lausebande-05-2020

Bewegungstherapie: Zur Bewegungstherapie ge- hören Massagen und Krankengymnastik, die vor allem bei Beschwerden des Bewegungsapparates auch vom Arzt verschrieben werden. Massagen können eine bessere Durchblutung des Körpers bewirken. Gezielte Übungen können die Beweg- lichkeit, die Koordination, die Ausdauer und die Muskulatur stärken. Die Bewegungstherapie wird vorbeugend, aber auch zur Behandlung von Krankheiten und zur Rehabilitation eingesetzt. Ernährungstherapie: Diese Therapieform ver- sucht mit Hilfe bestimmter Ernährung akute Krankheiten (z.B. Durchfall) oder chronische Er- krankungen (z.B. Diabetes, Bluthochdruck) positiv zu beeinflussen. So kann das Weglassen einzelner Lebensmittel oder der verstärkte Konsum bestimm- ter Lebensmittelgruppen Beschwerden lindern. Diäten gehören ebenso dazu wie das Fasten. Die Ernährungstherapie geht meist einher mit einer klassischen medizinischen Behandlung und sollte von einem Arzt oder Therapeut begleitet werden, um einseitige Ernährung zu vermeiden. Homöopathie: Die Homöopathie ist eines der am weitesten verbreiteten, aber auch eines der um- strittensten Verfahren. Begründet wurde die Ho- möopathie Anfang des 19. Jahrhunderts vom Arzt Samuel Hahnemann. Das Verfahren beruht auf zwei Prinzipien. Erstens: Ähnliches wird mit Ähn- lichem geheilt, zweitens: die Heilmittel werden verdünnt bzw. potenziert. Das Ähnlichkeitsprinzip besagt, dass Substanzen, die bei gesunden Men- schen bestimmte Symptome hervorrufen, diese Symptome bei Kranken lindern können. Ein Bei- spiel dafür ist die Zwiebel. Sie bringt die Augen zum Tränen und die Nase zum Laufen. Als homöo- pathisches Mittel soll sie gegen Schnupfen wirken. Die Heilmittel werden aus Ursubstanzen wie Pflan- zen, Tieren, Mineralien, hergestellt. Diese werden zerkleinert und in einer Alkohol-Wasser-Lösung verdünnt, mindestens im Verhältnis 1 zu 10, wo- durch die Potenz D1 entsteht. Dabei gilt: je stärker die Verdünnung, desto höher die Wirksamkeit. Am Ende entstehen sogenannte Globuli. Auch die Ho- möopathie als Heilverfahren nimmt den Patienten ganzheitlich in den Blick. Die Diagnose beschränkt sich nicht auf einzelne Organe oder Beschwerden, sondern auf den jeweiligen Menschen mit seiner Lebensgeschichte. Jeder Patient bekommt ein in- dividuelles Heilmittel, das speziell auf seine Be- schwerden abgestimmt ist. Das homöopathische Mittel soll die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen und so zur Linderung oder Heilung von Beschwerden führen. Hydrotherapie: Die Hydrotherapie setzt auf die heilende Kraft des Wassers. Mit der Anwendung von Wasser in allen Formen (flüssig, Eis, Dampf) sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers an- geregt werden. Die Hydrotherapie eignet sich zur Vorbeugung und Abhärtung sowie unterstützend zur Rehabilitation. Zu den typischen Anwendun- gen zählen Heilbäder, Wickel, Kneipp’sche Güs- se, Saunabesuche. Entscheidend ist dabei die unterschiedliche Temperatur des Wassers: kalte und heiße Reize lösen bestimmte Reaktionen im Körper aus. Generell werden kalte Reize eher für akute Beschwerden (z.B. Fieber) und warme Reize eher bei chronischen Beschwerden (z.B. Rheuma) eingesetzt. Gerade bei Kindern sollte man nicht zu starke Reize nutzen, so sollte ein Wadenwickel nicht deutlich kälter als die Körpertemperatur des Kindes sein. Pflanzenheilkunde: Die Pflanzenheilkunde, auch Phytotherapie genannt, setzt auf die Heilkraft der Pflanzen. Während die Schulmedizin nur mit iso- lierten Wirkstoffen bestimmter Pflanzen arbeitet, wird bei der Phytotherapie die ganze Pflanze ge- nutzt. Demnach helfen bei bestimmten Beschwer- den bestimmte Kräuter – Thymian bei Husten, Johanniskraut bei Depressionen. Die Pflanzen- wirkstoffe können in vielen Formen verabreicht werden: Kräutertee, Tabletten, Saft, Salbe, Öl oder Badezusatz. Bestimmte Öle, wie Menthol, sind al- lerdings für Babys und Kleinkinder tabu. Wegen möglicher Nebenwirkungen und der Frage der Do- sierung, sollte ein Experte zu Rate gezogen werden. Osteopathie: Diese Behandlungsmethode setzt auf Heilung durch Berührung. Demnach ist der Körper ein komplexes System, in dem Organe, Muskeln und Gelenke miteinander verbunden sind. Wenn diese Verbindungen gestört sind, kommt es zu Beschwerden. Durch den sanften Druck der Hände und gezielte Griffe sollen Blo- ckaden im Körper gelöst und der innere Selbst- Spezial :: Seite 58 »

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