lausebande-09-2020

Titelthema :: Seite 43 Regionen den Wandel zu Zukunftstechnologien scheinbar verschlafen und stehen nun zusätzlich geschwächt durch die Corona-Krise vor unsicheren Perspektiven. Beispielhaft sei die Automobilindu- strie genannt. Viel zu lange hielt sie am Verbren- nungsmotor fest, hat die Notwendigkeit hin zu nachhaltigen Mobilitätslösungen wie E-Mobilität zu spät erkannt. Nun drohen in den „Autoländern“ tausende Jobs wegzufallen. Gut möglich, dass man dort jetzt anerkennend und vielleicht auch ein wenig neidisch auf die Lausitz schaut. Leuchttürme für die Lausitz Schauen wir uns die Projekte, die mit den Struktur- milliarden finanziert werden, etwas genauer an. Da deren Zahl kaum zu überblicken ist, können wir hier nur eine „kleine“, aber dennoch beeindruckende Auswahl einiger Leuchtturm-Projekte darstellen. Universitätsmedizin für Cottbus Die Idee dazu gibt es schon länger. Die beschlossene Milliardenunterstützung für eine erfolgreiche Struk- turentwicklung lässt die Idee nun endlich Realität werden: Cottbus bekommt ab 2023 eine Uniklinik. Auf dem Campus des Carl-Thiem-Klinikums wird zudem ein Gründerzentrum entstehen. Bis zu 4.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze und 1.800 Studienplätze sind denkbar. Bund und Land investieren 1,1 Mrd. Euro, wobei ein Teil des Geldes in Redaktion: Anett Linke, Jonas Köhler Vom Kohlerevier zum Familienparadies Wie die Strukturentwicklung Familien Zukunft gibt Die Nachrichten zu den Corona-Auswirkun- gen auf die deutsche Wirtschaft sind wenig ermutigend: geringe Konsumlaune, sinken- de Kaufkraft, gar von einer Jahrhundert-Rezession ist die Rede. Das Bruttoinlandsprodukt fiel im Corona- Quartal um 10,1 Prozent – ein Negativrekord. Trotz dieser pessimistischen Einschätzungen kann die Lausitz optimistisch in die Zukunft blicken. In den zurückliegenden Wochen gab es in Berlin und Brüssel Entscheidungen, die für Familien in der Lausitz langfristig sehr wichtig sein dürften: die Beschlüsse zum Kohleausstieg Deutschlands, das flankierende Strukturstärkungsgesetz und das Ende Juli von der EU angekündigte Hilfspaket. Damit wird die Strukturentwicklung, über die in der Region seit fast 30 Jahren geredet wird, endlich kon- kret greifbar. Aber was heißt das für Lausitzer Fami- lien? Genau das wollen wir uns auf den kommenden Seiten im Detail anschauen. Welche Mittel fließen in die Lausitz, wofür werden sie verwendet, was bringt das den Menschen vor Ort? So viel vorweg: Wir wa- ren nach unserer Recherche für diesen Artikel selbst überrascht, welche Riesensummen in die Region fließen und wie viele spannende Projekte damit angeschoben werden sollen. Die Lausitz, die schon immer eine Region war, in der man gut und gerne leben konnte – vor allem mit Kindern – schafft sich derzeit völlig neue wirtschaftliche Perspektiven. An mehreren Orten und in unterschiedlichsten Bereichen entstehen neue Arbeitsplätze, Institute und Forschungseinrichtungen, Schulen und Kitas werden neu gebaut oder saniert, Autobahnen erwei- tert, neue Zugverbindungen geschaffen. Anders als nach 1990 eröffnet der jetzt beschlosse- ne Kohleausstieg und die damit verbundene Struk- turstärkung der Region Riesenchancen. Sie ist auf dem Weg zu einer Zukunftsregion für Deutschland und Europa. Die finanziell dafür notwendigen Mit- tel kommen vom Bund und von der EU. In summa sind das etwa 18 Milliarden Euro für die nächsten 20 Jahre – exzellente Voraussetzungen für einen nachhaltigen Wandel. Während die Lausitz optimistisch auf die kommen- den zwei Jahrzehnte blicken kann, haben andere weiter auf S. 48 » CTK-Chef Götz Brodermann blickt optimistisch in die Zukunft der Lausitz. Mehr zur geplanten Universitätsmedizin im Interview auf www.puecklerstadt.de – siehe QR-Code.

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