lausebande-2021-06
70 › Titelthema Die Einrichtung kennen lernen Wenn Sie nun jene Kita oder Tagesmutter ge- funden haben, die für Sie in Frage kommt, ist es wichtig, sich die Einrichtung etwas genauer anzu- schauen. Erster Anhaltspunkt ist die Homepage, sie informiert über die wichtigsten Grundlagen wie Öffnungszeiten, Angebote und das umge- setzte Konzept. Fotos können einen ersten Ein- druck von den Räumlichkeiten und dem Außen- gelände vermitteln, aber nicht den persönlichen Einblick vor Ort ersetzen. Daher vereinbaren Sie am besten ein persönliches Erstgespräch mit der Kita-Leitung. Bei dem Ge- spräch sollten Sie die Möglichkeit haben, alle die Fragen zu stellen, die Ihnen wichtig sind und die wir oben erläutert haben. Ein Rundgang durch das Haus und die Gruppenräume sollte eben- falls dazu gehören. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, mit den voraussichtlichen Erzie- hern Ihres Kindes zu sprechen. Fragen Sie, ob die Möglichkeit besteht, für ein oder zwei Stunden zu hospitieren und den Kita-Alltag zu beobachten. Einige Kindergärten bieten Schnuppertage oder Krabbelgruppen an, in denen die Kinder vorab schon mal in den Kita-Alltag eintauchen können. Wenn Sie solche Angebote nutzen können, be- obachten Sie das Miteinander von Kindern und Erziehern, aber auch den Umgangston innerhalb des Teams und das Miteinander der Kinder. In der Regel bekommt man hier schon einen guten ersten Eindruck, ob man selbst und das Kind sich hier wohlfühlen würden oder nicht. Hilfreich ist es auch, andere Eltern zu fragen, die bereits ihre Kinder in der Einrichtung haben. Welche Erfah- rungen haben sie gemacht, was finden sie gut, was weniger? Die Eingewöhnung Wenn Sie sich dann für die Kita oder auch Tages- mutter entschieden haben, beginnt die tatsäch- liche Kitazeit mit der Eingewöhnung. Diese Zeit ist für Eltern und Kind spannend und herausfor- dernd. Gerade beim ersten Kind tun sich manche Eltern schwer, wenn sie ihr Kind für so lange Zeit in fremde Betreuung geben sollen. Hilfreich für alle Seiten ist es, wenn das Kind bereits daran ge- wöhnt ist, von anderen betreut zu werden – bei- spielsweise von den Großeltern. Für eine gelingende Eingewöhnung ist es wichtig, dass die Eltern wirklich hinter der Entscheidung stehen. Wenn das Kind spürt, dass Mama es nur ungern bei der Erzieherin oder Tagesmutter lässt, wird es sich ebenfalls nur schwer von Mama lösen. Manchmal sind Väter bei der Sache ent- spannter. Wenn möglich, sollten sie dann die Ein- gewöhnung übernehmen. Viele Kitas arbeiten bei der Eingewöhnung nach dem Berliner Modell. Zunächst kommt ein Eltern- teil mit dem Kind stundenweise in die Kita. Das Kind lernt die Erzieherin kennen und manchmal auch schon erste Kinder – Mutter oder Vater bleiben die ganze Zeit dabei. Nach zwei, drei Tagen verlassen die Eltern den Raum testweise für kurze Zeit. Fühlt sich das Kind wohl, wird dieser Zeitraum in den kommenden Tagen immer weiter ausgedehnt. Dieses Modell dauert meist zwischen zwei und vier Wochen. Doch auch wäh- rend und nach der Eingewöhnung kann es noch vorkommen, dass das Kind beim Abschied von den Eltern weint. Das ist normal und ein Zeichen für die enge Bindung zu den Eltern. Hier sollten die Eltern darauf vertrauen, dass die Erzieher das Kind trösten. Meist ist der Kummer nach wenigen Minuten vergessen und das Kind spielt den Rest des Tages ausgelassen. Hat das Kind aber tagsüber immer wieder Schwierigkeiten, weint viel oder isst schlecht, braucht es vielleicht noch etwas Zeit. In diesem Fall sollten Eltern und Kita nach einer gemeinsamen Lösung suchen – beispiels- weise das Kind zunächst nur verkürzt zu bringen. Da sich vorher nicht sagen lässt, wie gut und wie schnell die Eingewöhnung klappt, ist es wichtig, dass Eltern einen zeitlichen Puffer einplanen. Der Wiedereinstieg in den Job sollte also nicht unbe- dingt auf Tag eins nach der zweiwöchigen Einge- wöhnung gelegt werden. Nicht ohne meinen Teddy: Gerade zu Beginn der Kitazeit können sogenannte Übergangsobjekte über den Trennungsschmerz bei Kindern hinwegtrösten. Designed by master1305/Freepik
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