lausebande-2021-06
Titelthema ‹ 65 Wohnung oder Arbeitsstelle, so dass man das Kind mal zu Fuß oder mit dem Rad bringen kann? Wie viel Zeit muss ich für den Weg zur Kita einplanen? Hilfreich kann es sein, wenn schon befreundete oder benachbarte Familien in der Kita sind oder dort ebenfalls ihren Nachwuchs anmelden. Es kann die Eingewöhnung für die Kinder erleichtern, wenn der beste Kumpel ebenfalls da ist. Zudem kann man sich beim Bringen und Abholen der Kinder gegenseitig unterstützen. Schauen Sie sich die Räumlichkeiten an. Wie viele Räume gibt es, wie groß sind sie? Wo essen die Kinder, wo schlafen sie? Gibt es Themenräume, wie eine Holz- oder Bastelwerkstatt? Wie sieht das Außengelände aus? Ist es groß, welche Spielmög- lichkeiten gibt es? Ist es im Sommer schattig? Eine ebenso wichtige Frage ist jene nach dem Be- treuungsschlüssel. Der ist sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen frustrierend schlecht und weit von den offiziellen Empfehlungen entfernt. Auf- grund der schlechten Finanz- und Personalaus- stattung haben die Kitas hier wenig Spielraum. Fragen Sie dennoch nach. Einige Krippen und Kindergärten haben Wege gefunden, einen etwas besseren Betreuungsschlüssel umzusetzen als der landesweite Durchschnitt. Das Bauchgefühl Das entscheidende Kriterium aber lässt sich nicht in harte Fakten packen: Was sagt Ihr Bauchgefühl? Fühlen Sie sich wohl? Haben Sie den Eindruck, dass sich Ihr Kind in der Einrichtung wohlfühlen würde? Das können Sie nur vor Ort beurteilen, bei einem Gespräch mit der Leitung, einem Rundgang durchs Haus, dem Austausch mit dem Erzieher- Team. Hier gewinnen Sie einen ersten Eindruck, wie das Miteinander im Team funktioniert, wie die Leitung mit den Mitarbeitern spricht, wie die Zum Konzept einer Kita gehört auch, ob und wie Feste wie Ostern, Fasching, Halloween und Weihnachten mit den Kindern gefeiert werden. Foto: Designed by Freepik Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kita klappt. Fragen Sie nach: Gibt es regelmäßige Elternabende und Entwicklungsgespräche? Gibt es gemeinsame Aktivitäten wie Sommerfeste oder Herbstputz? Ganz wichtig: Wie gehen die Erzieher mit den Kin- dern um? Ist der Ton liebevoll oder ruppig, bestim- mend oder einladend? Natürlich kann auch eine Erzieherin mal einen schlechten Tag haben, aber wenn hier schon der erste Eindruck nicht stimmt, sollte man zumindest noch mal überlegen, ob die Kita wirklich die richtige ist. Pädagogische Konzepte imÜberblick Neben den ganz praktischen Rahmenbedingungen wie Öffnungszeiten und Wohnortnähe spielt bei der Wahl der Kita auch das pädagogische Kon- zept eine wichtige Rolle. Mit welchen Konzepten arbeiten die Erzieher, in der Tradition welcher pä- dagogischen Vorbilder stehen sie? Die Auswahl ist groß, wir stellen die wichtigsten pädagogischen Konzepte imÜberblick vor. Fröbel: Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782- 1852) gilt als Begründer des Kindergartens. In Frö- bels Pädagogik stehen das Kind und das Spielen im Mittelpunkt. Beim freien Spiel und im Kontakt mit anderen Kindern und mit Erwachsenen lernen sie ihre Umwelt kennen und begreifen. Wichtigstes Ziel der Erziehung nach Fröbel ist der freie den- kende, selbständige Mensch. Fröbel-Pädagogik geht davon aus, dass Bildung nur aus dem Kind selbst heraus möglich ist und nicht von außen auf- gezwungen werden kann. Montessori: Das nach der Ärztin und Pädagogin Maria Montessori (1870-1952) benannte Konzept stellt das Kind mit seinen Bedürfnissen in den Mit- telpunkt. Es achtet das Kind in seiner Persönlich-
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