Lausebande April 2026

6 › Aktuelles hüpfen können. Wie aber soll ein Kind seinen Bewegungsdrang ausleben, wenn seine Umgebung fürs Stillsitzen gemacht ist, im Auto, vor dem Fernseher, in der Wohnung? Saskia Gerhard (DIE ZEIT Nr. 34/2015, 20. August 2015) schreibt: „In der Natur finden Kinder mehr als nur Freiheit. Sie ist Klassenzimmer und Entwicklungsraum.“ Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster sagt sogar: „Natur ist für Kinder so essenziell wie Nahrung.“ Weiterhin betont Renz Polster: „Wer über kindliche Entwicklung redet, muss auch über Natur reden: Wie die Kleinen groß werden. Wie sie widerstandsfähig werden. Wie sie ihre Kompetenzen für ein erfolgreiches Leben ausbilden.“ Naturerfahrung von Geburt an! Die Natur schenkt Kindern: Bewegung, Entwicklung der Motorik, ein starkes Immunsystem, starke Nerven, Entspannung und die Erfüllung lebenswichtiger Bedürfnisse nach Bindung, Selbstwirksamkeit, Autonomie, Grenzerfahrung, Mitgefühl und Kreativität. Um diese Geschenke aber annehmen zu können, braucht es eine Vielfalt von Begegnungen Wer kennt das folgende Beispiel nicht selber zu gut aus dem eigenen schnelllebigen Familienalltag mit Kindern. Kinder lieben die Natur und brauchen diese auch. Durch den Umgang in und mit der Natur öffnen sich die Sinne und schult sich der Verstand. Kein Fernsehfilm könnte das ersetzen, was ein Kind etwa beim Klettern erlebt: Augen, Hände und Füße müssen gut kooperieren, um sicheren Tritt zu fassen an der Rinde des Baumstamms, ein Ausrutschen verwandelt Übermut in Vorsicht, das Einschätzen der Tragfähigkeit eines Astes lehrt planendes Handeln. Seine körperlichen Grenzen erfährt das Kind hier ebenso wie das überwältigende Gefühl, ein Ziel erreichen zu können (vgl. Elke Leger). Experten beobachten seit Jahren die zunehmenden Defizite der Kinder: Sie sind ungelenkig und übergewichtig, und Erzieherinnen und Lehrerinnen klagen über den wachsenden „Egoismus“ ihrer Schützlinge. In den Schuleingangsuntersuchungen zeigt sich, dass immer weniger Kinder noch balancieren, rückwärts laufen oder auf einem Bein Raus in die Natur „Die Arbeit läuft nicht davon, während du dem Kind den Regenbogen zeigst, aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit deiner Arbeit fertig bist.“ (Unbekannt)

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