Seite 14 - lausebande-04-2011

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Titelthema :: Seite 14
ben. Das Vorlesen ist der kindlichen Entwicklung
aus ganz verschiedenen Gründen zuträglich, denn
es fördert:
• das Einfühlungsvermögen: Eltern und
Kind nehmen sich beim Vorlesen viel Zeit
füreinander
• die Sprachentwicklung: Jeder Text, jedes
neue Bild vermittelt neue Wörter und erwei-
tert den Sprachschatz
• das Gedächtnis: Beim Betrachten merkt sich
das Kind die neuen Dinge
• das abstrakte Denken: Es regt zum Nachden-
ken und Verallgemeinern an
• die Phantasie: Beim Vorlesen taucht man in
unbekannte Welten ein
Selbst wenn Kinder noch zahnlos vor sich hin
brabbeln und auf Buchecken herum kauen, formt
das Betrachten von Bilderbüchern und das gemein-
same (Vor)Lesen den Sprachschatz und ermöglicht
einen spielerischen Zugang zur Welt der Bücher.
Kinder sind nie zu jung für Bücher, selbst wenn sie
die Texte noch nicht oder nicht gänzlich verstehen.
Bei Bilderbüchern bestimmt das Kind im Gegensatz
zu technischen Medien selbst den Rhythmus, kann
Auswählen, Überblättern und lernt dabei schon,
Informationen zu fltern. Vor allem aber die Inter-
aktion, die beim Vorlesen mit den Eltern entsteht,
formt neben der Sprache soziale und emotionale
Kompetenzen.
Erste Buchempfehlungen
Gerade beim Vorlesen in den ersten Jahren
suchen und fragen Eltern oft nach den richtigen
Büchern. Einige Buchempfehlungen werden Sie
ab sofort nach Altersgruppen sortiert auf den Bü-
cherseiten unseres lausebande-Magazins fnden,
übrigens auch von kritischen Kinder-Experten be-
urteilt. Im gut sortierten Buchhandel fndet man
ebenso Fachpersonal, das die passenden Bücher
für jedes Alter kennt. Hervorzuheben ist aber auch
hier eine Initiative der Stiftung Lesen: Lesestart –
ein Projekt, das sich gerade der Förderung früh-
kindlichen Vorlesens in Familien verschrieben hat.
Lesestart
Schon seit 2008 bemüht sich das Projekt Le-
sestart um die Förderung frühkindlichen Lesens
bzw. Vorlesens in Familien. Mit der kostenfreien
Handreichung von Büchern und wichtigen Hinwei-
sen zum Vorlesen fördert und begleitet dieses Pro-
gramm Kinder und Eltern in den entscheidenden
frühen Jahren bis zum Eintritt in die Schule. Die
Ausgabe von Büchern und Material erfolgte dabei
bislang vorwiegend an Eltern mit einjährigen Kin-
dern durch Kinderärzte im Rahmen der Vorsor-
geuntersuchungen. Die Lausitz war in den ersten
Jahren leider ein weißer Fleck auf der Projektland-
karte. Für das Jahr 2011 wird das Projekt allerdings
unter dem Titel „Lesestart – Drei Meilensteine für
das Lesen“ als Initiative des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung auf ein breites Funda-
ment gestellt. Ab Herbst 2011 fördert das Projekt
Kinder sind nie zu jung für Bücher,
selbst wenn sie die Texte noch nicht
oder nicht gänzlich verstehen
BeimVorlesen sollten sich Eltern an den
sieben goldenen Vorleseregeln der Stiftung
Lesen orientieren:
1. Suchen Sie sich einen ruhigen, gemütli-
chen Ort, an dem Sie mit Ihren Kindern ku-
scheln können.
2. Wählen Sie einen günstigen Augenblick,
eine Ruhephase am Tag oder den Abend.
Am besten ritualisieren Sie das Vorlesen,
d. h. es fndet zu regelmäßigen Zeiten statt
und wird in der Regel nicht gestört.
3. Haben Sie Geduld mit Ihren Kindern. Ge-
hen Sie auf Zwischenfragen ein.
4. Lassen Sie auch Ihre Kinder Bücher aus-
wählen.
5. Vermeiden Sie das „Runterleiern“, denn
Kinder spüren, wenn Sie mit Ihren Gedan-
ken woanders sind.
6. Am besten lesen Sie Bücher vor, die auch
Ihnen gefallen. Auf diese Weise macht Ih-
nen das Vorlesen noch mehr Spaß.
7. Nehmen Sie sich Zeit, um nach dem Vorle-
sen mit Ihrem Kind zu sprechen.