lausebande-02-2026

30 › Spezial vom Gesäß und oben auf Schulterhöhe. Die Gurte nützen nur, wenn sie optimal eingestellt sind. Brust- und Hüftgurt sollten geschlossen sein, die Schultergurte nicht zu eng am Hals anliegen. Viele Modelle wachsen mit, bei ihnen sind nicht nur die Gurte verstellbar, sondern auch das Rückenteil. Das Kind sollte den Ranzen vor dem Kauf unbedingt anprobieren und probetragen. Daher raten wir an dieser Stelle ganz klar vom OnlineShopping ab. Hier lohnt es sich, ein paar Euro mehr auszugeben und die persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Und was ist mit Ranzentrolleys, die gezogen werden statt auf dem Rücken getragen? Dazu hat Sana-Experte Steffen Sola Bedenken: Diese können unter Umständen eine einseitige Belastung verursachen. Sie kommen nur in Frage, wenn das Kind dauerhaft viel Gewicht transportieren muss – zum Beispiel ein Musikinstrument oder Sportausrüstung. Positiver Nebeneffekt bei einem gut eingestellten, nicht zu schweren Ranzen: Das regelmäßige Tragen auf dem Schul- und Heimweg stärkt die Rückenmuskulatur. Bleibt die Frage nach dem Motiv: Hier müssen Eltern einen Kompromiss finden zwischen dem, was dem Kind gefällt, und ergonomischen und Sicherheitsaspekten. Allerdings ist die Auswahl sehr groß – auch bei guten Modellen. Wichtig sind ausreichend Reflektoren, damit das Kind auch bei Dunkelheit im Straßenverkehr gut gesehen wird. Schulstart in Sachsen und Brandenburg Wenn nach den Winterferien die Schule wieder startet, wird ein Problem weiterhin fast alle Schulen in der Lausitz betreffen: zu wenig Lehrkräfte, zu viel Ausfall. Zwar werden an einigen Grundschulen bald geburtenschwächere Jahrgänge eingeschult, so dass die Kinderzahlen zurückgehen. Aktuell aber braucht es weitere Maßnahmen für eine bessere Unterrichtsversorgung. In Brandenburg müssen Lehrkräfte aus diesem Grund ab Februar eine Wochenstunde mehr unterrichten. Allerdings sollen dafür andere Aufgaben wegfallen, so dass sich die Gesamtwochenarbeitszeit nicht erhöht. Ausgenommen sind Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung und sogenannte Brennpunktschulen. Die Gewerkschaften hatten im Vorfeld lautstark gegen die Neuregelung protestiert. Laut Bildungsminister Steffen Freiberg ist das von den Gewerkschaften angedrohte Chaos ausgeblieben. Weniger als ein Prozent der Lehrkräfte habe einen Antrag auf Teilzeit gestellt. Knapp 50 Lehrkräfte wurden an andere Schulen versetzt, wenn es wegen der Mehrarbeit zu viele Lehrkräfte an einer Schule gab. Ein weiteres Problem, das den Minister, aber auch Schulen und Familien beschäftigt: Gewalt an Schulen. Nachdem Eltern einer Cottbuser Grundschule einen Brandbrief wegen mehrerer gewalttätiger Vorfälle veröffentlicht hatten, haben der Bildungsminister und Innenminister Wilke erste Maßnahmen und einen Cottbus-Gipfel im Frühsommer angekündigt. So sollen Migranten besser auf die Kreise und Kommunen verteilt werden, um die Integration zu erleichtern und die Entstehung von Brennpunkten zu verhindern. Zudem sollen Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen wie Tadel, Klassenwechsel oder Schulverweis schneller und einfacher umgesetzt werden. Auch in Sachsen steht man weiter vor dem Problem des Lehrkräftemangels – zumindest im ländlichen Raum. Während es in den Großstädten Dresden und Leipzig an einzelnen Schulen bereits Einstellungsstopps gibt, suchen viele Schulen in der Lausitz händeringend Lehrkräftenachwuchs. Das Land setzt weiter auf Abordnungen und ermöglicht Teilzeitarbeit nur noch in Ausnahmefällen. Dass das nötig ist, zeigt ein Blick auf die Statistik. In Südbrandenburg sind im vergangenen Schuljahr fast 80.800 Unterrichtsstunden ersatzlos ausgefallen, besonders stark betroffen waren die Förderschulen. Dort sind im zweiten Schulhalbjahr 2024/25 knapp sechs Prozent der Stunden ersatzlos ausgefallen, in Cottbus lag der Wert sogar bei 18,5 Prozent. In Sachsen sehen die Zahlen ähnlich düster aus. Noch ist nicht klar, ob nach den Winterferien vor jeder Klasse eine Lehrkraft stehen wird. An vielen Lausitzer Schulen fehlt weiterhin Personal. © gpointstudio/istock

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