lausebande-09-2021
Anfang 30 durchgeführt. Dann ist der Augapfel ausgewachsen und die durch die OP gewonnene neue Sehschärfe hat lange Bestand. Zusätzliche Vorsorge beimAugenarzt? Sehfehler bei Kindern zu erkennen, ist für Eltern nicht immer einfach, da die Kinder sie oft gut aus- gleichen können. Ist beispielsweise nur ein Auge betroffen, nutzt das Kind automatisch stärker das andere Auge, um scharf zu sehen. Anzeichen, die auf einen Sehfehler hindeuten können, sind: häu- figes Blinzeln, Zukneifen oder Reiben der Augen, fehlende Motivation für Dinge, bei denen man in der Nähe scharf sehen muss wie Malen, Lesen oder Ausschneiden sowie Kopfschmerzen. Auch wenn Kinder immer wieder ungeschickt sind, kann das ein Zeichen für Fehlsichtigkeit sein. Ein weiteres Zeichen für eine Sehschwäche ist es, wenn ein Kind Spielzeug immer wieder nah an die Augen hält, um es zu begutachten. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass Sehfehler frühzeitig erkannt und behandelt werden. Un- behandelte Sehschwächen können das Kind langfristig beim Spielen und bei der Teilnahme am Straßenverkehr einschränken. Selbst bei der Berufswahl im Erwachsenenalter sind Einschrän- kungen möglich. So müssen Piloten nachweislich mit beiden Augen gut sehen können. Augenärzte empfehlen daher schon lange, eine augenärztliche Vorsorge-Untersuchung für Klein- kinder zwischen 31 und 42 Monaten. Bisher ist das jedoch keine Leistung der gesetzlichen Kranken- kassen. Einige Kinderärzte bieten ein zusätzliches Sehscreening an, dass gezielt nach Risikofaktoren für Amblyopie sucht. Solange es aber keine fami- liäre Vorbelastung gibt oder die regulären Seh- tests beim Kinderarzt unauffällig sind, ist das eine IGeL-Leistung, die Eltern selbst zahlen müssen. Die Kosten liegen zwischen 20 und 30 Euro. El- tern, die auf Nummer sicher gehen und eine un- entdeckte Sehschwäche ausschließen wollen, sollten eine solche Untersuchung machen lassen – am besten beim Augenarzt. So läuft der Besuch beimAugenarzt Wer mit seinem Kind zum Augenarzt möchte, um die Augen untersuchen zu lassen, braucht ent- weder eine Überweisung vom Kinderarzt oder zahlt die Untersuchung als Privatleistung. Idealer- weise arbeiten in der Praxis ausgebildete Kinder- optometristen, das können Sie bei der Anmeldung erfragen. In der Zusatzqualifizierung zum Kinder- optometristen wird das Erkennen von frühkindli- chen Entwicklungsstörungen und Auffälligkeiten beimSehen besonders geschult, ebenso die fachge- rechte Anpassung von Sehhilfen für Kinder. Beim Augenarzt wird zunächst die Sehschärfe ge- testet: klassisch mit einer Motivtafel, auf der klei- nere Kinder Bilder erkennen und benennen sollen, ältere Kinder Zahlen oder Buchstaben. Zuerst er- folgt der Test mit beiden Augen, dann wird jeweils ein Auge abgeklebt. Zudem werden das räumliche Sehen und das Farbsehen überprüft. Mit Hilfe von Lampe und Lupe wird das Auge auf organische Störungen untersucht. Manchmal ist die Gabe von pupillenerweiternden Augentropfen nötig. Einige Kinder empfinden sie als unangenehm, weil sie leicht brennen. Danach können die Kinder für einige Zeit in der Nähe nicht mehr scharf sehen, also beispielsweise nicht lesen oder keine Hausauf- gaben machen. Das sollte bei der Terminvereinba- rung mit demAugenarzt eingeplant werden. In der Augenarzt-Praxis erfolgen verschiedene Untersuchungen, am Spaltlampenmikroskop werden die Augen auf Erkrankungen gescannt. Foto: senivpatro/ Freepik
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