Lausebande Juni 2026

Meine Kinder kennen das beliebte Kinderlied vom fleißigen Bienchen noch aus ihrer frühen Kinderzeit. Es gehörte zu jenen Klassikern, die zu Hause und in der Kita über viele Jahre gemeinsam angestimmt wurden. Der Musikgeschmack des Nachwuchses hat sich seitdem geändert. Die Zeiten, wo sie zu „Summ, summ, summ“ oder „Alle meine Entchnen“ begeistert mitgehüpft sind und in die Hände geklatscht haben, sind vorbei. Was sich ebenfalls geändert hat, ist die Einstellung zu Bienen und Co. In dem eingangs erwähnten Lied heißt es weiter unten im Text „Ei, wir tun dir nichts zu leide“. Dass dies auf Gegenseitigkeit beruht, glauben meine Kinder nicht. Während sie als Kleinkinder noch ganz unbedarft ihrem Forscherdrang nachgingen und Käfer, Schnecken und anderes Kleingetier in die Hände nahmen, reagieren Sie heute sehr zurückhaltend auf krabbelnde und fliegende Tierchen. Insofern ist die Freude über den endlich beginnenden Sommer bei uns ein wenig getrübt. Wenn eine Biene sich den Kindern auf unter zwei Metern nähert, beginnen sie wieder zu tanzen. Das hat dann allerdings nichts mehr mit Musik zu tun. Es ist eine panische Fluchtreaktion. Dementsprechend hielten die unfreiwilligen Begegnungen zwischen kleinen Tieren und großen Kindern auf unseren ersten Seeausflügen und Radtouren in diesem Jahr schon den ein oder anderen lustigen Moment bereit – zumindest wir Eltern hatten was zu lachen. Ganz gleich ob Biene, Ameise, Käfer oder Spinne: Die Kinder reagieren reflexartig mit Geschrei und Flucht. Meine regelmäßige Leserschaft weiß: Das habe ich mir selbst eingebrockt. Auch ich reagiere mitunter wenig souverän, wenn mir eine Spinne zu nahe kommt. Die unentspannte Reaktion darauf haben die Kinder längst verinnerlicht und übernommen. Da hilft auch die stete Predigt meines Mannes „Die tut doch nichts!“ nicht weiter. Er muss regelmäßig als Spinnenbändiger herhalten. Wenn ein Familienmitglied einen ungebetenen Gast in einer Ecke der Wohnung entdeckt, darf er ihn hinausbringen. Schwierig wird es nur, wenn mein Mann nicht zu Hause ist. Als wir kürzlich eine in meinen Augen sehr große Spinne entspannt durch unseren Flur krabbeln sahen, fehlte mein Mann besonders schmerzlich. Wir haben lange ausgeknobelt, wer von uns mutig genug ist, ein Glas über das Tier zu stülpen, um es später vom Superheld Papa wegbringen zu lassen. Am Ende hat sich der Junior ein Herz gefasst. Noch schlimmer war es, als wir letztes Jahr aus dem Urlaub zurückkamen. Mitten in der Küche krabbelte eine wirklich ausgesprochen große Spinne über den Boden. Offenbar hatte sie die ruhigen Tage genutzt, um aus ihrem Versteck zu kommen und sich in unserer Wohnung umsehen. Ein Teil der Kinder brach in Tränen aus und bat darum, umgehend in eine neue, krabbeltierfreie Wohnung umzuziehen. Während ich versuchte, mich und sie zu beruhigen, blieb mein Mann gewohnt tiefenentspannt und sammelte die Spinne ein. Wir haben dann entschieden, dass die Spinne sich ein neues Zuhause suchen sollte und nicht wir. Das Einschlafen fiel den Kindern an diesem Abend entsprechend schwer. Immer rechneten sie damit, dass aus irgendeiner Bettritze eine riesige Spinne auf sie zukommt. Da half dann auch kein Einschlaflied. Lausitz-Mummy: Summ, summ, summ

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