lausebande-02 -2021

Aktuelles :: Seite 41 Frauen Verantwortung für die Betreuung der Kin- der und die Pflege Angehöriger, einhergehend mit der entsprechenden mentalen Belastung. Das fast ausschließlich bei Frauen verankerte permanen- te Verantwortungsgefühl, Planen, Nachdenken, Schlaflosigkeit – diese qualitative Dimension wird überhaupt nicht erfasst. Im Gesamtvolumen aus unbezahlter und bezahlter Arbeit liegen Männer und Frauen statistisch gesehen in Deutschland etwa gleichauf bei rund 11 Stunden am Tag, hinzu müsste bei den Frauen allerdings die mentale Zu- satzbelastung addiert werden. Gender Position Gap (Lücke in den Führungsposi- tionen): Im öffentlichen Sektor wurde 2018 bei der Besetzung der Führungspositionen mit Frauen ein Anteil von 36%erreicht, 2004 lag er bereits bei 32%. Betrachtet man, dass der Anteil beschäftigter Frau- en im öffentlichen Sektor in den letzten 20 Jahren von 47 % auf rund 55 % gestiegen ist, entspricht die Steigerung in den Führungspositionen nicht ein- mal diesem Trend, geschweige denn dem realen rationen dem Ideal entsprach, wirkt gesamtge- sellschaftlich bis heute nach. All das führt dazu, dass sich in der Wirtschaft und vielen Institutionen weitgehend eine männ- liche Führungsriege manifestiert hat, die wie- derum eher ihresgleichen in vielversprechende Positionen hievt. Ein Blick in deutsche Vorstände offenbart die Katastrophe in Sachen Gleichstel- lung – das ist erstaunlicherweise auch im Osten Deutschlands so, obwohl hier das starke Rollen- bild der DDR-Frau bis heute nachwirkt. Einige statistische Daten belegen diese Lücke zwischen Frauen und Männern im Alltag: Gender Pay Gap (Lücke im Einkommen): Männer verdienen heute rund 20 % mehr als Frauen. Die Einkommenslücke lag 1995 bei 21 % – also hat sich in den letzten 25 Jahren hier nichts getan. 1991 2020 Teilzeit Frauen 30,2 % 46 % Teilzeit Männer 2,1 % 11,1 % 1925 1950 2020 Erwerbsquote 49 % 50 % 72,8 % Frauen Erwerbsquote 95 % 93 % 80,5 % Männer Gender Care Gap (Lücke in der unbezahlten Sor- gearbeit): Sie liegt 2019 bei 52 % – Frauen wenden täglich im Mittel 52 % mehr Zeit für Sorgearbeit auf als Männer, umgerechnet sind das 87 Minuten mehr pro Tag, insgesamt sind es täglich 4 Stunden und 13 Minuten (bei Männern 2 Stunden und 46 Mi- nuten). In Paarhaushalten mit Kindern schnellt der Gender Care Gap hoch auf 83 %. Er wird qualitativ auch zwischen direkter Care-Arbeit (Kinderbetreu- ung, Sorge und Pflege von Haushaltsmitgliedern) und unterstützender Care-Arbeit (Tätigkeiten im Haushalt, Ehrenamt etc.) unterschieden. Frauen leisten, wen wunderts, mehr als doppelt so viel der stärker belastenden direkten Care-Arbeit. Auch hier bleibt die Lücke riesig, Bewegung in den letzten 25 Jahren in Deutschland? Fehlanzeige! Einen entscheidenden Aspekt messen die reinen Zahlen zum Gender Care Gap nicht: die Verant- wortung und Qualität, die sich mit der unbezahl- ten Care-Arbeit verbindet. So übernehmen meist » Dein Moment. Dein Tee. Lieblingstees bequem o nline shoppen! www.teezeit.de

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