46 › Spezial Beratung & Unterstützung holen Angehörige haben mehrere Möglichkeiten, sich kostenfrei beraten zu lassen und sich für die Pflege Unterstützung zu holen. Erster Anlaufpunkte sind die Pflegestützpunkte der Pflegekassen, die es in vielen Kommunen gibt. Eine Übersicht über alle Pflegestützpunkte und Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände findet man hier: www.zqp. de/beratung-pflege. Dort kann man Fragen stellen, den Pflegegrad beantragen und sich über mögliche Leistungen und Kosten informieren. Außerdem hat das Bundesseniorenministerium eine bundesweite, kostenfreie Beratungshotline eingerichtet, die von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 18 Uhr erreichbar ist: Tel. 030 /20 17 91 31. Für Angehörige, die plötzlich mit einer Pflegesituation konfrontiert sind, gilt vor allem eines: Hilfe annehmen. Ambulante Pflegedienste können viele Aufgaben übernehmen und entlasten. Ergänzend gibt es Angebote wie Tagespflege, Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege, wenn pflegende Angehörige eine Auszeit brauchen. Auch ehrenamtliche Helfer oder Nachbarschaftsinitiativen können eine wertvolle Unterstützung sein. Wichtig ist, sich frühzeitig ein Netzwerk aus Familie, Freunden und professionellen Unterstützern aufzubauen und auf sich selbst zu achten. Denn nur wer Kraft hat, kann dauerhaft für andere da sein. Einen Heimplatz finden Wer einen Heimplatz sucht, sollte sich möglichst frühzeitig informieren. Neben den Kosten spielen viele Faktoren eine Rolle: die Lage, das Pflegekonzept, die Atmosphäre, die Qualifikation des Personals, die angebotenen Aktivitäten. Offizielle Bewertungsportale, die Prüfberichte des Medizinischen Dienstes und persönliche Empfehlungen können eine erste Orientierung bieten. Wenn möglich, sollte man vor einer Entscheidung die favorisierte Einrichtung persönlich besuchen. Nur so kann man sich ein eigenes Bild machen und bekommt einen ersten Eindruck. Da Plätze in stationären Einrichtungen vielerorts knapp sind, empfiehlt es sich, frühzeitig mehrere Einrichtungen anzufragen und sich auf Wartelisten setzen zu lassen. Berufseinstieg in die Pflege Berufe in der Pflege sind eine Tätigkeit mit Sinn und Perspektive, das haben die eingangs dargestellten Zahlen gezeigt. Wenn sich der Nachwuchs für eine Arbeit in der Pflege interessiert, empfiehlt sich zunächst ein Praktikum. Neben fachlichem Interesse sind soziale Kompetenzen wie Empathie, Geduld und Verantwortungsbewusstsein gefragt. Der Weg in die Pflege führt über Ausbildung oder Studium. Voraussetzung für die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft ist der 10. Klasse-Schulabschluss. In der generalistischen Pflegeausbildung lernen die Auszubildenden zunächst unterschiedliche Versorgungsbereiche der Pflege kennen. Im letzten Ausbildungsjahr besteht die Möglichkeit, den Schwerpunkt auf die Altenpflege zu legen. Ein Pflegestudium ist vor allem sinnvoll, wenn man eine Leitungsposition anstrebt. In der Region bietet die BTU den dualen Studiengang Pflegewissenschaften an. Eine weitere Möglichkeit für den Einstieg in die Altenpflege bietet der Beruf der Pflegehelfer und Pflegeassistenz. Dafür reicht ein Hauptschulabschluss aus, zudem ist die Ausbildung mit 1 bis 2 Jahren deutlich kürzer. Nach Abschluss unterstützt man pflegebedürftige Menschen bei der Körperpflege, beim Ankleiden, bei den Mahlzeiten und bei der täglichen Betreuung und Beschäftigung. Pflegebedürftige davon zu Hause gepflegt Anstieg von 2021 zu 2023 Anteil an der Gesamtbevölkerung Deutschland 5,7 Mio. 86% 15% 6,8% Brandenburg 214.000 89% 16% 8,3% Sachsen 363.000 86% 17% 8,9% Zahlen von 2023, Quelle: Statistikämter Erfüllend, aber auch herausfordernd: ein Beruf in der Pflege. Foto: koldo studio@istockphoto
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