lausebande_2020-11_ebook

Titelthema :: Seite 56 ence-Food als stark mit Phthalaten belastet, da es im Herstellungsprozess und durch die Verpackung viel mit Plastik in Berührung kommt. Formaldehyd Formaldehyd kommt in geringen Mengen natürlich vor, beispielsweise in Äpfeln und Weintrauben, es entsteht bei Verbrennungen, beispielsweise bei einer brennenden Kerze und im menschlichen Stoffwechsel. Künstlich hergestelltes Formaldehyd ist aufgrund seiner konservierenden Wirkung ein wichtiger Bestandteil von Kleber, Farben, Lacken, Spanplatten, Fußböden, Kosmetikartikeln und Textilien. Das Problem: In zu hohen Konzentratio- nen kann Formaldehyd Krebs verursachen. Flüchtige organische Verbindungen (VOC) Als bedenklich gelten sogenannte schwer und leicht flüchtige organische Verbindungen (VOC), die sich in der Luft anreichern und zu Reizungen von Schleimhaut und Augen, zu Müdigkeit und Schwindelgefühl führen können. Zu diesen gas- oder dampfförmigen Stoffen gehören Lösungsmit- tel, Alkohole, Kohlenwasserstoffe. VOC dünsten beispielsweise aus Möbeln, Baustoffen und Lacken aus, aber auch Kleber, Reinigungsmittel, Kosmetik und Zigarettenrauch gelten als Quelle. Besonders hoch ist die VOC-Konzentration während und kurz nach Renovierungsarbeiten sowie beim häufigen Putzen mit Reinigungsmitteln. Holzmöbel und -verkleidung reduzieren die VOC-Belastung. In der jüngsten UBA-Erhebung war in fast jeder zweiten Wohnung die Belastung der Innenraumluft mit VOC bedenklich. In geringen Mengen können sie Reizungen der Augen und Schleimhäute auslösen, in größeren Mengen krebserregend, fruchtbar- keitsmindernd und erbgutverändernd wirken. Sonstige Giftstoffe Biozide, Pflanzenschutzmittel, Holz- und Flamm- schutzmittel, giftige Chemikalien beispielsweise aus der Industrie oder Rückstände aus Verbren- nungen – diese Giftstoffe haben gemeinsam, dass sie sehr langlebig sind, vom Körper kaum abge- baut werden und als sehr giftig gelten, sie können Krebs verursachen und das Erbgut verändern. Zwölf dieser Giftstoffe („das dreckige Dutzend“) wurden 2004 in einer internationalen Konvention weltweit verboten. Doch in den aktuellen Studien werden verbotene Stoffe noch immer nachgewie- sen. So wurde in Hausstaub-Proben Lindan, Pen- tachlorphenol (PCP), Dichlordiphenyltrichlorethan nachgewiesen, auch das seit Jahrzehnten verbo- tene Pflanzenschutzmittel Hexachlorbenzol ist weiter nachweisbar. Die Giftstoffe PCB und DDT, die aufgrund ihrer hohen toxischen Wirkung 2004 weitgehend verboten wurden, sind in dieser Studie noch immer in Blut und Urin nachweisbar, aber in geringeren Konzentrationen als noch zehn Jahre zuvor. Das internationale Verbot hat also Wirkung gezeigt. Doch selbst Kinder, die nach dem Verbot 2004 geboren wurden, haben diese Stoffe noch in ihrem Körper. Das liegt zum einen an der Langle- bigkeit dieser Giftstoffe, zum anderen daran, dass diese beim Stillen über die Muttermilch auf das Kind übertragen werden. Ebenfalls gefährlich aber leicht zurückgegangen sind polyzyklische aromati- sche Kohlenwasserstoffe (PAK). » Möbel aus Massivholz und Fußböden aus Naturmaterialien sorgen für ein gesundes Raumklima.

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