Lausebande April 2026

Titelthema ‹ 57 Bejagung und ihre Folgen Politiker von CDU, SPD und AfD, die im Bundestag für eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdgesetz gestimmt haben, begründen dies mit dem Schutz für Weidetiere. Ein nachvollziehbarer Blick in die Praxis zeigt, was wirklich passieren wird. Weidetiere können von Wölfen nur dort in großer Zahl gerissen werden, wo Weidetierhalter ihre Tiere nicht ausreichend schützen. Das ist vor allem in Bundesländern der Fall, die sich noch nicht auf den Wolf eingestellt haben. Wölfe erziehen ihren Nachwuchs im Familienverbund, beide Elterntiere sind für die Welpen und Jungwölfe wichtig. Erleichterte Abschüsse werden dazu führen, dass vermehrt Elterntiere getötet werden. Das setzt unerfahrene Jungwölfe und das übrigbleibende Elterntier unter Druck. Da sie keine Gesetze lesen können, sind auch für diese Wölfe aus unterschiedlichen Gründen – wie fehlender Erfahrung oder erhöhter Druck für die Versorgung der Jungtiere – ungeschützte Weidetiere wiederum eine attraktive, leichte Beute. Genau dadurch entstehen durch Bejagung eher größere Schäden für Weidetierhalter, wie das viele internationale Studien inzwischen belegen. In einigen Bundesländern soll die Bejagung nun sogar den Abschuss der Welpen ermöglichen, die rund fünf Wochen nach der Geburt erstmals den Bau verlassen. So können wolfsfeindliche Jäger ein weiteres Mal in den Familienverbund hineinschießen und Rudel letztendlich ganz zerstören oder vertreiben. Territorien, in denen einst etablierte Rudel nicht mehr vorhanden sind, werden attraktiv für durchziehende Wölfe. Auch das führt in der Regel zu höheren Risszahlen bei ungeschützten Weidetieren als bei einem etablierten Rudel, in dem Elterntiere ihren Jungtieren das übliche Jagdverhalten lehren. Durch Herdenschutz mit der Waffe statt sicheren Zäunen und ausgebildeten Herdenschutzhunden entsteht so ein Teufelskreis, der letztendlich zur Wiederausrottung des Wolfs in unserem Land führen kann. Die Aktion „Gesicht zeigen für den Wolf“ macht darauf aufmerksam. Hier kann jeder per Like oder Statement unterstützen. Gesicht zeigen für den Wolf In der gerade im März gestarteten Kampagne zeigen Natur- und Artenschützer gemeinsam mit ethischen Jägern, Sachverständigen, Politikern, Weidetierhaltern und vielen weiteren Akteuren Gesicht für den besonderen Schutz der Art Wolf in unserem Land. Unter #gesichtzeigenfürdenwolf kann die Aktion unterstützt werden.

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