lausebande-11-2022

Aktuelles ‹ 57 Pocken: Sieg der Menschheit Die erste und bisher einzige weltweit ausgerottete von Mensch zu Mensch übertragbare Krankheit sind die Pocken. Im 18. und 19. Jahrhundert war die Krankheit gefürchtet, vor allem Kinder erkrankten schwer und starben oft. Noch im 20. Jahrhundert starben weltweit 300 Millionen Menschen an Pocken. 1979 konnte die WHO die Erkrankung dank eines Impfstoffs als ausgerottet erklären. Gegen Pocken wird daher heute nicht mehr geimpft. Polio: Rückschläge in den USA Anders sieht es bei Polio aus. Die auch als Kinderlähmung bezeichnete Krankheit gilt zwar in einigen Regionen der Welt ebenfalls als ausgerottet, darunter in Europa. Am Beispiel der USA kann man jedoch sehen, dass eine rasche Ausbreitung mit schweren Folgen bei nicht vorhandener Herdenimmunität möglich ist. Seit diesem Jahr zirkulieren dort sogenannte Impfviren – diese stammen von Viren ab, die bei amerikanischen Impfkampagnen zur Immunisierung genutzt werden. Sie sind für Geimpfte ungefährlich und lösen normalerweise keine Symptome aus. Wenn sie aber in Bevölkerungsgruppen ohne Impfschutz kursieren, können sie durch Mutationen immer gefährlicher für Ungeimpfte werden – so löst Polio in 4 bis 5 Prozent der Fälle eine Hirnhautentzündung aus, bei 0,1 bis 1 Prozent die gefürchteten Lähmungen. Der langfristige Aufbau vom Immunschutz ist daher in jedem Lebensalter relevant! Masern: Neu aufgenommener Kampf Die WHO verfolgt ebenfalls das Ziel, die Masern auszurotten. In den USA war das Anfang der 2000er-Jahre bereits gelungen. Durch eingeschleppte Masernerkrankungen und wiederholte lokale Ausbrüche ist der Kontinent heute nicht mehr masernfrei. Um das WHO-Ziel zu erreichen, setzt Deutschland seit 2020 eine Masern-Impfpflicht an Kitas und Schulen um. Profitieren können von einer Herdenimmunität vor allem jene, die sich nicht impfen lassen können, weil sie beispielsweise zu klein sind oder aufgrund einer Erkrankung nicht geimpft werden dürfen. Corona: Herdenimmunität unwahrscheinlich Theoretisch müsste auch beim Coronavirus eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werden, um von einer Herdenimmunität sprechen zu können. Davon ist Deutschland weit entfernt, wie die Statistiken zum Impffortschritt auf der Vorseite zeigen. Auch bei globaler Betrachtung scheint eine Herdenimmunität innerhalb der nächsten Jahre unrealistisch. In Ländern wie zum Beispiel Kamerun, Senegal, Algerien oder Sudan liegen die Quoten teilweise weit unter 15 Prozent. Gerade hier ist aufgrund des größeren Infektionsgeschehens das Potenzial für neue Mutationen am höchsten, was auch hierzulande immer wieder Auffrischimpfungen nötig machen wird. Die Impfung gegen das Coronavirus dürfte daher auch in den nächsten Jahren nicht aus unserer Realität verschwinden – vor allem für Risikopatienten. Vor dem Eintritt in Kita oder Schule müssen Kids seit 2020 gegen Masern geimpft sein. Foto: designed by kjpargeter, freepik

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