lausebande-09-2021

Titelthema ‹ 59 U 8 und U 9 inklusive Sehtest teilgenommen hatten, konnten schärfer sehen. Das lässt darauf schließen, dass bei ihnen eine Sehschwäche recht- zeitig erkannt und behandelt wurde. Denn – anders als bei Erwachsenen – lassen sich bestimmte Seh- schwächen und Fehlsichtigkeiten im Kleinkind- alter noch so behandeln, dass sie sich mit etwas Glück auswachsen. Wir stellen die häufigsten Seh- fehler bei Kindern vor: Kurzsichtigkeit/ Myopie ist bei Kindern die am häufigsten verbreitete Sehschwäche. Kurzsichtige können in der Ferne nicht scharf sehen. Organi- sche Ursache ist entweder eine zu hohe Brech- kraft der Linse oder ein zu langer Augapfel – das ist vor allem bei Frühgeborenen ein Risikofaktor. Kurzsichtigkeit wird oft vererbt. Meist beginnt sie in der Schulzeit, da häufiges Sehen auf Nah- distanz und wenig Tageslicht die Entwicklung be- günstigen. Die klassische Therapie ist das Tragen einer Brille. Je höher die Kurzsichtigkeit ausge- prägt ist (dafür steht der Dioptrien-Wert), desto hilfreicher und wichtiger ist eine Sehhilfe. Weitsichtigkeit/ Hyperopie kennen die meisten eher als typische Fehlsichtigkeit im Alter. Wer weitsichtig ist, hat Probleme, in der Nähe scharf zu sehen. Daher halten ältere Menschen Kleinge- drucktes beim Lesen häufig mit ausgestrecktem Arm. Manchmal sind auch Kinder schon weit- sichtig. Organische Ursache ist ein zu kurzer Aug- apfel oder eine zu geringe Brechkraft der Linse. Bei Kindern wird Weitsichtigkeit mit einer Brille therapiert, manchmal gibt sie sich im Laufe der Grundschulzeit, da der Augapfel bei Kindern noch wächst. Hornhautverkrümmung/ Astigmatismus wird oft erst durch einen Sehtest entdeckt, vor allem wenn sie nur ein Auge betrifft. Durch eine un- gleichmäßige Wölbung der Hornhaut sieht das betroffene Auge einen Punkt leicht verzerrt 3-D-Filme und VR-Brillen für Kinder? Schadet das räumliche Sehen beim 3-D-Kino- besuch oder beim Computerspielen mit Virtual Realtiy (VR)-Brille den Augen von Kindern? Noch vor zehn Jahren gab es dazu kritische Stimmen, die eindringlich warnten, 3-D-Filme könnten bei jüngeren Kindern die Ausbildung des drei- dimensionalen Sehens verhindern oder bei vor- belasteten Kindern sogar epileptische Anfälle auslösen. Damals war die Technik noch recht jung, es gab kaum Studien. Heute urteilen die meisten Fachleute etwas entspannter. Jüngere Studien haben gezeigt, dass 3-D-Filme weder der Sehschärfe schaden, noch Kopfschmerzen oder Schwindel verursachen. Auch der Augenarzt Prof. Dr. Wolf Alexander Lagrèze vom Universitäts- klinikum Freiburg gibt Entwarnung: „3-D-Filme können von Kindern bedenkenlos angeschaut werden.“ Eine Altersgrenze oder -empfehlung gibt es nicht. Hier können Eltern auf ihr Bauch- gefühl hören und sich an der FSK-Angabe des Films oder der Altersfreigabe des Computerspiels orientieren. Stellt man im Kinosessel dann fest, dass das Kind doch nicht mit dem 3-D-Sehen klar kommt, sollte man den Kinobesuch abbrechen. Das kann auch einfach daran liegen, dass die Ein- drücke beim 3-D-Film sehr viel realistischer und intensiver sind und jüngere oder sensible Kinder damit einfach noch überfordert sind. Generell gilt für Bildschirmmedien – unabhängig davon ob in 3-D oder mit VR-Brille: weniger ist mehr. Foto: serhii_bobyk/ Freepik

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