lausebande-02 -2021

Titelthema :: Seite 60 » Dennoch bleibt eine Lücke von 35,5 Millionen Euro, die ungenutzt bleibt. Dazu rund 100 Schulen, die entweder die Beantragung nicht rechtzeitig ge- schafft haben oder sie nicht für nötig hielten. Zudem wurden noch längst nicht alle Anträge bewilligt: Eine Zusage gibt es bisher nur über Mittel in Höhe von 23 Millionen Euro – das entspricht nicht mal je- dem fünften von allen eingereichten Anträgen. Das Land investiert zusätzlich in Schüler-Endgeräte Eine Lücke will das Land mit einem kurzfristig auf- legten landeseigenen Programm in Höhe von 23,2 Millionen Euro stopfen. Wie schon das Sofortaus- stattungsprogramm des Bundes aus dem Spätsom- mer 2020 dient das Programm der Anschaffung von Notebooks und Tablets für Schüler. Zusammen mit den 16,8 Millionen Euro aus dem Bundespro- gramm kommt das Land dadurch auf Investitionen in Schüler-Endgeräte in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro. Beide Programme schwemmen in Summe über 50.000 Notebooks und Tablets in Brandenburgs Schulen. Mit dieser Anzahl kann etwa jeder sechste Schüler mit einem eigenen Gerät ausgestattet wer- den. Für Schüler, die zuhause nicht über eigene Geräte verfügen, kann das eine wichtige kurzfris- tige Hilfe darstellen. Das setzt jedoch voraus, dass das Beantragungsverfahren möglichst unkompli- ziert gestrickt ist und die Gelder schnell fließen – so wie es schon beim Sofortausstattungsprogramm des Bundes der Fall war. Sachsen hat weiterhin eine Vorreiterrolle Der Freistaat Sachsen war zum Zeitpunkt unserer Septemberausgabe in Sachen Digitalpakt-Mittel schon weit vorangeschritten. Im Herbst konnten unsere Nachbarn dann Vollzug melden: Die kom- plette Fördersumme in Höhe von 250 Millionen Euro wurde von den sächsischen Schulträgern beantragt. Der Großteil der Anträge (94 %) konn- te auch schon bewilligt werden. Die sächsischen Schulen können also mit den Fördergeldern aus dem Digitalpakt bereits planen, während die meis- ten brandenburgischen noch auf die Mittelzusage warten müssen. Michael Hoyer von der Gewerkschaft für Bildung und Erziehung (GEW) Sachsen zeigt sich trotzdem nicht zufrieden mit der Situation in Sachsen: „Die Schulen haben zwar viele Anträge gestellt, aber jetzt warten sie auf die Technik. Das zieht sich zum Teil noch drei, vier Jahre hin. Bis dahin aber sind die bestellten Geräte bereits wieder veraltet.“ Damit kritisiert er das langwierige Antragsverfah- ren, auf das wir in diesem Titelthema noch etwas genauer eingehen werden. Viele Schulen wurden in der Zwischenzeit selbst aktiv und schafften sich über Geld aus dem Förderverein die nötige Tech- nik an. Daher fordert die Gewerkschaft eine zügige Umsetzung des Digitalpakts, eine flächendeckende Ausstattung der Schulen mit Glasfaser-Anschluss innerhalb der nächsten zwei Monate und eine Aus- stattung der Lehrer mit datenschutz-konformen Geräten. Noch immer müssten zu viele Kollegen auf ihre Privatrechner ausweichen. Programm Fördervolumen Anzahl der Geräte Anzahl der Schüler Anteil der dadurch versorgten Schüler Bundesprogramm (Sofortausstattungs- programm) 16,8 Mio. Euro Ca. 22.000 Ca. 294.000 Ca. 7,5 % Landesprogramm (neu ab Januar 2021) 23,2 Mio. Euro Mind. 28.600 Ca. 9,7 % Insgesamt 40 Mio. Euro Mind. 50.600 Ca. 17,2 % ImÜberblick: Wie viele Notebooks und Tablets werden durch Förderprogramme an Brandenburger Schüler verteilt?

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