lausebande-09-2020

Titelthema :: Seite 69 mir, dass wir uns unseren Op- timismus nicht nehmen lassen. Der Strukturwandel ist mehr Chance als Risiko! Sie engagieren sich als Bot- schafter für die Familienregion Hoyerswerda. Wie machen Sie Außenstehenden die Lausitz schmackhaft? Ich bin dienst- lich viel außerhalb der Lausitz unterwegs. Was die Leute dort immer wieder überrascht, wenn ich von meiner Heimat erzähle, ist die Zweisprachigkeit. Die Sorben als größte Minderheit in Deutschland kennen die we- nigsten. Das ist ein Zugpferd und ein echter Pluspunkt für die Region, mit dem wir noch viel stärker werben sollten. Bei der Familienregion Hoyers- werda geht es explizit darum, das Image von Hoyerswerda zu verbessern. Wir wollen keine Luftschlösser bauen, sondern aufzeigen, was es hier tolles gibt. Und das ist eine Menge. Wir möchten Menschen für Ho- yerswerda begeistern, so dass sie ihren Lebensmittelpunkt hierher verlegen. Wer beispiels- weise in Kamenz arbeitet und in Dresden wohnt, der muss künftig Hoyerswerda als attrak- tiven Wohn- und Lebensort auf dem Schirm haben. Haben Sie einen Lieblingsort in der Lausitz, an dem Sie gern mit Ihrer Familie sind oder waren, als Ihre Kinder noch kleiner waren? Ja, den gibt es tatsächlich. Durch familiäre Verbindungen ist das Oybin im Zittauer Gebirge. Würden Sie uns zum Abschluss noch Ihre Vision von der Lausitz 2030 schildern? 2030 ist ein Teil der zugesagten Verkehrspro- jekte umgesetzt wie die S-Bahn nach Dresden. Hoyerswerda war Ausrichter des Landesgar- tenschau. Die Flutung der Seen ist trotz der trockenen Sommer abgeschlossen. Die geplanten Überleiter sind geöffnet man kann mit dem Boot durch eine tolle Wasserlandschaft schip- pern. Und ich hoffe, dass die Lausitz als Modellregion für ganz Europa gefragt ist, dass Delegationen aus Slowenien, Belgien und Griechenland zu uns in die Lausitz kommen und hier nach Lösungen suchen. Denn in der EU stehen viele Regionen vor den gleichen Her- ausforderungen wie wir. Vielen Dank für das Gespräch. Viele Förderprogramme kommen für den Mittelstand nicht in Frage auf Grund des hohen Eigenan- teils und des komplizierten Pro- zedere bei der Beantragung. Mit Blick auf die Entwick- lung in den kommenden zehn Jahren – welchen Wunsch haben Sie an die Politik und welchen an die Lausitzer? Ich bin skeptisch, dass sich hier große Unternehmen von außen ansiedeln werden. Stattdessen sehe ich den größten Effekt, wenn sich die hier bereits an- sässigen großen Unternehmen wie LEAG, Siemens und Bom- bardier und öffentliche Akteure zusammentun und gemeinsam in ein großes Thema wie Was- serstoff investieren und so z.B. im Industriepark Schwarze Pumpe ein neues großes Un- ternehmen schaffen. Von der Politik wünsche ich mir, dass sie die zuletzt geschürten Er- wartungen in den kommenden zehn Jahren tatsächlich umsetzt und nicht zerredet. Mit Blick auf die angekündigten Infra- strukturmaßnahmen ist eine Beschleunigung des Planungs- rechts dringend notwendig. Von uns Lausitzern wünsche ich ♥ Ausgewählte Teemischungen ♥ Versandkostenfrei schon ab 25 Euro WELLNESS FÜR ZUHAUSE www.teezeit.de

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