Nachdem wir uns im letzten Titelthema ausführlich dem Wolf in der Lausitz gewidmet haben, startet mit dieser Ausgabe eine fortlaufende Serie, in der wir einzelne Aspekte vertiefen. Wir starten mit einem Einblick ins Wolfsmonitoring und erfahren, warum wir in der Lausitz so viel über unsere beheimateten Wölfe wissen – und wie Familien selbst einmal auf Spurensuche gehen können. Dazu sprechen wir mit Steffen Heiber, einem der Wolfsbeauftragten in Brandenburg. Wo bist du im Wolfsmonitoring zuständig? Ich gehöre zu einem Netzwerk aus ehrenamtlichen Wolfsbeauftragten, die in Brandenburg das Wolfsmonitoring unterstützen. Dabei übernehme ich für das Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung die Beobachtung und Dokumentation von zwei Wolfsrudeln – dem Zschornoer und dem Teichlandrudel. Beide leben in der Nähe von Forst. Wie oft gehst du auf Monitoring und was genau gehört dazu? „Der Wolf ist hier angekommen“ Interview mit Steffen Heiber, Wolfsbeauftragter in Brandenburg Pro Rudel bin ich etwa zweimal im Monat auf Spurensuche. Meine Arbeit konzentriert sich auf das systematische Absuchen von Waldwegen und Forststraßen nach Anwesenheitshinweisen von Wölfen. Dazu zählen vor allem der Wolfskot, auch Losung genannt – sowie Trittsiegel und Fährten, also Pfotenabdrücke, die Wölfe im Sand oder Schnee hinterlassen. Diese Hinweise ermöglichen es mir dann, an geeigneten Standorten Wildtierkameras zu platzieren, um das Verhalten der Wolfsrudel zu beobachten und den Nachwuchs den Elterntieren der Rudel visuell zuzuordnen. Zur genauen Identifikation von Einzeltieren werden den Wölfen auf Grundlage genetischer Proben Nummerierungen zugewiesen. So konnten bspw. im Jahr 2024/25 die Wolfsfähe GW4208f und der Rüde GW3307m zusammen mit ihrem Welpen GW4245m und später noch drei weitere Welpen in Zschorno per Kamera dokumentiert werden. Das Wolfsmonitoring beginnt immer Anfang Mai, wenn die Wolfswelpen geboren werden und fängt nach einem Jahr mit der Geburt der neuen Welpen wieder von vorn an. Foto: Steffen Heiber Autorin: Neela-Medea Löder, Schwerpunkt Natur- und Artenschutz DIE LAUSITZ. WILDE GEGEND.
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