kinderzimmer. Nachdem wir in den letzten beiden Aus- gaben unserer „lausebande“ gezeigt haben, wie der Wandel neue Zukunfts- perspektiven für Lausitzer Familien schafft und warum die Region der optimale Ort für das eige- ne Zuhause ist, geht es dieses Mal um das The- ma Wohngesundheit. Dabei wollen wir uns drei grundlegende Aspekte genauer anschauen: Luft, Licht und Wasser – genau die Zutaten eines bunt schillernden Regenbogens. Sie sind unsere drei wichtigsten „Lebensmittel“. Luft Wie stark sind Wohnungen und Häuser mit Schad- stoffen belastet? Eine der wichtigsten Studien dazu wird vom Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut erhoben. Seit Mitte der 1980er Jahre untersucht es regelmäßig in Privatwohnun- gen die Luft, den Hausstaub, das Trinkwasser so- wie Blut und Urin der Bewohner. Die Ergebnisse sind ziemlich ernüchternd, teils erschreckend. So ergab die jüngste Untersuchung im Zeitraum 2014- 2017 beispielweise, dass Weichmacher und andere kritische Stoffe in fast allen Urinproben von Kin- dern und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren festgestellt wurden. Hier die wichtigsten Erkennt- nisse im Überblick. Dicke Luft im Kinderzimmer – die Studienlage Die schlechte Nachrichte zuerst: Kritische Stoffe wie Weichmacher, Schwermetalle, Schimmel- sporen oder gefährliche Kohlenwasserstoffe sind mittlerweile omnipräsent: Sie kommen in fast al- len Dingen vor, mit denen wir täglich Kontakt ha- ben: Fußboden, Möbel, Kleidung, Lebensmittel, Spielzeug, Büromaterial. Wir können sie weder sehen noch riechen, dennoch reichern sie sich mit der Zeit im Körper an und können dort Folgen für die Gesundheit und die körperliche Entwicklung haben. Die gute Nachricht: Wer ein paar Dinge beachtet, kann die Konzentration dieser kritischen Stoffe in Redaktion: Anett Linke Für ein gesundes Zuhause Der Einfluss von Licht, Luft und Wasser auf unser Wohlbefinden » EinflussfaktorenaufflüchtigeorganischeVerbindungen(TVOC) Positiv: Verwendung von Ökoprodukten, Holzfußböden und -verkleidungen, Möbel ausVollholz Negativ: Verwendung von Duft- und Aromastoffen, Linoleum- und Korkfußboden, häufigeVerwendung chemischer Haushaltsprodukte, Farbanstrich an Decken undWänden, Rauchen in derWohnung, Renovieren / Sanieren, Anwendung von Reinigungs- und Körperpflegemitteln

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