lausebande-12-2022

Aktuelles ‹ 21 gen im Land. Sie arbeiten bis an die Belastungsgrenze, damit es unseren Kindern an nichts fehlt, und sie fröhlich und unbeschwert und bestens auf das Leben vorbereitet ihre Zeit in den Einrichtungen verbringen können. Vielen Dank! Seit Februar haben wir wieder Krieg in Europa. Das ist verheerend, unmenschlich und eine große Katastrophe für die Menschen in der Ukraine, ganz besonders für die Kinder. Doch auch für uns hat der Krieg Konsequenzen. Das Leben wird teurer und insgesamt schwieriger und keiner kann vorhersagen, was noch kommt. Wir mussten Wege finden, um unseren Kindern zu erklären, was da eigentlich passiert, ohne sie noch mehr zu ängstigen. Verheimlichen war auf Dauer auch keine echte Option. Irgendwann kommt alles raus, dann am besten von uns Eltern in einer Sprache, die unsere Kinder verstehen. Das große, geplatzte Wahlversprechen Am 30. März verkündete Bildungsministerin Britta Ernst das Ende der groß angekündigten und im Koalitionsvertrag der Brandenburger Landesregierung verankerten Reform des 30 Jahre alten Kindertagesstättengesetz – der KitaRechtsreform. Zu diesem Zeitpunkt war bereits viel Zeit seitens der Träger, Bediensteter des Landes und der Kommunen sowie ehrenamtlicher Elternvertreter und Organisationen in die Vorbereitung der so wichtigen Reform geflossen. Und ja, es hat auch schon eine Menge Geld gekostet, welches nun nutzlos im Brandenburger Sand zu versickern droht. Schon wieder. Hintergrund dieser Entscheidung sei ein Schreiben des Landkreistages an das Ministerium, in welchem dieser den Ausstieg aus diesem wichtigen Reformvorhaben erklärt. Gründe für den Ausstieg seien fehlende Ressourcen aufgrund von Corona und der Folgen des menschenverachtenden Krieges in der Ukraine, sowie finanzielle Risiken für die Landkreise. Die fehlenden Ressourcen, also die chronische Unterbesetzung in den Ämtern und Behörden, sind jedoch nicht erst seit der Coronakrise bekannt und für jeden spürbar, sondern schon seit einigen Jahren. Was die Sorgen der finanziellen Risiken angeht, so war hinter vorgehaltener Hand zu hören, dass das Land in der Vergangenheit zu oft seinen finanziellen Zusagen nicht fristgerecht nachgekommen ist. Leider kam es in der Folge lediglich zu gegenseitigen Schuldzuweisungen und nicht zu substanziellen Gesprächen. Es schien, als wollte man das Thema einfach schnell loswerden. Diese Rechnung ging jedoch nicht auf. Träger, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Organisationen und Eltern sorgten mit gemeinsamen Aktionen für die nötige Öffentlichkeit und Druck auf die Politik. Auch eine Petition mit bislang mehr als 10.000 Unterschriften wurde ins Leben gerufen. Der Elternbeirat Cottbus organisierte gemeinsam mit vielen Trägern und Mitarbeitenden in den Einrichtungen Unterschriftensammelaktionen. So wurden unter anderem Umzugskartons von Kindern bemalt und mit Forderungen beklebt und öffentlich wirksam zur Pyramide aufgebaut. Zurzeit sind die Kartons noch auf einer Rundreise in Cottbuser Einrichtungen und in Südbrandenburg. Aufgrund des Drucks beschloss die Landesregierung im September, dass geprüft werden solle, einzelne Punkte der Reform doch noch umzusetzen. Auf einen bestimmten Zeitpunkt wollte man sich jedoch nicht festlegen. Alles in allem bleibt man sehr vage und es bleibt abzuwarten, was wann wirklich kommt. Der Elternbeirat Cottbus wird gemeinsam mit den anderen Kreis-Elternbeiräten sowie den Trägern jedoch nicht nachlassen und weiter für die so wichtige Reform kämpfen. Die Petition läuft noch bis zum 31. März 2023, zu finden unter www.kita-ist-viel-mehr.de. Das Jahr 2022 zumNachlesen Das Schlusslichtprogramm Deutschlands Aufholenttäuschung Von der Coronain die Klimakrise Kann man auf Versprechen vertrauen? Abgehobene Preise – abgehängte Kitakids? Bildungsbruch made in Brandenburg

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