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Titelthema :: Seite 59 Luftreiniger Sie sind dank Corona noch beliebter geworden: Luftreiniger, die versprechen, die Luft von Fein- staub, Pollen und sogar Viren zu filtern. Sind Luftreiniger also sinnvoll und verbessern sie die Innenraumluft? Ja und nein, muss man hier sagen. Gegen Partikel wie Feinstaub, Pollen und Zigaret- tenrauch helfen sie in der Tat und können daher für Allergiker und Asthmatiker ein Segen sein. Wer also empfindlich auf Pollen reagiert, zu Hause raucht oder wessen Fenster an einer viel befahre- nen Hauptstraße liegen, für den kann sich die An- schaffung lohnen. Es gibt unterschiedliche Model- le und Größen. Einige arbeiten mit Filtern, andere waschen die Partikel zusätzlich mit Wasser heraus, Luftionisatoren wiederum reinigen die Luft mittels Molekülen. Einige sind nicht größer als eine Kaf- feemaschine oder Lautsprecherbox, andere haben Heizungsgröße. Daher sollte man sich vor der An- schaffung gut informieren und schauen, welches Gerät am besten zu den Bedürfnissen und zur Zimmergröße passt. Die Geräte kosten im Schnitt zwischen 100 und 400 Euro, hinzu kommen Kosten für Strom und Filter. Und die Viren? Tatsächlich können einige Reiniger die Viruslast merklich re- duzieren, dazu müssen sie aber mit sehr leistungs- fähigen Hepa-Filtern ausgestattet sein (mindestens H13 oder H14), das sind aber die wenigsten. Lüftungsanlage statt Kippfenster Beim Thema Lüften klaffen Expertenempfehlungen und Realität oft weit auseinander. Die Empfehlung, alle zwei Stunden für 5 bis 20 Minuten zu lüften, kann kaum jemand im Alltag umsetzen. Daher emp- fehlen Fachleute, wo es möglich ist, eine Lüftungs- anlage zu installieren. Wer ein Haus neu baut, kann das unkompliziert einplanen und sollte es auch. Die relativ hohen Investitionskosten lassen sich staat- lich fördern, wenn man sich für ein Modell mit Wär- merückgewinnung entscheidet. Dann spart man im Winter auch Heizkosten, so dass sich die Anschaf- fungskosten schnell auszahlen. Es gibt verschiede- ne Systeme. Dabei wird immer über Rohre in den Wänden und einen Ventilator Innenraumluft gegen Frischluft von außen ausgetauscht, ohne dass dabei Luftzug, störende Geräusche oder Kälte entstehen. Ein Filter verhindert, dass Pollen oder Feinstaub in die Wohnung gelangen. Die Systeme funktionieren so gut, dass man sich dann das Lüften im Alltag dass auch Lüften nicht mehr hilft. Für Kinder ist Zi- garettenqualm besonders gefährlich. Ihre Organe sind noch nicht ausgereift und können die Schad- stoffe nicht abbauen. Studien zeigen ein höheres Risiko für Kinder aus Raucherhaushalten, später an Krebs zu erkranken, zudem sind sie im jungen Alter anfälliger für Erkrankungen wie Asthma oder Lungenentzündung. CO 2 -Messgeräte für Zuhause? Mit dem Corona-Virus und der Rolle der Aerosole in der Luft hat bei vielen die Sensibilität für die Bedeutung frischer Luft zugenommen. Regelmä- ßiges Lüften und damit das Zuführen frischer Luft ist im Grunde immer wichtig, hat aber dank Coro- na mehr Aufmerksamkeit bekommen. Ein Trend, der daraus entstanden ist, ist das Aufstellen von CO 2 -Messgeräten in Räumen. Schulen, Großraum- büros oder Arztpraxen versprechen sich von die- sen Geräten Auskunft über die Luftqualität im Raum. Das Gerät gibt keine Auskunft über die Virenlast in der Luft, aber: Steigt der CO 2 -Gehalt, ist das ein Indiz für verbrauchte, schlechte Luft und ein klares Signal zum Lüften. Für Zuhause sind diese Geräte wenig sinnvoll, da hier nur sel- ten sehr viele Leute auf engem Raum sind. Ist das doch der Fall, sollte einfach häufiger das Fenster geöffnet werden. In Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten, wie Wartezimmer oder Klas- senzimmer, kann das CO 2 -Messgerät rechtzeitig ans notwendige Lüften erinnern. Grüne Helfer für gute Raumluft:Topfpflanzen produzieren (tags- über) Sauerstoff und verbessern so die Luftqualität. Einige Pflanzen können sogar Schadstoffe aus der Luft filtern, darunter Einblatt und Grünlilie. © Designed by Onlyyouqj / Freepik »
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