Titelthema ‹ 53 Der Countdown läuft: Bereits seit Mai werden auf der Startseite des Tourismusverbands Lausitzer Seenland die Tage bis zum Start des 5-Seen-Verbunds heruntergezählt. Am 29. Juni ist es soweit. Dann sind fünf Gewässer des Lausitzer Seenlands miteinander über Kanäle und Schleusen verbunden. Die Jahrzehnte alte Vision von der Seenkette ist dann Wirklichkeit. Schon in den 1960er-Jahren, als der letzte Kohlezug den Tagebau Niemtsch – den heutigen Senftenberger See – verließ, entwarf der damals zuständige Landschaftsplaner Otto Rindt eine Skizze für ein künftiges Seenland. Ziemlich genau 60 Jahre später ist aus der Skizze eine Urlaubsregion geworden. Mit der Freigabe des Sedlitzer Sees und drei weiterer Kanäle verbinden sich Ende Juni erstmals die fünf großen Seen: Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See. Insgesamt können Freizeitkapitäne dann eine Wasserfläche von rund 5.300 Hektar erleben – wahlweise mit dem Motor- oder Segelboot, dem Floß oder Kajak. Damit ist der lange geplante Wandel vom Bergbaurevier zur Seenlandschaft einen großen Schritt weiter. Die entsprechende Infrastruktur an den fünf Seen ist in den vergangenen Jahren geschaffen worden: Rundwege, Hafen, Schiffsanleger, Sanitäranlagen. Hier Freizeitkapitäne ahoi! Meilenstein für die Lausitz: Start der 5-Seen-Kette am 29. Juni haben sich LMBV, Kommunen, Landkreise und die beiden Zweckverbände auf sächsischer und brandenburgischer Seite engagiert und beste Voraussetzungen geschaffen. Allein im Mai und Juni dieses Jahres wurden der Hafen und der 160 Meter lange schwimmende Steg am Sedlitzer See eingeweiht, das Umfeld rund um die Landmarke Rostiger Nagel ausgebaut, der dritte Themenspielplatz am Senftenberger See freigegeben. Weitere Investitionen durch die Zweckverbände sind bereits vorbereitet: So soll auf sächsischer Seite ein Fahrgastschiff gebaut werden. Bisher sind zwei Fahrgastschiffe in der Seenkette unterwegs: Die Santa Barbara der Reederei Löwa verbindet in der Sommersaison mehrmals täglich außer montags die Häfen Senftenberg, Großkoschen und Niemtsch auf dem Senftenberger See. Die Wilde Ilse fährt an den Wochenenden über den Großräschener See, ab Anfang Juli gibt es die 2-Seen-Tour mit Fahrt durch den Ilse-Kanal Richtung Sedlitzer See. Jetzt braucht es weitere private Investitionen von touristischen Anbietern – in Hotels, Gastronomie, Freizeitangebote und Verleihstationen. Der Senftenberger und der Geierswalder See zeigen, wie gut das funktionieren kann. Beide Seen sind mit ihren Verleihstationen ideale Ausgangspunkte Luftbild vom neuen schiffbaren Seenverbund, vorn rechts ist der Partwitzer See zu sehen. Foto: Steffen Rasche/ LMBV
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