lausebande-09-2020

Titelthema :: Seite 62 Attraktive Wohnformen Viele Vermieter reagieren auf den Wunsch ihrer Mieter, für ein schönes Zuhause einen fairen Preis zu bezahlen. Selbst Familien mit vielen Kindern und großem Platzbedarf finden hier das passende Zuhause. Im Fokus steht nicht mehr der Rückbau, sondern der Um- und Neubau. Mit Investitionen sorgen sie dafür, dass die Klein- und Mittelstädte attraktiv bleiben. In jüngster Zeit sind zwischen Guben und Weißwasser, zwischen Lübbenau und Lauchhammer tolle Projekte umgesetzt worden, die Nachhaltigkeit und Smart Living kombinieren. Großvermieter bieten mittlerweile sogar Häuser zur Miete an. In Weißwasser und Hoyerswerda, in Cottbus und Lübbenau tüfteln Stadtplaner, Unter- nehmen und Wissenschaftler derzeit an Visionen, wie wir in Zukunft wohnen werden. Schlagworte dabei sind Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz, CO2- Neutralität, Digitalisierung und Modulbauweise. Schon mehrfach war die Region Vorreiter für neues Wohnen. Das in den 1930ern errichtete Haus Schminke in der Oberlausitz zählt bis heute zu den bedeutendsten Wohnhäusern der klassischen Moderne. Die ersten Quartiere in industrieller Großplattenbauweise entstanden in Hoyerswerda. Jetzt knüpft sie mit dem Konzept BauRaumWerk an diese Tradition an und will die Stadt erneut zum Zentrum für Bauen und Wohnen machen. Da- hinter steckt die Idee, Häuser in hochinnovativer Modulbauweise zu produzieren. Die bereits heute vorhandene Technologie des Modulbaus soll mit modernen Wohnansprüchen verknüpft werden. Die digital am Bildschirm ausgewählte Wunschim- mobilie kann später dank der Modulbauweise unkompliziert vergrößert oder verkleinert werden. Ein anderes Wohnkonzept setzt auf den Wunsch nach Wohnraum im Grünen: die Gartenstadt – Anfang des 20. Jahrhunderts erdacht und erbaut als grüne Werksiedlung für die Arbeiter des Kohlebergbaus. Im Umland der großen Städte ent- standen Kleinstädte nach fester Struktur und mit viel Grün. In der Lausitz zeugen heute noch drei Orte von diesem Konzept: die Gartenstädte Marga/ Senftenberg und Erika/ Laubusch sowie Lauta- Nord. In Marga denkt man über eine Erweiterung der historischen Siedlung nach, Leerstand gibt es quasi nicht und das Interesse an Wohnraum in dem grünen Senftenberger Ortsteil ist groß. Witajšo k nam: Multikulturelle Lausitz Es stimmen nicht nur die sogenannten harten Fak- toren wie Wohnen und Arbeiten. Wer die Lausitz kennenlernt, der lernt auch ihre Landschaft und ihre Kultur lieben und die wird vor allem durch Die Gartenstadt Marga wurde einst als Werkssiedlung für die Arbeiter des Kohlebergbaus angelegt. Sie erfreut sich heute so großer Beliebtheit, dass über eine Erweiterung nachgedacht wird. (Foto: Axel Heimken)

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