Jahren müssen viele Praxen Nachfolger finden. In Südbrandenburg waren Lage und Aussichten in der jüngeren Vergangenheit nochmal etwas pessimistischer. Ende 2024 war mehr als jeder zweite Hausarzt in Cottbus älter als 60 Jahre. Die Bedarfsplanung der KV Brandenburg wies Ende 2025 für Hausärzte Versorgungsgrade von 93,6 Prozent in Cottbus, 73,3 Prozent in Guben, 78,7 Prozent in Lübbenau und 70,3 Prozent in Spremberg aus. Im Resultat kümmert sich ein Hausarzt in keinem Bundesland um mehr Patienten als in Brandenburg – 1.430 waren es Ende 2024, fast 200 mehr als im deutschlandweiten Schnitt. Bei Kinderärzten sieht es besser aus Für die kinderärztliche Versorgung zeichnet die Bedarfsplanung derzeit ein etwas entspannteres Bild. Ende 2025 lag der Versorgungsgrad in Cottbus bei 168 Prozent, im Landkreis SpreeNeiße bei 116, in Oberspreewald-Lausitz ebenfalls bei 116, in Dahme-Spreewald bei 102 und in ElbeElster bei knapp 96 Prozent. Ein hoher rechnerischer Versorgungsgrad bedeutet zwar nicht automatisch, dass jede Praxis sofort neue Patienten annimmt. Er spricht aber für eine flächendeckend auskömmliche Kinderarztversorgung. Hinzu kommt die Demografie. Brandenburg erlebte Mitte der 2010er-Jahre noch einmal vergleichsweise geburtenstarke Jahre: 2016 wurden knapp 21.000 Kinder geboren. 2025 waren es nur Das Baby ist da – und damit beginnt eine Beziehung zum Gesundheitssystem, die ein Leben lang hält. Nach Hebammen, Geburtshelfern und Kinderklinik werden Kinderarzt, Hausarzt, Therapeuten, Sanitätshaus und im Ernstfall das Krankenhaus wichtig. Für Familien ist deshalb nicht nur entscheidend, wie sicher die Geburt begleitet wird. Ebenso bedeutsam ist die Frage: Wer kümmert sich danach – heute und in zehn oder zwanzig Jahren? Die Frage ist oft mit Sorge verbunden – und das nicht ganz unbegründet. In vielen Teilen der Lausitz ist es mühsam, eine Hausarztpraxis zu finden, die neue Patienten aufnimmt. Besonders spürbar ist das für Jugendliche, die aus der kinderärztlichen Versorgung herauswachsen. Gleichzeitig altert die Ärzteschaft selbst – und schließt eine Praxis, müssen sich die vormals sicher versorgt geglaubten Patienten neu kümmern. Doch zur Wahrheit gehört auch: Die Region ist längst im Aufbruch und arbeitet intensiv daran, die medizinische Versorgung neu zu organisieren. Kommunen, Kassenärztliche Vereinigungen, Kliniken und nicht zuletzt die neue Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) suchen nach Lösungen. Der Engpass kommt nicht überraschend Deutschlandweit waren 2025 rund 37 Prozent der hausärztlich tätigen Vertragsärzte älter als 59 Jahre. Bei Kinder- und Jugendärzten lag der Anteil bei gut 27 Prozent. Damit ist klar: Auch in den kommenden Versorgung mit Zukunft Wie die Lausitz ihre Medizin neu aufstellt Eine verlässliche Gesundheitsversorgung ist das A und O für Familienplanung. Foto: istock.com, SewcreamStudio 100 › Spezial
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