lausebande-05-2020
Titelthema :: Seite 50 men mit ihren neuen Kunden, die Werber und ihre neuen Kontakte. Warum sollten wir auch unabhän- gig von Krisen stärker auf Partner vor Ort setzen? Weil wir deren Gesicht kennen. Und ein vertrautes Antlitz schafft für je- des Geschäft erstmal ein gutes Fun- dament. Außerdem ist es gut fürs Klima, in der Welt und vor Ort … Die Globalisierung wird auch nach Corona in bestimmtenWirtschafts- bereichen unverzichtbar bleiben. In welchen Bereichen können die Brandenburger auch künftig auf re- gionale Angebote setzen? Da, wo wir eigene Angebote haben. Sehen Sie, ich komme aus der DDR. Deren Versuche, Kaffee durch Kaf- feemix oder Apfelsinen durch Ku- ba-Orangen zu ersetzen, waren nicht wirklich erfolg- aber immer lehrreich. Wie können Familien in Branden- burg regionale Wirtschaftskreisläu- fe unterstützen? Das liegt auf der Hand: durch Kauf oder Buchung. Und bei Erfolg Wei- terempfehlung. Aber ganz am An- fang reicht Selbstbewusstsein: Auch Firmen aus Brandenburg können das. Haben auch Sie den Eindruck, dass die Menschen derzeit verstärkt re- gionale Angebote nachfragen? Ohne Zweifel: Ja! Es ist der ganz menschliche Reflex, der in jeg- lichen Zeiten von Unsicherheit greift: weg vom Fremden, hin zum Bekannten. Forciert die kürzlich gestartete Aktion Brandenburghelfen.de diese Entwicklung? Das wird sich erweisen. In jedem Falle ist sie gut, weil sie versucht, die guten Gedanken des Nachbarn in gutes Geld für das Handwerk von Nebenan zu münzen. Könnte die Krise insofern auch eine Chance für regionale Anbie- ter sein? Regionale Anbieter sind ja allge- genwärtig, aber nicht jeder Weg führt zu ihnen. Insofern werden jetzt gerade neue Hinweisschilder aufgestellt. Wie lässt sich das gesteigerte In- teresse an der Region auch in die nach-Corona-Zeit retten? Indem wir die Hinweisschilder be- ständig putzen! Oder anders ge- sagt: In dem alle ihre gewonnenen Erfahrungen weiter nutzen: die ge- rade entstandenen Netzwerke mit ihren Mechanismen, die alten Fir- In der Corona-Krise werden die Rufe nach weniger Globalisierung und mehr Regionalisierung wieder lauter. Wir haben mit Thomas Braune, Verantwortlicher für das Landesmarketing Brandenburg, darüber gesprochen, warum die Menschen jetzt wieder verstärkt auf Regionalität setzen und warum sie das auch künftig tun sollten. Ein vertrautes Antlitz schafft ein gutes Fundament Welche Instrumente können diese nutzen, um ihre Angebote stärker zu vermarkten? In unserem Land gibt es vielfäl- tige Netzwerke, die zusätzlich zu Selbstvermarktung, Hofverkauf oder privatem Online-Shop hel- fen. Nehmen Sie allein im Ernäh- rungsbereich pro agro, mit dessen Mitgliedern wir vom Landesmarke- ting gerade eben mit BB Radio den Helden des Alltags in Corona-Zei- ten gedankt haben. Wie würden Sie klassische Online- Shopper und Weltreisende über- zeugen: Was haben sie davon, wenn sie Produkte oder Angebote von hier nutzen? Nur beide Seiten einer Medail- le führen am Ende zu wahrer Er- kenntnis. Weltsicht ist genauso wichtig wie der Blick auf die Ent- wicklung in der eigenen Region. Ich selbst schätze auf Vulkanerde wachsende Weine aus Chile, aber zu Brandenburger Spargel gibt’s nur Müller-Thurgau aus der Regi- on. Deshalb bin auch Mitglied ei- nes Weinfördervereins in Werder an der Havel. Was macht Brandenburg beim Lan- desmarketing besonders gut? … mit sehr begrenzten Mitteln arbei- ten. Und natürlich das Besondere Foto: YORCK MAECKE
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