Lausebande April 2026

Am Ostersonntag werden Ostereier gesucht, das ist eines der zentralen Symbole des Osterfestes. Die Folklore besagt, dass das Verschenken der Eier zu Ostern – eine heidnische Tradition – von der Kirche unter Strafe gestellt wurde. Der Grund: Es sollten nur noch streng kirchliche Bräuche gefeiert werden. Um sich nicht erwischen zu lassen, haben die heidnischen Anhänger die Eier fortan nicht mehr persönlich verschenkt, sondern auf den Feldern von Familie und Freunden vergraben. Dementsprechend mussten die Ostereier also gesucht werden – was wir bis heute noch machen. Osterbräuche in der Lausitz Speziell in der Lausitz sind die Osterbräuche noch vielfältiger und gehen über das Eiersuchen hinaus: So gibt es dank sorbischer Traditionen nirgends so schöne Ostereier, wie bei uns. Das traditionelle Verzieren mit Wachs und Farben in verschiedenen Techniken bereitet vor allem Kindern Spaß und Freude – und hat eine Hunderte Jahre alte Tradition. Das Ei als Symbol der Fruchtbarkeit, der Stärke, des Ursprungs des Lebens und der Wiederauferstehung wurde schon im alten China und Ägypten verziert. Erst im Mittelalter entwickelte sich auch hierzulande der Brauch des Eierbemalens und -verschenkens. Aus der Reformationszeit stammt wiederum die Tradition, dass Paten ihren Patenkindern zu Ostern gefärbte Eier schenken. Damals erhielt jedes Kind am Ostersonntag von seinen Paten drei Eier, dazu noch eine sogenannte Ostersemmel und einen Pfefferkuchen. Mit den geschenkten Eiern wurde anschließend „Waleien“ gespielt – ebenfalls ein weiterhin beliebter sorbischer Osterbrauch. Jedes Ei ein Unikat Die älteste Erwähnung sorbischer, bunter Ostereier geht ins Jahr 1717 zurück und die Kunst des Ostereierbemalens wird bis heute in vielen Familien gepflegt. Der Karfreitag ist traditionell dem Anfertigen der Ostereier vorbehalten. Für das Bemalen sorbischer Ostereier gibt es verschiedene Techniken, die allesamt etwas Geduld erfordern – doch wer den Dreh einmal raushat, kann wunderschöne Unikate entstehen lassen. Auf den folgenden Seiten erklären wir Ihnen die verschiedenen Techniken des Ostereierverzierens und die Bedeutung der unterschiedlichen Muster und Symbole. Außerdem erhalten Sie allerlei Termintipps für Workshops, in denen Sie sich selbst am Ostereierverzieren probieren können. Hoch zu Ross und schweigend an die Neiße Darüber hinaus hat die Lausitz weitere faszinierende Osterbräuche zu bieten. Ein Höhepunkt ist das Osterreiten, dessen Ursprung als heidnischer Schutzritt für die Saat weit zurückreicht. In seiner heutigen christlichen Form wurde es bereits um 1490 urkundlich erwähnt. Am Ostersonntag ziehen Männer auf geschmückten Pferden singend von Dorf zu Dorf. Ebenfalls heidnischen Ursprungs und viele Jahrhunderte alt ist das Osterwasserholen: Mädchen schöpfen vor Sonnenaufgang Wasser aus einer fließenden Quelle. Wer auf dem Heimweg eisern schweigt, dem verleiht es – so der alte Glaube – Schönheit für das ganze Jahr. In der Schleifer Region zieht zudem das Ostersingen die Zuhörer in seinen Bann. Dieser Brauch wird nachweislich seit weit über 200 Jahren von Frauen und Mädchen in Tracht am frühen Ostermorgen gepflegt. Foto: istock.com, ariusz Endlich wieder Ostereiermalen, Waleien und Co.! Doch wie sind die sorbischen Osterbräuche überhaupt entstanden?

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