44 › Spezial Ein zweites, immens wichtiges Kitawahlkriterium für Eltern ist die Sprachförderung. Bundesweite Schuleingangsuntersuchungen zeigen, dass immer mehr Kinder Defizite aufweisen. Kitas, die im Alltag ganz gezielt die sprachliche Entwicklung stärken, sind daher gefragter denn je. Reformstau und Spardiktat Doch die schöne neue Kita-Welt hat einen gewaltigen Haken. Zwar hat die Landesregierung Ende vergangenen Jahres eine Reform des komplizierten Kitagesetzes angekündigt, doch diese soll erst 2027 in Kraft treten. Bis dahin heißt es: Mangelverwaltung. Der Kern des Problems ist eine immense Finanzierungslücke bei der Absicherung der Öffnungszeiten. Viele Kitas sollen und müssen 10 bis 12 Stunden am Tag geöffnet haben, refinanziert bekommen sie vom Land aber oft nur 7,5 Stunden. Ende 2025 lief die bisherige LandesDie Schuleingangsuntersuchungen zeigen bundesweit: Immer mehr Kinder bringen weniger Kompetenzen mit, um den Übergang in die Schule gut zu schaffen. In manchen Regionen weist jedes dritte Kind Sprachdefizite auf. Was können Kitas zur besseren Vorbereitung tun? Wir setzen konsequent auf alltagsintegrierte Sprachbildung. Denn wer sich ausdrücken kann, findet leichter Anschluss, lernt erfolgreicher und startet sicherer in die Schule. Beim Spielen, Vorlesen, Singen oder im Gespräch nutzen Fachkräfte sprachanregende Momente, hören zu, stellen Fragen und ermutigen Kinder, ihre Gedanken zu teilen. Wie wird die sprachliche Entwicklung überprüft und wie werden etwaige Defizite behoben? Damit jedes Kind gut begleitet werden kann, braucht es einen genauen Blick. Unsere Fachkräfte beobachten die Sprachentwicklung jedes Kindes systematisch zweimal pro Jahr ab dem 2. Lebensjahr mit dem wissenschaftlich fundierten Verfahren BaSiK – und zwar mitten im Alltag. Daraus folgt die Frage: Was braucht dieses Kind jetzt konkret? Aus den Erkenntnissen entstehen gezielte Impulse für die Förderung – individuell und alltagsnah. Wie wird das in der Lausitz konkret umgesetzt? In unseren Kindergärten in Cottbus und Senftenberg zeigt sich das jeden Tag. Im Fröbel-Kindergarten Musikus in Senftenberg etwa verbinden Kinder Sprache und Musik: Sie singen, erzählen und erfinden eigene Geschichten. In allen unseren Einrichtungen spielen Bücher eine wichtige Rolle, ebenso mehrsprachige Angebote – zum Beispiel mit digitalen Tools, die Geschichten in verschiedenen Familiensprachen zugänglich machen. So entsteht Sprachbildung Schritt für Schritt: im Alltag, im Miteinander und mit dem Ziel, jedes Kind stark zu machen. „Sprache von Anfang an stärken“ Interview mit Danilo Schubert, Geschäftsleitung Fröbel Region Lausitz richtlinie zur Förderung der längeren Betreuungszeiten ohne direkte Anschlusslösung aus. Das 8-Stunden-Dilemma Gerade im Osten Deutschlands und hier in der Lausitz ist das ein riesiges Dilemma, denn die Erwerbstätigenquote von Frauen ist bei uns traditionell sehr hoch. Zwei Drittel aller Krippen- und Kindergartenkinder in Brandenburg (über 70.000 Kinder) benötigen täglich mehr als 7,5 Stunden Betreuung, weil beide Eltern Vollzeit arbeiten und oftmals lange Arbeitswege haben. Statt die sinkenden Kinderzahlen also als historische Chance zu begreifen, um den Betreuungsschlüssel zu verbessern, verharrt die Landespolitik im Stillstand. Es sind die Träger – wie jene in diesem Spezial –, die dieses staatliche Spardiktat mit enormem eigenem Engagement, kreativen Ideen und internen Mitteln abfedern, um die Qualität für unsere Kinder hochzuhalten.
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