Lausebande Juni 2026

Stellt man uns die Frage, welche Tiere uns Menschen ähneln, dann haben wir als Bild sicherlich Schimpansen, Gorillas oder sogar Elefanten und einige Walarten im Kopf, die uns in Sachen Intelligenz und Sozialverhalten verblüffend nahekommen. Kaum jemand würde bei der Frage an den Wolf denken. Dabei ist er uns in seinem sozialen Wesen ähnlicher, als wir vielleicht auf den ersten Blick glauben. Mama und Papa statt Alphawolf Entgegen veralteter Theorien, die der Beobachtung von Wölfen in Gefangenschaft entspringen, existiert bei freilebenden Wölfen keine blutig umkämpfte Rangordnung, in der sich der Stärkste als „Alphawolf“ durchsetzt. Leitwölfin und Leitwolf zeichnen sich in einem Wolfsrudel nicht durch besonders hohe Aggressivität oder Dominanz aus, sondern ergeben sich auf natürliche Weise, wenn zwei Wölfe eine Familie gründen. Denn ein Wolfsrudel ist letztendlich nichts anderes als eine FamiFamily First Von wegen einsamer Wolf lie – bestehend aus den beiden Elterntieren und ihrem Nachwuchs der letzten ein bis zwei Jahre. Innerhalb dieser Familie gibt es Nähe, Regeln, Fürsorge und auch die eine oder andere Meinungsverschiedenheit. So unterscheidet sich ein Wolfsrudel nicht sonderlich von einer menschlichen Familie. Kommunikation is Key Die Sprache der Wölfe geht weit über ein Heulen hinaus und ist zentraler Bestandteil ihres Sozialverhaltens. Unterschiedlichste Laute wie Winseln, Knurren, Wuffen oder Heulen, eine komplexe Körpersprache, aber auch Körpergerüche und Berührungen wie ein Nasenstupser, Pföteln oder das sanfte Anknabbern des Partners gehören zur alltäglichen Kommunikation. Durch sie werden die Familienbande gestärkt und Konflikte möglichst friedlich gelöst. Gerade Berührungen und körperliche Nähe sind innerhalb der Wolfsfamilie wichtig. Wie bei uns Menschen wird gekuschelt, gespielt, aber auch Fehlverhalten korrigiert. Autorin: Neela-Medea Löder, Schwerpunkt Natur- und Artenschutz DIE LAUSITZ. WILDE GEGEND. In der Wolfsfamilie lernen die unerfahrenen Welpen von ihren Eltern und älteren Geschwistern, bis sie bereit sind, eine eigene Familie zu gründen. Foto: Steffen Heiber

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