Lausebande März 2026

28 › Aktuelles vertrauen, emotionale Stabilität und soziale Kompetenz. Sie gehen flexibler mit Herausforderungen, Belastungen und Konflikten um, haben mehr Freude am Leben und finden oft leichter Zugang zu Gleichaltrigen. Angemessen, prompt und zuverlässig Feinfühliges Verhalten zeigt sich darin, dass Eltern und andere Bezugspersonen angemessen, prompt und zuverlässig auf die Signale des Babys reagieren. Dazu gehört, ein weinendes Kind zeitnah zu trösten, es in neuen oder schwierigen Situationen zu begleiten und ihm Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Gerade in den ersten Lebensmonaten bedeutet dies nicht, ein Kind zu verwöhnen, sondern ihm genau das zu geben, was es für eine gesunde Entwicklung braucht. Denn nur ein Kind, das sich sicher fühlt, kann allmählich selbstständig werden. Erst ab etwa dem achten Lebensmonat sind Kinder zunehmend in der Lage, kurze Wartezeiten auszuhalten und erste Erfahrungen mit Frustration zu machen. Voraussetzung dafür ist jedoch die vorherige Erfahrung verlässlicher Zuwendung. Eine sensible und bedürfnisorientierte Betreuung – insbesondere im ersten Lebensjahr – unterstützt die Entwicklung von Urvertrauen und legt einen stabilen Grundstein für die weitere emotionale, soziale und kognitive Entwicklung. Kinder brauchen Liebe, Zuwendung und verlässliche Beziehungen, um sich körperlich, emotional und sozial gesund zu entwickeln. Besonders die Erfahrungen in den ersten Lebensjahren prägen das innere Erleben eines Kindes nachhaltig. Kinder, die sich früh sicher, geschützt und angenommen fühlen, profitieren davon häufig ein Leben lang. Eine zentrale Bedeutung kommt dabei dem ersten Lebensjahr zu, da in dieser sensiblen Phase die Grundlagen für Vertrauen, emotionale Sicherheit und Beziehungsfähigkeit gelegt werden. Im ersten Lebensjahr ist ein Baby vollständig auf die Fürsorge seiner Eltern oder anderer enger Bezugspersonen angewiesen. Es kann seine Bedürfnisse noch nicht selbst regulieren und ist darauf angewiesen, dass Erwachsene seine Signale wahrnehmen und beantworten. Eltern, die ihrem Baby feinfühlig begegnen, ihm aufmerksam zuhören, seine Ausdrucksformen richtig deuten und angemessen reagieren, geben ihm ein wichtiges emotionales Rüstzeug für das spätere Leben. Auf diese Weise lernt das Kind: Ich werde gesehen, ich bin wichtig, und meine Bedürfnisse zählen. Feinfühlig Bindung entwickeln Unter Bindung versteht man die besondere emotionale Beziehung eines Kindes zu den Menschen, die es dauerhaft versorgen und schützen. Eine sichere Bindung entsteht, wenn Bezugspersonen verlässlich und einfühlsam auf die Signale des Kindes reagieren. Das Kind erlebt seine Eltern als sichere Basis, von der aus es neugierig seine Umwelt erkunden kann. Gleichzeitig weiß es, dass es jederzeit zurückkehren darf, wenn es Nähe, Trost oder Unterstützung braucht. Diese Bindung entwickelt sich schrittweise im Verlauf des ersten Lebensjahres und festigt sich durch wiederholte positive Beziehungserfahrungen. Kinder, die sicher gebunden sind, zeigen im weiteren Entwicklungsverlauf häufig mehr SelbstBindung: Liebe und Halt fürs Leben Bindungsentwicklung im Kleinkindalter Doris Klinke-Schulze, Diplom – Psychologin und Gestalt- Körpertherapeutin in der Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Vereins Jugendhilfe Cottbus gGmbH Literaturhinweise (Auswahl): • Karl Heinz Brisch • Klaus E. Grossmann & Karin Grossmann • John Bowlby • Mary Ainsworth • Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen, Ullstein https://jhcb.de

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