Autorin: Neela-Medea Löder, Schwerpunkt Natur- und Artenschutz DIE LAUSITZ. WILDE GEGEND. Wohl jedes Kind und jeder Erwachsene kennt das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein. Wie bei Rotkäppchen kommt der Wolf in der Geschichte nicht gerade gut weg – er ist böse, hinterlistig und eine Gefahr für wehrlose Tiere. Dieses Märchenverständnis vom Wolf hat sich nachhaltig in unseren Köpfen verankert und wird in Politik-, Jagd- und Medienkreisen auch heute weiter aufrechterhalten, obwohl sich in der Realität ein ganz anderes Bild abzeichnet. Denn als die Wolfsregion schlechthin, beweist die Lausitz, dass das Zusammenleben von Wolf und Weidetier funktioniert und die sechs Geißlein mit vernünftigem Herdenschutz wohl gar nicht erst im Magen des Wolfes gelandet wären. Herdenschutz funktioniert Kaum eine andere Region in Deutschland verfügt über so viel Erfahrung im Zusammenleben von Wolf und Weidetier wie die Lausitz. Schließlich kehrten die ersten Wölfe hier bereits vor mehr Zaun statt Gewehr Der richtige Weg zur Koexistenz von Wolf und Weidetier als 20 Jahren zurück. Seitdem haben Tierhalter gelernt, wie sie ihre Weidetiere schützen können und was einen guten Schutz ausmacht. So stellen erfahrene Weidetierhalter sicher, dass ihre Herden mit einem ausreichend hohen Elektrozaun geschützt sind, der keine Schwachstellen wie Pflanzenbewuchs oder Untergrabmöglichkeiten aufweist. Dass sich dieser Aufwand lohnt, zeigen nicht nur die regional sinkenden Weidetierrisse, sondern auch bundesweite Statistiken. Obwohl die Zahl der Wölfe weiter gestiegen ist, sank die Zahl verletzter oder getöteter Weidetiere von rund 5.700 im Jahr 2023 auf etwa 4.300 im Jahr 2024. Gleichzeitig wurden rund 23,4 Millionen Euro in vorbeugenden Herdenschutz investiert. Für Schäden an Weidetieren flossen dagegen etwa 780.000 Euro Entschädigung. Schutz vor dem Riss ist also nicht nur tierfreundlicher – er ist auch die sinnvollere Investition. Dass die Zahl gerissener Weidetiere Durch Herdenschutzzäune und -hunde haben Weidetierhalter einen Weg gefunden, ihre Tiere vor dem Wolf zu schützen, sodass die Zahl gerissener Weidetiere gerade in der wolfsreichen Lausitz stark zurückgeht. Mit der beschlossenen Wolfsbejagung könnten Konflikte zwischen Mensch und Wolf und auch Weidetierrisse jedoch wieder zunehmen – das bestätigen Studien in vielen Ländern. Foto: Steffen Heiber
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