lausebande-10-2021
Titelthema ‹ 67 nachhaltig nutzbare Gitterbetten lassen sich da- nach wiederum als Kindersofa oder Bänkchen weiterverwenden. Mitwachsende Modelle gibt es ebenso unter den Hochstühlen. Sie lassen sich auf die individuelle Größe des Kindes anpassen. Selbst für Erwach- sene und beispielsweise für den Gästebesuch eignen sich diese Modelle. Andere Hochstühle verwandeln sich später in Stauraum. Generell hilfreich sind sogenannte modulare Mö- belsysteme. Über Kastenstecksysteme lassen sich an Regalen, Schränken oder Schreibtischen ei- nige Module an- und wieder abbauen, so dass das Zimmer den jeweiligen Bedürfnissen und Platz- verhältnissen unkompliziert angepasst werden kann. Wichtig für alle mitwachsenden und mo- dularen Möbel: Fragen Sie beim Hersteller oder Händler explizit, ob es eine Nachkaufgarantie für Ersatzteile gibt. Denn wenn Sie die fehlende Schraube oder eine zusätzliche Schublade in zehn Jahren nicht mehr bekommen, hilft das beste Mö- belsystem nicht. Tipp: Wer mitwachsende oder Systemmöbel kauft, weil er diese über mehrere Jahre nutzen möchte, wählt am besten ein zeitloses Design und neutrale Farben. Denn die Vorlieben der Kinder für bestimmte Farben und Filmhelden wechseln erstaunlich schnell. Übrigens: Wer schon früh weiß, dass er eine Großfamilie mit drei oder mehr Kindern haben möchte, für den kann die Anschaffung eines klas- sischen Baby- bzw. Kinderbettes sinnvoller sein. Denn dann wird immer dann ein neues Möbel- stück gekauft, wenn das größte Kind aus dem Ba- bybett rausgewachsen ist. In diesem Fall wird das Babybett für einen langen Zeitraum gebraucht, da lohnt dann auch eher die Neuanschaffung. Minimalismus statt Überfluss Generell gilt bei der Einrichtung des Kinderzim- mers: lieber etwas weniger als zu viel. Denn am nachhaltigsten ist immer noch der Verzicht. Wer nichts kauft, verbraucht keine Ressourcen. Wer diesen Minimalismus sehr konsequent umsetzen will, verzichtet auf das Einrichten eines Baby- zimmers in den ersten ein bis zwei Lebensjahren. Denn in dieser Zeit brauchen die Kleinsten nicht zwingend ein eigenes Zimmer. Ebenso sollten El- tern beim Spielzeug und bei der Kleidung darauf achten, dass die Schränke nicht zu voll werden. Das überfordert Kinder und erschwert das Auf- räumen und Ordnung halten. Wiederverwenden statt Wegwerfen Für fast alle Gegenstände, die sich im Kinder- zimmer befinden, kann man auf Gebrauchtes zurückgreifen: Möbel, Spielzeug, Kleidung. Mitt- lerweile gibt es gute Online-Plattformen, wo man Gebrauchtes kaufen oder verkaufen kann, dar- unter Ebay und Ebay Kleinanzeigen, Vinted (ehe- mals Kleiderkreisel und Mamikreisel) oder Fair- mondo. Unter dem Schlagwort Upcycling lassen sich Gegenstände aufwerten und weiternutzen. So wird die Obstkiste zum Bücherregal, die Obst- konserve zum Stiftehalter und das T-Shirt zur Um- hängetasche. Entsprechende Inspirationen und Anleitungen finden sich ebenfalls im Internet. Wer gebraucht kauft, spart nicht nur Kosten und schont die Umwelt, in der Regel ist vor allem gebrauchte Kinderkleidung weniger stark mit Schadstoffen belastet, da diese bereits ausgewa- schen sind. Wer dennoch lieber neu kauft, der kann nicht mehr genutzte Möbel und Accessoires danach weiterverkaufen oder an soziale Einrich- tung vor Ort spenden. Das sind beispielsweise Sozialkaufhäuser, Hospize, Flüchtlingseinrich- tungen. Auch Kitas freuen sich über gut erhal- tenes Spielzeug. EinMöbel, drei Funktionen: Dieser in Sachsen gefertigte Hochstuhl aus geöltemEichenholz ist schadstofffrei und vielfältig nutzbar. © Zaunkönig/ Yvonne Most Fotografie via afilii.com Natürliche Materialien Ein Aspekt ist die Wahl der Materialien beim Kauf von Möbeln, Spielzeug und Kleidung. Nach- haltige Produkte sind aus nachwachsenden Rohstoffen und möglichst unbehandelt. Dann sind sie nachhaltig für die Umwelt und für die Gesundheit der Kinder. Denn natürliche, unbe- handelte Materialien dünsten keine Schadstoffe aus. Möbel werden am besten aus heimischem
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