lausebande-09-2021
Titelthema ‹ 65 testens mit fünf Monaten ist der Tränenkanal vollständig ausgebildet. Allergien und Heuschnupfen können für die Be- troffenen eine echte Qual sein. Schätzungsweise jedes dritte von einer Allergie betroffene Kind hat mit roten, tränenden Augen zu kämpfen. Auch wenn die Augen jucken oder brennen, sollten die Kinder versuchen, sie nicht zu reiben. Hier helfen nur Maßnahmen, welche die Allergene und damit die allergische Reaktion mindern. So sollten von Heuschnupfen betroffene Kinder zur Pollenflug- zeit nicht mit offenem Fenster schlafen oder ein Pollenschutzgitter anbringen und vor demZu-Bett- Gehen die Haare waschen. Fremdkörper und Chemikalien im Auge sollten schnellstmöglich entfernt werden. Chemikalien wie Reinigungsmittel werden mit klarem Wasser ausgespült. Gefährliche Fremdkörper wie Glas-, Holz- oder Metallsplitter sollte immer ein Arzt ent- fernen. Er kann gleich überprüfen, ob das Auge verletzt wurde. Wichtig, aber für die Kleinen nicht ganz einfach: das Auge nicht reiben. Am besten das Auge mit einem sauberen Tuch abdecken, bis man beim Arzt ist. Bei kleinen, harmlosen Fremd- körpern wie einer Wimper oder einem Sandkorn kann man dagegen abwarten. Meist hilft sich das Auge selbst durch verstärkte Tränenproduktion oder vermehrtes Blinzeln. Reicht das nicht aus, können Eltern mit einem sauberen Tuch versu- chen, den Fremdkörper aus demAuge zu wischen. Kinderaugen im Sommer schützen Brauchen die Augen im Sommer einen Sonnen- schutz? Nein, denn das Auge besitzt einen na- türlichen UV-Schutz. Sowohl die Linse als auch die Hornhaut filtern die UV-A, UV-B und UV-C- Strahlung zu einem großen Teil. Den häufig zu lesenden Ratschlag, dass man im Sommer unbe- dingt eine Sonnenbrille tragen müsse, können El- tern daher beruhigt ignorieren. Wenn die Kinder von der Sonne geblendet sind und ständig die Augen zusammenkneifen, kann eine Sonnen- brille eine sinnvolle Ergänzung sein. Alternativ kann ein Sonnenhut oder Basecap schützen. Oh- nehin kommt die intensive Sonnenstrahlung im Sommer von oben und fällt damit nicht direkt aufs Auge. Tatsächlich wichtig ist ein Sonnen- schutz für die Augen aber beim Skiurlaub. Der Schnee reflektiert die Sonne, so dass deutlich mehr UV-Strahlung aufs Auge trifft. Ob die Son- nenbrillengläser wirklich einen UV-Schutz brau- chen, ist unter Experten umstritten. Schaden kann er nicht und die im deutschen Einzelhandel verkauften Sonnenbrillen sind in der Regel oh- nehin mit UV-400-Schutz versehen. Ganz gleich, ob in den Bergen oder im heimi- schen Garten: Kinder (und Erwachsene) sollten nie länger direkt in die Sonne blicken, das kann nämlich zu einer Verletzung bzw. zu einem Son- nenbrand der Augen führen. Bei Babys unter einem Jahr ist die Netzhaut noch nicht vollständig ausgebildet, daher sollten sie überhaupt nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden – auch um ihre empfindliche Haut zu schützen. Da Sommer immer auch Badezeit ist, kommen Kinderaugen häufig mit Chlor- oder Salzwasser in Kontakt. Das ist per se weder gefährlich noch schädlich für den Nachwuchs. Aber einige Kinder reagieren empfindlich darauf, die Augen werden rot, tränen oder brennen. Dann kann eine Schwimmbrille helfen. Diese muss so an die Größe des Kindes angepasst sein, dass sie kein Wasser hereinlässt. www.augeninfo.de www.kindundsehen.de Die Homepage des Berufsverbandes der Augenärzte hat im Menüpunkt „Gesunde Augen“ einen extra Unterpunkt für Themen rund um junge Augen: Das Portal der Wissenschaftlichen Vereinigung für Augenoptik und Optometrie vereint jede Menge Informationen zum kindlichen Sehen und zu möglichen Therapien bei Sehfehlern. Weitere Informationen Wichtiger als eine Sonnenbrille ist im Sommer ein Sonnen- hut zum Schutz der Kopfhaut, da kleine Kinder nur selten dichtes Haar haben.
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