66 › Titelthema 98 Prozent des in Deutschland verzehrten Fleisches stammt aus der Massentierhaltung. Das heißt fast alle Tiere, deren Milch, Eier und Fleisch wir konsumieren, wachsen unter furchtbaren Bedingungen auf. Wir benennen beispielhaft ein paar besonders grausame Misstände. Schwanz kupieren: Ein Schwein hat im Stall nur 0,75 Quadratmeter Platz. Der Mangel an Auslauf und Beschäftigung frustriert die Tiere und macht sie aggressiv. Damit sie sich nicht gegenseitig in den Schwanz beißen, wird Ferkeln kurz nach der Geburt ohne Betäubung der Ringelschwanz abgeschnitten – entweder mit einem heißen Kupiereisen oder einem Skalpell. Zähne schleifen: Ferkeln dürfen in den ersten acht Lebenstagen die Zähne ohne Betäubung mit einer elektrischen Schleifmaschine abgeschliffen oder mit einer Zange abgekniffen werden, damit sie weder die Sau noch ihre Geschwister beim Kampf um die Zitzen verletzen. Markieren: Um Tiere bis zum Mastbetrieb zurückverfolgen zu können, werden sie vor dem TransSo leiden Tiere, bevor sie auf unserem Teller landen Massentierhaltung und ihre Missstände Copyright alle Fotos: © PETA port in den Schlachthof mit einem Schlagstempel markiert. Die scharfen Nadeln des Stempels enthalten Tinte und werden auf zwei Seiten in den Körper des Tieres geschlagen – ohne Betäubung. Mästen bis zum Umfallen: Um noch mehr Gewinn zu erzielen, werden Hühner regelrecht gemästet. Vor 50 Jahren wurde ein Huhn nach zwei Monaten mit einem Gewicht von einem Kilogramm geschlachtet. Heute wird im Alter von 35 Tagen mit rund 1,6 Kilogramm geschlachtet. Tatsächlich hat ein Huhn in artgerechten Lebensbedingungen eine Lebenserwartung von sieben Jahren. Die Knochen können mit der rasanten Gewichtszunahme nicht mithalten und deformieren sich unter der Last. Die derart gemästeten Tiere sind permanent gestresst, verwirrt, aggressiv. Schnäbel kürzen: Jahrzehntelang war es üblich, dass bei jungen Legehennen der Schnabel kupiert, also gekürzt wurde – meist wurde er mit heißem Infrarotlicht ohne Betäubung weggebrannt. Seit 2017 ist das in Deutschland verboten. Immer noch erlaubt ist es bei Puten, da sie deutlich agiler sind und sich häufig gegenseitig verletzen.
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